Viele neue Kakteenstecklinge

Mit Bonsai beschäftige ich mich nun über fünf Jahre.

[ad#google-text-468-15]Kakteen und Sukkulenten sammle ich seit über zwanzig Jahren.

Die Auswahl an Kakteen richtet sich bei mir immer an den möglichen Kulturbedingungen. Seit über zehn Jahren ist dies ein sonniger Westbalkon.

Vor einigen Jahren habe ich versucht eigene Züchtungen zu realisieren. Dies hat sich ohne Gewächshaus als recht langwierig und wenig effektiv heraus gestellt.

In den letzten sechs Jahren sind mir in zwei Wintern einige der vorgesehen Zuchtpflanzen erfroren. Da wäre ein beheizbares Gewächshaus eine bessere Lösung. Oder die Kakteen vor extremen Frösten rechtzeitig reinräumen. Eine Heizung mit Temperaturfühler auf dem Balkon? Dies wäre sicherlich pure Energieverschwendung.

Inzwischen habe ich meine Zuchtziele weit nach hinten gestellt und erfreue mich über die zahlreichen Blüten über den Sommer.

Aber einige Zuchtversuche haben überlebt und befinden sich noch im Jugendstadium. Mal sehen was daraus in den nächsten Jahren wird?

Vor ein paar Wochen habe ich mich mal wieder in einem Zuchtforum blicken lassen. Ein Züchter hat dort einige Stecklinge von Pflanzen die mir in einem der beiden Winter erfroren sind angeboten. Ich habe zwanzig bei ihm für einen symbolischen Preis + Versand geordert. Erhalten habe ich dann 48 Stecklinge, welche ich vor zwei Wochen in mineralisches Substrat gesteckt habe:

Kakteen-Stecklinge

Die Schnittstellen waren schon abetrocknet. Nun darf erst einmal nicht gegossen werden, bis sich neue Wurzeln gebildet haben. Bei manchen dauert dies ein paar Wochen. Bei anderen ein paar Monate. Drei hatten schon erste Wurzelchen gebildet. Diese werde ich bei wärmeren Wetter zum ersten Mal giessen.

Kakteen-Stecklinge auf dem Balkon

Danach kamen die Stecklinge in ein Balkon-Folien-Gewächshaus. An dem Standort bekommen sie wenig Sonne. Ohne Wurzeln ist pralle Sonne noch nicht so gut für die Kleinen, da sie sonst schnell austrocknen könnten, bevor sie die ersten Wurzeln gebildet haben.

Ach ja, alle Stecklinge sind Chamaecereus-Hybriden. Bis auf einer. Der ist die Naturform. Chamaecereus silvestrii. Die meisten Züchtungen entstanden durch einkreuzen der Gattung Lobivia. Beide Gattungen werden inzwischen der Gattung Echinopsis zugeordnet. Aber die Gattungszuordnungen werden immer wieder neu durcheinander geschmissen. Züchter halten sich da meist an ältere Zuordnungen, da so die Pflanzen besser auseinander gehalten werden können.

Die Naturform wächst länglich und bildet Polster. Zuchtformen können dickere, längere, kürzere, kugeligere Pflanzenkörper bilden. Ist halt von den Genen der Eltern abhängig bzw. was sich davon durchsetzt.

Damit man sich eine Vorstellung machen kann, zeige ich ein paar Fotos verschiedener Chamaecereus-Hybriden:

Chamaecereus-Hybride violett

Eine namenlose violett blühende Chamaecereus-Hybride.

Chamaecereus-Hybride Leuchtfeuer

Rot blühende Chamaecereus-Hybride Leuchtfeuer von der Kakteengärtnerei Uhlig.

Chamaecereus-Hybride Anette

Die Chamaecereus-Hybride Anette stammt von Dr. Binnig, einem Privatzüchter. Leider ist Herr Dr. Binnig vor zwei Jahren verstorben. Er hatte sich auf die Zucht von Chamaecerus-Hybriden spezialisiert und viele neue Blütenfarben hervorgebracht. Einige sind auch heute noch sehr schön und werden häufig für die Weiterzucht verwendet. Die Hybride Anette ist sehr blühwillig und bringt über den ganzen Sommer willig violette Blüten.

Chamaecereus-Hybride Sundown

Diese Züchtung ist eine ältere und sieht der Naturform recht ähnlich. Der Pflanzenkörper entspricht der Mutterpflanze. Lediglich die Blüte ist hier orange (Naturform rot).

Chamaecereus-Hybride Flic Flac

Eine schöne orange pastellige Blüte. Herkuft unbekannt. Diese Pflanze hat den Frost im letzten Winter überstanden. Dennoch sieht sie immer noch recht mitgenommen aus und erhohlt sich nur langsam. Ich bin dennoch froh, das sie überlebt hat und vielleicht in zwei oder drei Jahren wieder mit Blüten glänzt?

Chamaecereus-Hybride El Gigante

Die Chamaecereus-Hybride El Gigante ist eine meiner Favoriten. Bis zu 7 cm große Blüten die drei Tage lang halten. Die Farbe verändert sich über die Tage und ist zweifarbig. Diese Züchtung wird auch oft in Pflanzencentern angeboten. Teilweise auch unter dem Namen Rainbow.

[ad#co-1]Dies ist nur eine kleine Auswahl an Zuchtformen von Chamaecereus. Insbesondere einige deutsche Privatzüchter haben inzwischen grossartige mehrfarbige Blüten gezüchtet.

Bis diese in grössere Zahl vermehrt sind, können aber bis zu einem Jahrzehnt vergehen. Bei Züchtungen kann das Erbgut nur durch vegetative Vermehrung weiter gegeben werden. D.h. nur durch Stecklinge. Und das dauert halt seine Zeit.

Habt ihr auch Kakteen in Pflege?

Über Bernd

Bei der Beschäftigung mit Bonsai kann ich entspannen und abschalten. Auf diesem Blog möchte ich Anfängern mein bescheidenes Grundwissen über Bonsai verständlich rüber bringen.

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