Astpfropfung an einer Hainbuche (Carpinus betulus)

Nachdem ihr mich bei meinen Gestaltungsüberlegungen, der Hainbuche mit Doppelstamm, bestätigt habt, einen Ast anzupfropfen, habe ich dies nun in die Tat umgesetzt.

Allerdings war es doch schwieriger als ich es mir vorgestellt habe.

Den Baum hatte ich vor etwa zwei Wochen darüber durch einen Blattschnitt bzw. Teilblattschnitt zum Großteil entlaubt.

Dennoch war es nicht einfach die Astpfropfung sauber umzusetzen. Es kann durchaus sein das dieser erste Versuch daneben geht, da ich doch ein paar Fehler gemacht habe. Aber im schlimmsten Falle starte ich im nächsten Jahr einen neuen und zweiten Versuch.

Damit ich besser Arbeiten kann, wurde zwei Wochen vorher durch einen Blattschnitt bzw. Teilblattschnitt oben entlaubt. Einen längeren jungen Ast habe ich belaubt gelassen, damit ich diesen für die Astpfropfungen nehmen kann.

Zwillingsstamm Hainbuche Juni 2012 nach Blattschnitt

Die Hainbuche zwei Wochen später:

Hainbuche vor der Astpfropfung

Neue Blätter und Triebe sind in der kurzen Zeit bereits wieder entstanden. Der zum Pfropfen vorgesehene Ast hat ordentlich an Länge zugenommen. Also hat mich die Ungeduld gepackt und ich machte mich ans Werk.

Zu erst muß ein Loch in den Stamm, an der Stelle wo der Ast später sein soll.

Loch in Hainbuche bohren

Also wird erst einmal mit einer Bohrmaschine ein Loch an der gewünschten Stelle gebohrt. Vorher habe ich die gewünschte Bohrstelle mit einem Kerner markiert. Auch damit der Borher nicht abrutscht. Tat er aber trotzdem, da ich mit zu hoher Drehzahl begonnen habe. Immer diese Ungeduld.

Bohrer im Stamm der Hainbuche

Nach kurzem bohren war das Loch vollbracht. Allerdings war es noch zu klein. Sicherheitshalber habe ich mit dem kleinsten Bohrer begonnen, damit das Loch nicht gleich zu groß wird. Also das ganze noch einmal mit einer Größe höher. Paßt!

Astpropfung mit Bast fixiert

Den Ast habe ich von allen Blättern befreit, damit er durch das Bohrloch paßt. Die letzte Knospe war so dick, daß sie wie ein Verschluß wirkt. Danach wurde mit Wundpaste an beiden Seiten versiegelt und das ganze mit Bast über Kreuz zusätzlich fixiert.

Hier habe ich mehrere kleine Fehler festgestellt. Vielleicht sind sie nicht so schlimm. Das wird man erst in der Zukunft wissen. Die Biegung für den jungen Ast war zu eng, wodurch er an einer Stelle angebrochen ist. Ich habe die Stelle zwar mit Bast bandagiert und ihn mit Draht etwas entspannt. Ob dies reicht werde ich in den nächsten Wochen oder Monaten sehen?

Vor dem Frühjahrsaustrieb ist sicherlich ein besserer Zeitpunkt, da man nicht so mit Blättern und weniger Ästen zu kämpfen hat. So habe ich beim einfädeln als auch beim bohren den ein oder anderen Ast leicht beschädigt. Nichts schlimmes, dennoch ärgerlich und unnötig.

Der neue Ast an der Hainbuche

Hier sieht man den neuen jungen Ast. Nun muß er nur noch wachsen und sich verdicken. Durch die Verdickung bekommt er irgendwann Verbindung mit den Saftbahnen des Stammes und wird dadurch eins mit dem Baum.

Neuer Hainbuchenast

Neuer Hainbuchenast

Sieht jetzt nicht gerade schön aus. Baum mit Verband 😉
Nun wünscht mir, daß er anwächst!

Fazit:

Manches hätte ich besser machen können.
Die Pfropfung wäre im Spätwinter / Frühsommer vor dem esten Austrieb besser gewesen, da man dadurch weniger beschädigen würde und eine bessere Sicht hat.

Falls ich noch einmal eine Astpfropfung mache, nehme ich einen Ast einer zweiten Pflanze oder komplette Jungpflanze, da eigene Äste oft enge Biegungen erfordern, die leicht zum Bruch des Astes führen könnten.

Nobody is perfekt.
Beim nächsten Mal mache ich es besser.

4 Comments

  1. Vincent 18. Juli 2012
  2. Maverick 18. Juli 2012
  3. Bernd 18. Juli 2012
  4. Kleinbonsai 18. Juli 2012

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