Kranke Sageretia – was kann man dagegen tun?

Wir haben immer noch Winter und einige Bonsaibesitzer von sogenannten Indoors bekommen das ein oder andere Problem bei der Pflege in der Wohnung.

So erhielt ich von einem weiteren Bonsaibesitzer per Mail einen Hilferuf.

Der Pfleger einer Sageretia schrieb mir über Blattverlust an seiner aus einem Steckling gezogenen Sageretia.

Hier sein Schreiben und ein aktuelles Foto seiner Pflanze:

Sehr geehrter Herr Schmidt,

etwas verzweifelt bin ich heute auf Ihre Webseite gestoßen.

[]Im Mai 2007 fand ich in unserem Nettoladen drei so gut wie vertrocknete Industrie-Bonsais vor.
Eine chin. Ulme, einen Fukientee und eine Sageretia (meine ich).
Ich konnte mir den Jammer nicht ansehen und nahm alle drei mit. Preisnachlass gab es nicht.

Nach 3-8 Wochen hatten alle drei wieder Blätter und ich habe seither jede Menge Stecklinge von den dreien gezogen.

Inzwischen habe ich nur noch die Ulmen-Mutter. Die Ur-Sageretia ist verg. Sommer eingegangen, die Fukientee schon früher.

Die Bäumchen stehen in einem Gemisch aus Akadama, Bimkies, Lavasplit und etwas handelsübl. Bonsaierde, derzeit bei 18-22°C in einem wenig beheizten Raum am Fenster.
Ich gieße nur mit Regenwasser und gebe ab und an (alle 4-8 Wo) etwas „Waldleben“ und dünge mit „Biogold“.

Seit etwa vier Wochen kämpfe ich um das Leben der noch vorhand. drei Sageretien, die sich nach dem gleichen Schema wie ihre Mutter zu verabschieden beginnen.

[ad#co-1]Zuerst kräuseln sich die Blätter leicht, dann werden diese von der Spitze her schwarz und fallen schließlich ab.
Die neuen Triebe werden immer weniger und immer winziger bis schließlich das letzte Grün verschwindet.
Ich habe es mit „Pilzfrei“ und verstärktem Einsatz von „Waldleben“ versucht, aber der erste von den dreien ist inzwischen kahl und gekappte Ästchen zeigen im Inneren kaum noch Grün/Leben?

Ich erlaube mir ein Foto anzuhängen, vielleicht auch für Ihre Seite.

Mit freundlichen Grüßen

Kranke Sageretia

Was könnte die Ursache für den Blattverlust sein?
Was kann man dagegen unternehmen?

Über Bernd

Bei der Beschäftigung mit Bonsai kann ich entspannen und abschalten. Auf diesem Blog möchte ich Anfängern mein bescheidenes Grundwissen über Bonsai verständlich rüber bringen.

7 Kommentare zu Kranke Sageretia – was kann man dagegen tun?

  1. Bernd schrieb:

    Ich habe zwar keine praktische Erfahrung mit Sageretien. Aber in verschiedenen Infoquellen wird die Pflanze beim Giessen so beschrieben, dass sie möglichst nie austrocknen sollte, da dies zu Blattverlust führen könnte aber auch keine Staunässe vertragen wird, da dies genauso zu Blattverlust führt.

    Da ich nicht weiss wie und wo die Pflanze Überwintert wird kann ich nur Mutmassungen anstellen. Wenn sie in einem beheizten Raum steht könnte es zu einem kurzfristigen austrocknen des Substrates gekommen sein. Oder die trockene Luft in beheizten Räumen könnte eine mögliche Ursache gewesen sein. Oder eine Kombination daraus.

    Abhilfe im Vorfeld kann da regelmässiges einsprühen der Pflanze mit einem Wasserzerstäuber bringen. Ich habe in meinen Anfängen meine Ficus-Pflanzen in eine Schale mit Seramis oder günstiger mit Bimskies gestellt. Die Schale wurde gegossen, bis das Substrat sich mit Wasser vollgesaugt hatte. Dadurch entsteht ein feuchteres Mikroklima um die Pflanze herum und die Gefahr dass Pflanzenteile vertrocknen wird stark reduziert.

    Ich würde die Pflanze möglichst hell stellen und abwarten wie sich sich weiter entwickelt.

    Schönen Gruß
    Bernd

  2. Bernd schrieb:

    Habe wegen der schwarzen Blätter noch einmal recherchiert. Es ist erstaunlich wie wenig bis gar nichts es darüber gibt? Internetsuche = null Ergebnisse!

    Verschiedene Fachbücher über Indoor-Bonsai = null Ergebnisse.

    Per Ferndiagnose ist das manchmal schwierig. Bei vielen Laubführenden Pflanzen können schwarze Blätter mit Blattverlust auch Wurzelfäule durch Staunässe bedueten?

    Das lässt sich durch austopfen der Pflanze feststellen. Wenn einige Wurzeln matschig sind, ist dem so. Diese sollten entfernt werden. Am besten mit desinfizierten Schneidwerkzeug arbeiten, damit keine Keime auf gesundes Pflanzengewebe übertragen werden kann. Zum desinfizieren des Werkzeuges kann Spiritus verwendet werden. Die verfaulten bzw. infizierten Wurzeln schneidet man bis festes, holziges Wurzelwerk erreicht wird. Danach wird mit frischem Substrat neue getopft. Die Schale wird vorher ebenfalls gereinigt und desinfiziert. Das alte Substrat wird komplett entsorgt.

  3. Gerd schrieb:

    Vielen Dank für die Mühe.
    Betroffen sind drei Bäumchen im unterschiedlichen Status.
    Das zuerst betroffene hatte ich umgetopft und die Wurzeln waren rein äußerlich in Ordnung. Auch Staunässe kann ich nicht wirklich als Ursache in Betracht ziehen. Unten im Topf habe ich ~ 1,5 cm hoch Steinchen von 3-5mm eingebracht und es gibt keine Übertöpfe. Inzwischen ist der Stamm des erstbetroffenen kahl. Gestern gab es noch „lebende“ Wurzeln, zumindest waren diese im Inneren noch grün.
    Ich hatte nicht desinfiziert.

    Es gibt Blättchen, die unten noch saftig grün und von der Spitze her regelrecht schwarz sind. Ich vermute einen Pilz. In ähnlicher Weise ist meine 11 Jahre alte Satsuki Azalee nun auch betroffen…

  4. Bernd schrieb:

    @ Gerd

    habe über http://www.bonsai-als-hobby.de/grundwissen/pflanzenschutz/arbofux-diagnosedatenbank-fur-erkrankungen-und-schadlinge-an-pflanzen/ nach möglichen Ursachen gesucht, bin da trotz umfangreicher Datenbank aber nicht 100%ig fündig geworden.

    Schau dir mal http://www.zimmerpflanzendoktor.de/ an. Dort kannst du an Hand bestimmter Symptome die Ursache eventuell ermitteln?

  5. Bernd schrieb:

    Auf http://www.bonsai-art.com/index.php?option=com_content&task=view&id=52&Itemid=26 wird das Vertrocknen ganzer Blätter, Äste und Pflanzenteile auf kurzfristige Trockenheit beschrieben.

  6. Gerd schrieb:

    Vielen Dank Bernd!
    Vergangenen Winter hatte ich 5 Stecklinge in einem Kinderzimmer unter dem Weimarfenster stehen (spez. Tisch gebaut). Die Stecklinge waren 2 Jahre alt, noch recht schmächtig und ich habe diese ca. 5-6 Tage nicht gegossen (Stress-vergessen). Die Blätter waren aber nicht schwarz sondern sagen wir heufarben (relativ einfarbig grünlich) und halt zum Zerbröseln trocken. Vier haben es aber überlebt und zumindest weiter unten wieder ausgetrieben. Auch die 2007 bei Netto erworbene Planze trug noch die meisten Blätter, die alle brasseltrocken aber noch grün waren.
    Nach ca. 4 Wochen kamen neue Triebe allerortens, die nicht verkümmert anzusehen waren.

    Derzeit (2 Monate später) hat sich der Zustand des hier oben zu sehenden Bäumchens stark verschlechtert. Man kann den Todeskampf für mein Dafürhalten regelrecht sehen. Die jungen Triebe werden immer mickriger u. krümmlicher und faulen von der Spitze her in wenigen Tagen weg, werden schwarz. Ich hatte die verwendeten Blumentöpfe, die ich ohne viel Reinigung aus dem Gartenbestand entnommen habe, in Verdacht -irgendwelche Erreger, aber im verg. Sommer ist mir auf gleiche Weise die „Mutterpflanze“ eingegangen und diese stand in einer neuen Schale.
    Ich habe gesten Fotos gemacht und aus Verzweiflung Hand-Desinfektionsspray eingesetzt.
    Hab nochmals vielen Dank für Deine Mühe!

  7. Oskar schrieb:

    Hallo Gerd,

    ich habe ein bisschen Erfahrung mit Sagertien. Ich hatte das selbe Problem. Ich habe den Untersetzer mit Wasser gefüllt nicht so das es sich ins Substrat zieht danach ging es ihr wieder Besser

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