Carpinus betulus – Hainbuche als Bonsai

Der deutsche Name Hainbuche ist sehr irreführend.

Er stammt wohl von der Form der Blätter, die denen der Rotbuche sehr ähnlich sind.

Die Hainbuche ist allerdings keine Buche, sondern ist mit den Birken verwandt!

In der freien Natur wird die Hainbuche ein 5-10 Meter hoher Baum.

In seltenen Fällen kann sie auch bis zu 25 Meter Höhe erreichen.

Auf Grund ihrer sehr guten Schnittverträglichkeit wird sie auch sehr häufig als Heckenpflanze verwendet.

Vorkommen:
Europa und Westasien
Oft in Eichen-Hainbuchen-Wäldern wo frische und nährstoffreiches Erdreich vorkommte. Meist halbschattig bis schattig.

Hainbuche

Blatt:
Eiförmig und am Ende zugespitzt mit 4 bis 10 Zentimeter Länge. Der Blattrand ist gezahnt. Gelbe Herbstfärbung.

Rinde:
Graue Töne, manchmal grünlich schimmernd.

Winter:
In den nördlichsten Verbreitungsvorkommen hält sie Temperaturen bis minus 30 Grad aus. Bei jungen Bonsais sollten diese aber wie andere Freilandbonsais im Winter vor zu starken Frösten durch eingraben im Garten, oder bedecken mit Laub oder Torf-Sandgemisch geschützt werden. Im Winter unbedingt schattig stellen.

Bonsaieignung:
Auf Grund ihrer Schnittverträglichkeit und vielfältiger Gestaltungsmöglichkeiten gehört die Hainbuche zu einer der beliebtesten Bonsai-Pflanzen unter den heimischen Bäumen! Auch in Asien werden die regionellen Arten (Koreanische und Japanische Hainbuche) auf Grund ihrer vergleichbaren Eigenschaften sehr häufig als Bonsai kulitiviert.

Bei sehr sonnigen Stand ist eine Übersalzung des Substrates möglich, was zu leicht braunen Blattränder führen kann. Aus diesem Grunde sollte mit Regenwasser oder entkalktem Wasser gegossen werden. Als Standort ist meist ein halbschattiger Platz empfehlenswert.

Die Hainbuche sollte in der Wachstumsphase gut gedüngt werden. Bestens bewährt hat sich bei mir Bio-Gold. Die Düngerkügelchen werden auf das Substrat gelegt und lösen sich mit dem Gießwasser über 4 Wochen langsam auf und geben so konstant die Nährstoffe an die Pflanze ab.

Beschaffung:
Im Fachhandel gibt es eine große Auswahl angefangen beim jungen zwei bis dreijährigen Sämling bis zur vorgestalteten alten Pflanze. Auch in Baumschulen kann man für die Bonsaigestaltung taugliche Bäume finden. Und wenn eine Hainbuchenhecke entsorgt werden soll, wird man sicherlich auch interessantes Rohmatieral als Yamadori (= Findling) finden.

Standort:
Sonnig bis halbschattig. Im Hochsommer sollte der Standort halbschattig sein, damit das Substrat nicht völlig austrocknet, was zu braunen Blatträndern führen könnte.

Giessen und Düngen:
Trockenheit und stehende Näße sollte vermieden werden. Möglichst mit Kalkarmen und Salzarmen Wasser gießen (Regenwasser oder entkalktes Wasser). Gegoßen wird wenn die Oberfläche des Substrates trocken ist.
Gedüngt wird mit dem Beginn des Austriebes im Spätwinter/Frühjahr bis Juli/August.

Substrat:
3 Teile Akadama, 5 Teile Pikiererde, 2 Teile mineralisches Substrat wie Lavalit oder Bimskies.

Umtopfen:
Je nach Alter des Baumes zwischen 1 und 5 Jahren. Der Wurzelballen kann dabei um bis zu 2/3 seines Gesamtvolumens zurück geschnitten werden. So erreicht man relativ schnell einen flachen Wurzelballen.

Gestaltung:
Die Hainbuche ist für alle japanische Stilformen geeignet. Am häufigsten ist die aufrechte Form. Die Grundgestaltung erfolgt zwischen dem Anschwellen der Knospen bis Ende Juli.

Rückschnitt:
Sämlinge werden im dritten Jahr vor dem Frühjahrsaustrieb zum ersten Mal zurück geschnitten.
Bei bereits gestalteten Bäumen kann man mit dem Rückschnitt etwa 3-4 Wochen nach dem Austrieb beginnen. Je nach dem wie das Ziel aussehen soll, wird bei einer Länge von 5 bis 30 cm zurück geschnitten. Ist eine Astverdickung gewünscht, läßt man länger wachsen, bevor der Rückschnitt erfolgt.
Ab August wird nur noch pinziert bzw. die Triebspitze entfernt. Dabei sollte der Austrieb bereits 3 bis 5 Blätter lang sein, damit er vor dem Winter genügend ausreifen kann.

Drahten:
Ein bis zweijährige Äste lassen sich noch gut biegen. Da im Juni das Dickenwachstum sehr stark ist sollte man den Draht immer beobachten damit es keine Druckstellen in der Rinde gibt.
Gedrahtet wird vom Austrieb bis in den August.
Ältere Äste werden besser mit Spanndrähten geformt.

Schädlinge und Krankheiten:

Spinnmilben sind durch eine gelbliche Sprenkelung der Blätter erkennbar. Eine behandlung erfolgt mit einem speziellen Mittel gegen saugende Insekten.

Raupen einiger Falter wie der große Frostspanner und Goldfalter werden abgesammelt.

Echter Mehltau ist durch einen weißlichen Belag auf den Blättern erkennbar. Das Laub wird im Spätherbst vernichtet. Im Frühjahr erfolgt mit geeigneten Fungizid eine mehrmalige Spritzung.

Blattbräune kann mehrere Ursachen haben. Zu sonniger Stand in Verbindung mit trockenem Substrat. Zu salzhaltiges Gießwasser oder entsprechende Salzanreicherungen im Substrat. Vorbeugen durch einen halbschattiger Stand und entkalktes Gießwasser.
Eine weitere Möglichkeit ist der Befall durch den Pilz Apiognomonia errabunda. Eine Bekämpfung ist durch spritzen mit einem kupferhaltigen Fungizid erfolgreich.

Weitere Infos zu diesem Thema:

3 Kommentare und 1 Trackback/Pingback

  1. 1. Angelika

    Kommentar vom 28. Januar 2010 um 10:19

    Meine Hainbuche ist auch ein sehr dankbarer und pflegeleichter Bonsai. Am schönsten gefällt er mir im Herbst mit der gelben Blattfärbung.

  2. 2. Die koreanische Hainbuche als Bonsai « HanBlog.net

    Pingback vom 15. April 2010 um 22:51

    [...] Bonsaipflege als Hobby [de] Gartentrends [de] Bonsai Tipps zur Pflege [de] April 15th, 2010 | Tags: Bonsai, carpinus coreana, Korean Hornbeam, Koreanische Hainbuche, 소사나무 | Category: nature [...]

  3. 3. Richard

    Kommentar vom 26. Mai 2011 um 20:15

    könnte man denn auch sehr junge Hainbuchen aus dem Wald nehmen und sich als bonsai gestalten?

  4. 4. Bernd

    Kommentar vom 27. Mai 2011 um 08:34

    @ Richard
    Mit der schriftlichen Genehmigung des Waldbesitzers ginge das.

    Ohne Genehmigung wäre es Diebstahl.

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