Gestaltungsgedanken über eine Zelkova nire

Ein weiterer Baum den ich im Dezember winterfest gemacht hatte, ist eine Zelkova nire.

Ob es sich da nun um eine Zelkove oder Ulme handelt lass ich mal dahin gestellt sein. Der deutsche Name ist zumindest Korkrindenulme und die Blätter sind auch wesentlich kleiner als bei einer Zelkova serrata und auch nicht beharrt.

Aber in der Pflege macht es kaum einen Unterschied. Die Korkrindenulme ist auf Grund ihrer bereits in jungen Jahren sichtbaren urigen Borke als Bonsai recht beliebt.

So fand auch diese Art im letzten Juni den Weg auf meinen Balkon.

Nach dem Kauf liess ich die Pflanze den Rest des Jahres erst einmal wachsen. Wobei ich sie hin und wieder etwas in From geschnitten habe.

Nun im unbelaubten Zustand stellt sich die Frage, wie die Entwicklung bzw. Gestaltung weiter gehen soll?

Um dies beurteilen zu können schaut euch einfach mal den Baum von allen Seiten an:

Zelkova nire Ende 2012

Diese Seite könnte ich mir sehr gut als Vorderseite vorstellen. Der Baum zeigt sich hier bereits recht ausgewogen. Lediglich der untere Stammbereich könnte mehr Dicke haben um älter zu wirken. Im oberen Drittel gibt es eine leichte Verdickung im Stamm. Da könnte man den ein oder anderen jungen Ast entfernen und über die nächsten ein oder zwei Vegetationsphasen durch Blattschnitt und pinzieren das Wachstum auf die unteren Äste lenken.

Zelkova nire Ende 2012 Teil 2

Der Baum wurde hier etwas gedreht. Die Äste sind zum Teil zu lang gewachsen. Insbesondere die jüngeren.

Zelkova nire Ende 2012 Teil 3

Von dieser Seite sieht der Baum durch diesen Knick recht komisch aus. Aber im belaubten Zustand sieht man den nicht.

Zelkova nire Ende 2012 Teil 4

Auch bei dieser Sicht ist der Schwung im Stamm etwas übertrieben. Na ja, kann ja nicht jede Seite eine Schokoladenseite sein.

Zelkova nire Ende 2012 Teil 5

Diese Seite kann sich auch sehen lassen. Fast so harmonisch wie die auf dem ersten Foto.

Zelkova nire Ende 2012 Teil 6

Bei dieser Sicht hat der Stamm eine Spindelform wie ein Korkenzieher. Danach folgt eine gerade Spitze. Die Spitze kann man sicherlich verbessern.

Zelkova nire Ende 2012 Teil 7

Ob der Schwung im Stamm übertrieben ist? Ist wohl eher Geschmackssache. Sehr gut kann man aber sehen, dass auf der linken Seite ein dichtes Astwerk vorhanden ist und die rechte Seite noch recht kahl aussieht. Mal sehen ob und wie man das verbessern könnte.

Zelkova nire Ende 2012 Teil 8

Auch bei dieser Sicht ist die rechte Seite recht verkahlt aussehend.

Zelkova nire Ende 2012 Teil 9

Von oben betrachtet ist der Baum schön nach allen Seiten verzweigt. Vielleicht sogar schon zu weit ausladend und vereinzelt mit zu langen Internodien (Abstand zwischen den Knospen).

Mein Fazit:

Ein gutes Rohmaterial mit bereits ganz guter Verzweigung. Der Stamm ist mir noch zu schlank. Die Verzweigung könnte feiner sein und die Baumspitze ist unahrmonisch und sollte verbessert werden.

Die Baumgrösse gefällt mir ganz gut. Unter 30 cm passt gut auf meinen Balkon. Wahrscheinlch werde ich den Baum für zwei Jahre in einen Teichtopf pflanzen, damit er erst einmal an Stammdicke zulegen kann. Bei der Korkrindenulme sollte dies in zwei Jahren möglich sein. Falls nicht, bleibt er halt drei Jahre im Teichtopf.

Um die Baumspitze zu verbessern muss ich mir den Baum noch einmal genauer anschauen. das gerade Endstück wird wohl weichen müssen und wird durch einen jungen Ast oder eine Knospe neu aufgebaut.

Die Feinverzweigung soll bereits im Teichtopf begonnen werden. Dazu ist eventuell ein gezielter Blattschnitt in den oberen Astetagen und oder regelmässiges pinzieren erforderlich.

Welche Pflege- und Gestaltungsmassnahmen würdet ihr an diesem Baum als nächstes vornehmen?

Über Bernd

Bei der Beschäftigung mit Bonsai kann ich entspannen und abschalten. Auf diesem Blog möchte ich Anfängern mein bescheidenes Grundwissen über Bonsai verständlich rüber bringen.

Schreibe einen Kommentar

Please use your real name instead of you company name or keyword spam.