Libellen – Odonata

Libellen gehören seit einigen Jahren zu meinen absoluten Lieblingsinsekten!

Es gibt doch tatsächlich Menschen die fürchten sich vor diesen Flugakrobaten.

Deswegen möchte ich hier gleich einmal mit dem wohl ältesten Irrglauben aufräumen.

Libellen können nicht stechen. Libellen haben keinen Stachel!

Gemeine Heidelibelle

Im schlimmsten Fall können die Grosslibellen etwas mit ihren zangenartigen Mundwerkzeug leicht zwicken. Auf dem obigen Foto ist eine Gemeine Heidelibelle auf einem Grashalm zu sehen. Diese Art trifft man meist im Spätsommer bis in den Herbst an Seen und Teichen an.

Libelle im Flug

Ich habe zwei Sommer damit verbracht Libellen an einem stehendem Gewässer zu fotografieren. Dabei bin ich zahlreichen Arten begegnet. In Deutschland gibt es derzeit etwa 80 verschiedene Libellenarten. Und durch die globale Klimaerwärmung ist wie in den letzten Jahren sogar eine Erhöhung der Artenvielfalt möglich! Die meisten neuen Arten kommen über Frankreich und die Schweiz über den Oberrhein nach Deutschland. Wenn sie dort ein passendes Klima vorfinden steht einer weiteren Verbreitung über die Flüße, Bäche und Seen nichts mehr im Wege.

Auf dem obigen Foto fliegen zwei Pokalazurjungfern gemeinsam zur Paarung! Wenn man das Verhalten auf das zeitlich begrenzte Vorkommen der einzelnen Libellenarten kennt trifft man zu bestimmten Zeiten an bestimmten Gewässern auf viele dieser Art! Durch solch ein Massenaufkommen soll die Vermehrung der Art sichergestellt werden.

Fluphasen einer Libelle

Auf dem obigen Foto habe ich aus zahlreichen Flugphase die besten zu einer Flugstudie zusammengesetzt. Die Libelle ist ein Grosser Blaupfeil. Der Ast der aus dem See ragte diente dem Blaupfeil als Ruhe- und Beobachtungsstand. Von dort flog sie immer zu Jagdflügen auf der Suche nach Futterinsekten. Diese werden meist im Flug gefangen!

Paarungsrad Libellen

Die beiden Hufeisen-Azurjungfern paaren sich gerade. Diese Kleinlibellenart gehört wohl zu der häufigsten in Deutschland. Die kleinen Insekten sind allerdings meist sehr schwer zu fotografieren. Während der Paarung sind die Tiere aber meist mit sich selbst so beschäftigt das man oft sehr nahe an das Fotomotiv herankommen kann. Oft spielt allerdings der Wind eine negative Rolle, da er das Motiv meist aus dem Schärfebereich weht. Also selbst solch ein Motiv ist oft nicht einfach 100%ig scharf zu bekommen. Für solch ein Foto sind meist viele Anläufe notwendig bis der Treffer sitzt. Also auch bei der Fotografie von Libellen ist oft sehr viel Geduld die Basis für ein gelungenes Foto.

Königslibelle

Die grösste Libelle in Deutschland ist die Königslibelle. Ihr Jagdrevier verteidigt sie an Gewässern auch recht agressiv gegenüber anderen Libellen. Auf dem Foto sieht man eine weibliche Königslibelle bei der Eiablage. Eine der wenigen Augenblicke wo die grosse Libellenart mal ruhig sitzen bleibt. Sonst sieht man sie bei sonnigem Wetter ruhelos ein Revier nach Beuteinsekten abfliegen. Die Köngslibellen sind begnadete Fluginsekten.

Ich habe beim fotografieren auch schon welche gesehen die im Flug Kleininsekten gefangen und auch gleich im Flug verspeist haben! Sie können sich sogar im Flug auf den Rücken drehen um so ein Insekt mit ihren Füssen zu fangen!

[]Aber besonders sympatisch sind mir die Libellen da sie sich von anderen Insekten ernähren! Nun wird man auf dem Balkon wohl mehr zufällig einer Libelle begegnen. Aber wer im Garten einen Teich hat wird sicherlich schon öfters mit diesen nützlichen Fluginsekten Bekanntschaft gemacht haben.

Über Bernd

Bei der Beschäftigung mit Bonsai kann ich entspannen und abschalten. Auf diesem Blog möchte ich Anfängern mein bescheidenes Grundwissen über Bonsai verständlich rüber bringen.

6 Kommentare zu Libellen – Odonata

  1. Shari schrieb:

    Halli
    uihhh das ist ja mal ein super Bericht, zumal ich Libellen auch liebe
    Da ich öfter angeln gehe, habe ich die Hufeisen-Azurjungfern (jetzt weiß ich auch den richtigen Namen, danke schön) schon sehr oft beobachten können und darum weiß ich auch, wie schwer es ist, sie zu fotografieren.
    Die Königslibellen habe ich in meinem Garten, da mein Nachbar einen großen Teich hat.
    Als Kind habe ich auch daran geglaubt, dass Libellen stechen können, denn die Erwachsenen haben uns Kindern das so beigebracht 😉
    Erstaunlich finde ich die Fähigkeit der Weibchen, dass sie zur Eiablage bis zu 90 Minuten lang unter Wasser bleiben können
    Bei meinem Schwager haben wir das Larvenstadium der Libellen mal beobachtet und das hat über 2 Jahre gedauert, bis aus der Larve eine Libelle wurde – es war hochinteressant, wie sie aus dem Wasser kam und sich an einem Wasserlilienstängel zum Schlümpfen klammerte.
    Ich freue mich immer wieder, wenn ich so etwas beobachten darf 😉

  2. Heinz schrieb:

    Schöne Aufnahmen,
    kannst du auch auf deiner Fotoseite verwenden 😉

    Viele Grüße
    Heinz

  3. geld-prinzessin schrieb:

    Wunderschöne Aufnahmen. Wer diese Fluginsekten schon live beobachten durfte, kann nachempfinden wie schwer sie zu fotografieren sind. Sie sind ja schon mit bloßem Auge schwer zu erkennen. Libellen sind sehr anmutig Fluginsekten und schöner anzuschauen als Hornissen oder andere stechende Fluginsekten. Auch den Beitrag von Shari finde ich sehr informativ wie den ganzen Beitrag. Sehr gelungen!

  4. supermichi schrieb:

    Wow, echt ein schönen Bericht mit wirklich schönen Fotos. Dazugelernt habe ich auch etwas. Ich dachte Libellen können stechen. Deswegen habe ich sie meiner Katze immer weggenommen wenn sie eine gefangen hat 🙂 Die Fotos sind auch sehr gelungen, sehr nah und trotzdem scharf. Muss ne Weile gedauert haben bis man diese Tiere so erwischen könnte.
    Viele Grüße

  5. Bernd schrieb:

    Es freut mich besonders das sich auch andere an den schönen Libellen erfreuen!
    Danke an Shari für die praktischen Ergänzungen!
    Je nach Libellenart Leben die Libellenlarven zwischen 1-4 Jahre im Wasser als kleine Raubtiere. Dort ernähren sie sich von allem möglichen Getier und Aas. Sogar kleine Fische können ihr Opfer sein! Einige Libellenlarven können sehr schmerzhaft zwicken. Habe dies am eigenen Finger schon zu spüren bekommen. Ja und danach sind sie lediglich für vier bis sechs Wochen ein Fluginsekt. Und das alles nur um sich zu paaren.

  6. engelchen schrieb:

    Dein Bericht ist echt super, ich hätte nie gedacht, das es soviele verschiedene Libellenarten gibt. Hier bei uns am Gartenteich haben wir die kleineren Blauen(Pokalazurjungfern) dank dir kenn ich jetzt den Namen ;)und dann gibt es hier noch größere gelb/grünliche.Faszinierend finde ich auch das die Libelen nach der Paarung ihre Eier ablegen und die Larven dann sehr lange brauchen um zu schlüpfen.Auch die Flugkünste sind echt beeindruckend,ich finde es jedes Jahr aufs neue schön, sie zu beobachten.

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