Wie sollte man diese chinesische Ulme gestalten?

Derzeit mache ich mir Gedanken über meine kleine chinesische Ulme.

Wie soll es weiter gehen?

[ad#google-text-468-15]Nun ist sie seit 1 1/2 Jahren in der Trainingsschale wie ich sie von der Bonsaischule Enger erhalten habe.

So langsam ist mal das erste Umtopfen erforderlich. Das Substrat sieht bereits recht verbraucht aus und hat auch schon die ersten Kalkflecken.

Da stellt sich mir mal wieder die Frage, ob ich die Ulme weiterhin in der Trainginsschale wieder eintopfen soll oder ist sie schon für die erste kleine Bonsaischale bereit?

Ich will sie weiterhin als Shohin pflegen und gestalten. Mit den kleinen Blättern eignet sich diese Ulmenart sehr gut. Auch die Borke hat bereits eine grobe Struktur und wirkt wie bei einem älteren Baum.

Chinesische Ulme von vorne

Die Stammdicke könnte sicherlich noch kräftiger sein. Das Herbstlaub im April kommt, weil ich die Ulme derzeit weniger gieße. Dies mache ich bewußt, damit ich demnächst beim Umtopfen die trockenere Erde leichter lösen kann und zudem wird das Laub dadurch lichter und ich kann die Baumkrone und Aststrukturen besser beurteilen um mögliche Schnittmassnahmen umsetzen zu können.

Chinesische Ulme von hinten

Diese gelbe Verfärbung ist allerdings nicht bei allen chinesischen Ulmen üblich. Es gibt wohl über 20 verschiedene Arten aus unterschiedlichen klimatischen Regionen. Diese Art stammt aus Taiwan aus einer fast schon tropischen Region. Deswegen verträgt sie keinen Frost und reagiert bereits bei Temperaturen unter 10 Grad plus empfindlich.

Ich habe mir mal mit Photoshop ein Virtual meiner Ulme erstellt. So kann ich ausprobieren wie die Ulme durch einige gestalterische Massnahmen aussehen könnte:

Chinesische Ulme Virtual

Ich habe den Baum um ca. 35% nach rechts gekippt.
Den linken unteren Ast habe ich nach unten gezogen. Ich hoffe das gelingt auch in Natura?
Oben rechts bis zur Mitte habe ich das Laub ausgelichtet und vereinzelt einen Ast heruntergezogen.
Lediglich in der linken Mitte vermisse ich einen Ast. Da hoffe ich das sich durch Rückschnitt der ein oder andere Neuaustrieb zeigt?

Auf jeden Fall sieht der kleine Baum so viel schlanker und elaganter aus?
Ob die beiden unteren Äste zu nah beieinander liegen? Das muß ich beim Umtopfen nächer betrachten. Optimal wäre es nicht.
Dies wird aber auch abhängig von der Biegsamkeit beim Drahten sein.

[ad#co-1]Das Umtopfen nehme ich erst in Angriff, wenn es draußen in der Nacht keinen Frost mehr hat.
Ich möchte die Ulme danach im Freien an einem sonnigen Platz aufstellen. Dort werden die Neuaustriebe kürzer als jetzt im Zimmer.
Zu lange Triebe passen einfach nicht zu dem kleinen Baum.

Also werde ich mich noch die ein oder andere Woche gedulden bis das Bäumchen umgestalte.

Wie würdet Ihr die Ulme gestalten?

Über Bernd

Bei der Beschäftigung mit Bonsai kann ich entspannen und abschalten. Auf diesem Blog möchte ich Anfängern mein bescheidenes Grundwissen über Bonsai verständlich rüber bringen.

7 Kommentare zu Wie sollte man diese chinesische Ulme gestalten?

  1. suiseki schrieb:

    Ich finde, Dein Virtual liefert schon mal einen guten Ansatz zur Gestaltung, ich würde die Krone auslichten und den Baum wie auf dem Virtual
    kippen, dann wird das schon. Über die Stammdicke
    würde ich mir noch keine Gedanken machen. Kannst du später noch korrigieren. Auf jeden Fall wird das Umtopfen einen Wachstumsschub bringen, den Du zum weiteren Aufbau der Krone nutzen kannst. Mit dem richtigen Schnitt wird das was werden. Ich drück Dir die Daumen!
    LG suiseki

  2. André schrieb:

    Hallo Bernd,
    ich mach einfach mal Brainstorming:

    der Baum hat, zumindest mit dem Blätterkleid, eine gute Struktur. Dein Virtual gibt die richtige Richtung an, ich würde den Baum auch so kippen, und dann zusätzlich versuchen, gleich ein wenig höher in den Topf zu setzen. Da kann man sich gleich den Wurzelansatz zu Gemüte führen. Bei einem Shohin traditionell wichtiger als bei einem „normalen“ Baum (falls man das so sagen kann, ich finde sie wirken dann einfach noch besser). Informiere Dich im Internet mal über die Kacheltechnik, je früher das Angewendet wird, desto erfolgversprechender ist das Ganze.
    Und die unteren Äste sind nicht ganz so nahe am Boden, da ist aber Geschmackssache.

    Jetzt musst Du dich entscheiden was für Dich das wichtigste ist: Würdest Du ihn jetzt in eine größere (!) Trainingsschale umtopfen, was nach 1 1/2 Jahren schon gemacht werden kann, wäre das Wachstum und damit die Stammdickentwicklung beschleunigt Wenn Du ihn wenig schneidest und erstmal Wuchern lässt! (Die Erdmischung von Enger ist auch nicht so super Luftdurchlässig, ich habe viele faule Wurzeln diesen Frühling bei „Enger Bäumen“ entfernt!)Grundsätzlich drahte ich nach dem Umtopfen selten einen Baum komplett, wenn, dann im Herbst selben Jahres, um den Baum zu schonen.
    Wenn der Baum schon austreibt, ist ein Umtopfen mit großer Vorsicht durchzuführen.

    Das Herunterziehen des Astes ist möglich, wäre es mein Baum, würde ich den Ast einfach mit einem dünnen Aludraht herunterspannen, die Stellen wo der Draht sitzt mit einem abgeschnittenen kleinen Schlauch schützen. Ich würde aber auch darauf achten, das der Ast nicht direkt parallel mit dem gegenüberliegenden korresponiert, da Symmetrien langweilig wirken. Bei Deinem Virtual sieht das so aus. Also vielleicht doch ein wenig weiter oben lassen aber oben auslichten, so das ein kleiner Bruch zur Krone erhalten bleibt. Oder die Krone nach oben entwickeln und damit unten mehr Gestaltungsraum zu lassen.

    Willst Du den Baum in eine andere Bonsaischale setzen, und die Größe der Krone beibehalten, wäre eine kleine (flacher auch)vielleicht passender, dann wächst er aber langsamer, sieht aber gleich mehr als Bonsai aus… Bedenke aber, daß bei einem großem Wurzelverlust auch das Blätterkleid reduziert werden MUSS, damit weniger Wurzeln auch gegen weniger Verdunstungsfläche ankämpfen müssen. Schwierig 🙂

    Hoffentlich habe ich Dich jetzt nicht noch mehr verwirrt 😛

    Viele Grüße

    André

  3. Bernd schrieb:

    @ André
    wie du siehst gehöre ich auch zu den Ungeduldigen.

    Ich werde das mit der Bonsaischale aufschieben und die Ulme weitere zwei Jahre in einem größeren Trainingstopf wachsen lassen.

    In den 1 1/2 Jahren hat sich in dem Topf der Stamm auch schon ordentlich verdickt.

    Aber du hast recht, daß bei einem Shohin der Stammansatz viel wichtiger ist als bei einem größeren Bonsai. Schließlich ist er im gesamten Verhältnis des Baumes ein größerer optischer Bestandteil.

    Zudem weiß ich noch nicht was sich im Wurzelwerk befindet. Das Substrat ist wirklich bescheiden. Bei der Ulme besteht es fast nur aus torfhaltigen Fasern. Da werde ich vorgesiebtes mineralisches Substrat mit etwas Akadama verwenden.

    Über die Kacheltechnik habe ich im Internet nichts in Bezug auf Bonsai gefunden. Was meinst du damit?

    Schönen Gruß
    Bernd

  4. André schrieb:

    @Bernd

    ich meine damit, eine gelochte Fliese oder Kachel benutzen, um den Wurzelansatz zu verbessern. Du hattest das auch mal in einem Deiner Blogs erwähnt. Bei einer Ulme aber glaube ich ist es doch eher angebracht, den Ansatz durch Abmoosen zu gestalten. Hier ist ein Interessanter Artikel darüber:
    http://www.bonsai-fachforum.de/viewtopic.php?t=332

    Weiß nicht ob Du Dir das zutraust, aber wenn umtopfen, dann vielleicht gleich richtig mit Abmoosen. Es gibt von Walter Pall ein Video bei Youtube, wo er das bei einem Fächerahorn beschreibt, und sich ärgert, das nicht gleich gemacht zu haben. Weil es eben lange braucht, bis der entwickelt ist. Du wirst sicher mit der Zeit kritischer werden mit der Beurteilung von Bäumen, und dich dann vielleicht ärgern das nicht am Anfang angegangen zu haben. Meinen jungen Ahorn werde ich nächstes Jahr abmoosen. Je Früher desto besser.

    Mach Dir in Ruhe Gedanken, schau Dir mal den Wurzelansatz an und falls nötig, informiere Dich einfach mal im Internet übers Abmossen. Soo kompliziert ist das gar nicht.

    Viele Grüße

    André

  5. Bernd schrieb:

    @ André

    das mit der Fliese ist mehr für Jungpflanzen gedacht. Läßt sich bei Bäumen ab gewisser Dicke im Nachhinein nur schwer realisieren.

    Wobei in der letzten Bonsai-Art hat ein Italiener über eine ähnliche Methode zum Abmoosen berichtet, die er seit Jahren erfolgeich bei älteren Pflanzen anwendet. Er montiert einfach eine Metallplatte an der Abmoosstelle. Da der Baum versucht zu überwallen, bildet sich dadurch ein relativ breiter Wundkallus der später als Nebari dient.

    Da ich den Wurzelballen der Ulme noch nicht kenne, wäre es verfrüht über eine dieser Methoden nachzudenken. Für eine meiner Hainbuchen will ich aber sowieso die Abmoosmethode von Walter Pall einmal testen.

    Schönen Gruß
    Bernd

  6. Luise schrieb:

    Hallo Bernd,
    Ich würde bei dieser Chinesischen Ulme einen ganz anderen Weg einschlagen.
    Ich würde den linken unteren Ast( von der Perspektive des ersten Fotos in diesem Artikel) entfernen. Dann hätte man eine Bogenförmige Krone und der dich recht dicke Stamm der Ulme würde dann meiner Meinung nach hervorragend zur Geltung kommen.
    Und dann würde ich der Ulme eine unglasierte, eckige oder ovale( müsste man mal am „lebenden Objekt“ schauen) verpassen.
    Ich denke, dass würde den urigen Charakter, der dieser Ulme m.E. innewohnt, toll rausbringen.
    LG,
    Luise

  7. Bernd schrieb:

    @ Luise

    hört sich gut. Aber schaun wir mal.
    Ich habe die Ulme am letzten Wochenende umgetopft und dabei auch die Äste ausgelichtet.

    Den Fotobericht werde ich am Freitag fertig haben und online stellen.

    Schönen Gruß
    Bernd

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