Stecklinge am Beispiel eines Chinawacholders (Juniperus chinensis)

Liebe Bonsaifreunde,

[ad#google-text-468-15]an diesem Beispiel, zeige ich Euch, wie ich Stecklinge zur Vermehrung einsetze.

Es wäre schade, bei einem Rückschnitt verwertbares Material einfach zu entsorgen.

Vor allem, wenn Stecklinge recht einfach zur Wurzelbildung anzuregen sind.

Natürlich kann der Erfolg nicht 100% garantiert werden, eine Ausfallrate ist nur natürlich. Daher immer mehrere Exemplare vorbereiten.

Unten seht ihr das Ausgangsmaterial, ein junger, abgeschnittener Zweig des vorher gestalteten Chinawacholders:

Wacholder-Steckling

Als erstes entferne ich das meiste Grün. Mehr Grün bedeutet mehr Wasserverdunstung. Mehr Wasserverdunstung bedeuetet mehr Wasserverbrauch. Da keine Wurzeln vorhanden sind, die Wasser zuführen, ist die Verdunstung auf ein Minimum zu reduzieren – sonst trocknet der Steckling zu schnell aus; bevor er das Wort Wurzeln auch nur denken kann! Ein wenig grün für die Zuckerproduktion ist aber notwendig.

Wacholder-Steckling mit reduzierten Grün

Das Grün ist vermindert. Damit sich der Steckling später mit Wasser versorgen kann, wird er der Länge nach bis zum Kambium (das innere Weiße hinter der Rinde) eingeritzt. Und zwar ungefähr zwei Drittel der Gesamtlänge. Dies geschieht mit einem scharfen Messer oder ähnlichem (Fingernagel). Das sieht dann so aus:

Einritzen der Rinde bis zum Kambium

Wacholder-Steckling nach dem Einritzen

Bei dickeren Stecklingsanwärtern können auch mehrere Seiten (2-3) geritzt werden. Es sollen immer Streifen unberührter Rinde zwischen stehen.

Im Großen und Ganzen war es das schon, jetzt kann der Steckling in ein Substrat gesteckt werden.

Wacholder-Stecklinge im Substrat

Teichtöpfe sorgen für einen gleichmäßigen und geregelten Wasserablauf und beugen somit fast automatisch Fäulnisbildung vor. Je nach Gießrhythmus funktionieren natürlich auch herkömmliche Töpfe. Der Topf ist nur halb mit Granulat gefüllt, damit der Topfrand als Stütze der unbefestigten Stecklinge dienen kann.

Der Steckling kommt genauso tief in die Erde, wie er eingeritzt wurde, also 2/3 der Gesamtlänge. Es sollte vermieden werden, das Grün den Boden berührt, da dies die Fäulnisbildung beschleunigt.

[ad#co-1]Die Stecklinge sollen sonnengeschützt (aber nicht zu dunkel) gestellt und mit hoher Luftfeuchtigkeit versorgt werden. Dies kann durch regelmäßiges Sprühen mit Wasser, duchsichtigen Plastiktüten, Minigewächshäusern oder anderen kreativen Ideen realisiert werden. Bei mir stehen die einfach unter einem Holzbrett, das tägliche Gießen mit hoher Bodenbewässerung reicht hier aus. Die Stecklinge dürfen nicht austrocknen!

Die Dauer bis zur Wurzelbildung kann bis zu 2 Sommer betragen, in der Regel aber ist das vom Frühjahr bis zum Herbst geschehen. Je jünger der Steckling, desto höher die Erfolgschancen.

Dann kann man sich, wenn die Wurzeln da sind, an folgendem Ergebnis erfreuen:

Shohin-Bonsai aus Stecklingen

Viel Spaß beim Ausprobieren,

André

Ein Kommentar zu Stecklinge am Beispiel eines Chinawacholders (Juniperus chinensis)

  1. Paul schrieb:

    Hallo André,

    Sehr schön zu sehen, dass das so gut geht. Ich habe bisher nur die Aufzucht aus Samen versucht, habe aber bisher noch keinen Erfolg gehabt. Die Samen von der japanischen Schwarzkiefer, sowie der japanischen Zierkirsche sind beide Aufgegangen (Anzuchtanleitung Wacholder und Kiefer sind fast identisch), aber der Wacholder ist leider noch nichts geworden. Kann man von dir vielleicht einen deiner erfolgreich bewurzelten Stecklinge bekommen?

    Beste Grüße,

    Paul

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