Die Zelkova serrata von Martin Fellner

Seit ein paar Tagen schlummern bei mir die Fotos von Martin Fellner.

Eine stressigen Arbeitswoche, haben verhindert, dass dieser Artikel nicht schon vor ein paar Tagen veröffentlicht wurde.

Schon seltsam, dass immer kurz vor Weihnachten eine Hektik bei vielen Leuten auftritt? Ach ja und dann war da noch am Donnerstag Abend eine Weihnachtsfeier in der Arbeit.

Aber nun möchte ich euch erst mal das Anliegen von Martin Fellner vorstellen:

Hallo Herr Schmidt,

letzten Samstag habe ich mir einen ca. 7-8 Jahre “Zelkove” als Bonsai zugelegt … ganz ehrlich: recht unüberlegt *schäm*

Ich hatte in meiner Jugend schon öfter einen kleinen Bonsai als Hauspflanze, leider bekam ich immer kleine Schädlinge (kleine weiße Würmchen die rumhüpften) klingt lustig, war es aber nicht … darauf hin wollte ich nichts mehr davon wissen :/ bis mich letzten Samstag in einem örtlichen Baumarkt in einen (für mich) wunderschönen Bonsai verliebt habe ^^

Voller Eifer habe ich natürlich gleich ein bisschen an den neuen Trieben/Ästen schnippseln müssen … jetzt habe ich ein wenig bedenken, ob ich nicht etwas falsch gemacht habe.
Ich habe schon etwa eine Vorstellung wie ich Ihn mal haben möchte, aber ich weiß leider nicht wie ich es umsetzten soll!

Dank YouTube gibt es ja immer wieder hilfreiche Videos zu sämtlichen Themen, da bin ich auf Ihre Homepage gestoßen … nach fast 4 Stunden durchsuchen, glaube ich eine ähnliche Form gefunden zu haben, die “frei aufrechte Form” so möchte ich Ihn gerne haben.

Gerne schicke ich Ihnen auch ein Foto von meinem kleinen/großen Bonsai, damit Sie sich selbst ein Bild machen können und evlt. können Sie mir ein wenig weiterhelfen, ein paar Tipps geben =) Ich würde mich freuen!

Ich wäre über jede Meinung und jeden Tipp für einen Bonsai-Neuling froh, da es einfach auf so vielen Seiten immer
unterschiedliche Meinungen zur Pflege usw. gibt, fängt ja schon mit dem gießen/tauchen an …

schöne Grüße aus der Oberpfalz

Martin Fellner

Hier sind die Fotos von der Zelkovie:

Zelkova serrata von vorne

Zelkova serrata von hinten

Zelkova serrata von rechts

Zelkova serrata von links

Die Fotos zeigen die Ansicht von vorne, hinten, rechts und links. Da ich die Bilder in einer höheren Auflösung erhielt habe ich noch von der Substratoberfläche einen Bildausschnitt gemacht:

Zelkova serrata von links

Ich habe einfach mal auf die Schnelle mit Photoshop den Baum etwas geneigt und in einer möglichen Blitz-Grundgestaltung retuschiert. Die Bearbeitung ist nicht sehr gut, es geht mir hier auch nur um einen möglichen Denkanstoss, in welche Richtung man das Bäumchen bringen könnte:

Zelkova serrata von links

Welche Pflegemassnahmen würdet Ihr als nächstes machen?
Welche Gestaltungsmassnahmen würdet ihr vornehmen?

Über Bernd

Bei der Beschäftigung mit Bonsai kann ich entspannen und abschalten. Auf diesem Blog möchte ich Anfängern mein bescheidenes Grundwissen über Bonsai verständlich rüber bringen.

8 Kommentare zu Die Zelkova serrata von Martin Fellner

  1. Bernd schrieb:

    Hallo Martin!

    Ich bin mir nicht sicher ob es bei der Pflanze tatsächlich um einen Zelkova handelt? Von der Blattgrösse und der relativ glatten Rinde könnte es auch eine chinesische Ulme sein? Aber dies kann auch täuschen, da solche Punkte im Foto nicht 100%ig eingeschätzt werden können bzw. die Blattgröße von der bisherigen Pflege abhängig sein kann.

    Für die Pflege ist es allerdings relativ egal, da diese bei den meisten der beiden Arten ähnlich oder sogar identisch ist.

    Jetzt im Winter brauchst du nicht am Baum herum schnippeln. Die Zelkove ist eine Outdoor-Pflanze, deswegen sollte sie kühl überwintert werden. Da unklar ist ob Zelkove oder welche Ulmenart es ist, am besten ein kühler Raum. Ein unbeheiztes Gewächshaus wäre super. Aber auch ein kühles Treppenhaus oder ein Fensterplatz in einem unbeheizten Zimmer geht auch. Je nach Überwinterungstemperatur giesst man 1-2x die Woche oder bei Temperaturen unter 5 Grad Plus auch nur alle 2-4 Wochen.

    Dass der Baum aus dem Baumarkt stammt sieht man ihm relativ leicht an. Ich zähle einfach auf, was daran nicht optimal ist:

    Übertriebene Stammbiegung wirkt sehr künstlich
    Schlechter Stammansatz (Nebari)
    Das Substrat sieht recht verfilzt aus?
    Billige Bonsaischale
    Ein Baum aus asiatischer Massenfertigung

    Deine Überlegung mit der frei aufrechten Gestaltungsform finde ich schon einmal sehr gut. Dies entspricht in etwa meinem Virtual, wo ich den Winkel des Baumes auch verändert habe. Ich denke so würde er harmonischer und natürlicher wirken?

    Ein Stammansatz ist überhaupt nicht sichtbar. Allerdings weiss ich nicht was in der Erde versteckt ist? Da auf den Fotos die Erde recht verfilzt aussieht, würde ich empfehlen im Frühjahr den Bonsai auszutopfen und von der alten Erde befreien.
    Danach kannst du ihn frische Erde wieder in die alte Bonsaischale eintopfen oder du in eine Neue? Die jetzige dürfte im Boden leichte Mulden haben, wo sich Giesswasser sammeln kann. Dies kann im schlimmsten Fall zu Staunässe im Wurzelbereich führen. Aber das siehst du ja beim austopfen oder die Schale im Boden Mulden hat oder nicht? Eine Bonsaischale sollte eine flachen Boden haben und grosse Abflusslöcher, damit überschüssiges Giesswasser ablaufen kann.

    Beim umtopfen kannst du auch die weissen Kalk- oder Düngerreste am Stammansatz durch abbürsten entfernen.

    Umtopfen und den Formschnitt oder Grundgestaltung per Rückschnitt bitte erst im Frühjahr machen. Danach kann der Baum kräftig austreiben und grössere Schnittwunden überwallen am besten und schnellsten.

    Giessen oder tauchen? Das spielt keine Rolle, Hauptsache der Baum bekommt in der Wachstumszeit regelmässig Wasser. Bei kühlem Stand im Winter wie bereits geschrieben, reicht weniger Wasser. Das tauchen finde ich relativ umständlich, da man dafür den ganzen Bonsai mit Schale bewegen muss. Dies macht eigentlich nur Sinn, wenn der Wurzelballen mal völlig ausgetrocknet ist und beim giessen kein Wasser mehr aufnehmen kann.

  2. Maverick schrieb:

    Die Chinesische Ulme wird häufig mit ‚Zelkova serrata‘ verwechselt und auch oft unter diesem Namen verkauft.

    Deshalb solltest du Bernd’s Hinweise zur Überwinterung unbedingt beachten.

    Zur Gestaltung will ich mich nicht weiter auslassen.

    Entweder, Radikalschnitt wie in Bernd’s Virtual, oder einfach wachsen lassen.

    Ich würde dir aber empfehlen, den Baum erst mal nur etwas zu kürzen. Schließlich hast du ihn ja gekauft, weil er dir so gefallen hat.

    Gruß
    Mac

  3. Matthias schrieb:

    Das mit der Ulme / Zelkove war auch mein erster Gedanke.
    Könnte man den oberen Teil des Baumes nicht einfach abmoosen? Aus 1 mach 2 🙂

  4. Vincent schrieb:

    Hei ho alle zusammen,

    also, wenn ich mir den Bonsai so ansehe sieht das für mich auch her nach einer Ulme aus. Wobei bedacht werden muss, daß nach den Infos einiger Quellen Ulme und Zelkove ein und die selbe Pflanze sind, von daher Jacke wie Hose. 😉
    Ich persönlich würde vll. versuchen an der zweiten Biegung noch einen Ast anzupfropfen, den ich etwas Steiler nach oben Wachsen lassen würde, um der Optik des unnatürlich starken Schwungs ein wenig entgegenzuwirken. Richtig angesetzt könnte damit eine Mischung aus frei aufrechter und Besenform entstehen, was dem ganzen sicherlich eine extrem interessante, aber auch natürlichere Optik geben sollte. Einkürzen würde ich den Stamm eher nicht, da es meines Erachtens eine recht gute Ausgangshöhe ist, um eine wirklich hervorragenden Bonsai zu erhalten, bei welchem die Blatt-/Stammgröße ein harmonisches Verhältnis haben. Die Schale würde ich nur, wie Bernd auch schon sagte, mit samt dem Substrat wechseln. Ruhig auch erst einmal ein wenig überdimensioniert um das Wachstum zu fördern. Dabei würde es sich auch anbieten, daß du evtl. den Bonsai gleichzeitig auf einen Felsen pflanzt und diesen mitsamt dem Wurzelwerk erst einmal für ca. 2 Jahre im Substrat versenkst. Das würde die recht bewegte Optik noch besser auf Dauer unterstützen, da solche starken Bewegungen in der Pflanze häufig in Gebirgslagen zu finden sind.
    Das wären zumindest meine groben Gedanken zu dem Thema. 🙂

  5. Maverick schrieb:

    Jetzt macht mir den Martin mal nicht total verrückt!

    Als Anfänger sollte er sich erst mal auf die Pflege konzentrieren.

    Abmoosen und Pfropfen ist echt nur was für Profis.

    Also Martin:
    Sieh zu, dass du die Ulme/Zelkove gut durch den Winter bringst. Topf sie im Frühjahr um, und wenn sie angewurzelt hat, schneid sie auf die gewünschte Höhe zurück.

    Alles weitere wird sich finden…

    Gruß
    Mac

  6. Bernd schrieb:

    Genau solch eine umfangreiche Diskussion war der Grund für seine Veröffentlichung hier im Blog.

    Nun kann er die gesammelten Ideen und Vorschläge in Ruhe bewerten und die für ihn richtigen auswählen und umsetzen.

    Sicherlich mag dies recht viel am Anfang sein. Aber dazu kann er ja bei Wissenslücken gerne hier bei nachfragen.

    DANKE an alle für die rege Teilnahme an dieser Diskussion!

    MFG
    Bernd

  7. Martin Fellner schrieb:

    Dank erstmal für die vielen, aber auch unterschiedlichen Meinungen/Anregungen/Tipps,
    ich glaube den Radikalschnitt werde ich nicht übers Herz bringen 😉
    Ich will ihn jetzt erstmal schön wachsen lassen und dann mal schauen …

    Ich habe mir die Erde einmal genauer angeschaut: recht fest, tropft aber beim gießen/tauchen sehr schön ab, da im Boden der Schale zwei Löcher sind.
    Im Frühjahr würde ich ihm gerne eine neue Erde geben, was wäre denn da zum empfehlen?
    evlt. auch eine neue Schale, damit er nicht komplett bis zum Stamm eingegraben ist oder?

    Da ich meinen Baum wie ich ihn gekauft habe bereits zugeschnitten habe, sieht man auf dem ersten Bild bereits links unten einen neuen Trieb. Dieser ist mittlerweile schon fast 15cm lang!
    Soll ich diesen abschneiden oder lassen?

    Soweit komme ich recht gut klar, er hat fast überall wo ich Ihn zurück geschnitten habe neue schöne Blätter bekommen, ein paar „alte“ haben kleine Flecken bekommen und sind abgefallen.

    Vielen Dank nochmal, schöne Grüße
    Martin Fellner

  8. Bernd schrieb:

    @ Martin Fellner
    Ja, beim Bonsai gibt es viele Wege zum Ziel. So ist es auch nicht verwunderlich, dass du so unterschiedliche Einschätzungen für deinen Bonsai bekommen hast.

    Passende Bonsaierde findest du im Fachhandel. Wenn es in deiner Wohnnähe keinen Bonsaihändler gibt auch im Fachversand wie bei http://www.bonsaischule.de/de/shop/card/1011141a-7372-423a-9b63-b116bb72d5c9/Bonsai_Erden/Bonsaierde_TerraSai.html
    Die haben seit jüngsten spezielle Erdmischung für sogenannte Indoors. Dort findest du auch eine große Auswahl an Bonsaischalen.
    Je nach Pflanzenart und Entwicklungsstadium kann man unterschiedliche Erdmischungen einsetzen.

    Wenn du nur einen Bonsai hast, wird sich wohl das selber mischen kaum lohnen? Falls doch, lese einfach die Artikel hier im Forum über Substratmischungen durch (am einfachsten über die Übersicht erreichbar). Ich mische bei Indoors meist 1/3 Pikiererde oder Torf, 1/3 Akadama (Japanisches Lehmgranulat) und 1/3 mineralische Bestandteile wie Lava und oder Bimskies in kleinerer Körnung. Da hat aber fast jeder Bonsaigestalter seine eigene optimale Mischung, was auch in Bonsaiforen öfters zu recht heftigen Diskussionen führt.

    Ob du den Ast abschneiden sollst, hängt davon ab was du erreichen möchtest? Soll dieser Ast oder der an dem er wächst dicker werden, läßt man den Ast weiterwachsen bis dieser Ast oder der Hauptast die gewünschte Dicke erreicht hat und kürzt ihn dann auf die gewünschte Länge oder entfernt ihn komplett.

    Wenn die Astetage bereits deinen Vorstellungen entspricht kann man den Ast gleich auf die gewünschte Länge kürzen.

    MFG
    Bernd

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