Interview mit 7 Bonsai-Experten: Über 30 Tipps für Anfänger

Die intensive Beschäftigung mit Bonsai erfordert viel Wissen über Biologie, Pflanzen, Pflege, Gestaltungstechnik, Kunst, Handwerk, praktischer Übung und noch viel mehr.

7 Bonsai-Experten - über 30 Tipps!

7 Bonsai-Experten – über 30 Tipps!

Wer sich zum ersten Mal damit beschäfftigt, wird zu Beginn, von der Themenvielfalt erst einmal überwältigt sein. Manche sind sogar überfordert? Wo soll man da Anfangen? Je mehr man sich mit dem Thema beschäftigt, umso mehr Fragen tauchen auf.

Da wäre eine grobe Marschrichtung von erfahrenen Bonsai-Experten, auf den Weg zum eigenen Bonsai, sehr hilfreich. Also habe ich in zahlreichen Büchern über Bonsai gesucht. Wenig habe ich dort gefunden! Lediglich in einem Buch von Johann Kastner gab es ein paar konstruktive Tipps für den Einstieg!

Auch im Internet gibt es nur den ein oder anderen Hinweis in Foren oder Bonsai-Homepages. Fragt man 5 Experten gibt es oft sehr unterschiedliche Antworten und diese auch noch wiedersprüchlich. Keine gute Basis für den Einstieg in das Hobby Bonsai-Baum.

Viele unerfahrene Besucher meinen, daß ich ein Experte in Sachen Bonsai sei. Das bin ich bei weitem nicht. Vielleicht habe ich etwas mehr Grundwissen als ein Bonsai-Einsteiger. Zu einem Experten gehört noch viel mehr Wissen über die vielen Fachbereiche und vor allem praktisches Wissen. Bei den praktischen Übungen habe ich noch enormes Entwicklungspotential. Das entsteht nur durch Üben, Üben und noch einmal Üben.

So reifte in mir der Gedanke, ein paar Experten zu befragen. Die Idee wurde konkretisiert und ich habe nun 7 Bonsai-Expertinnen und Experten interviewt. Da der Artikel relativ lange ist, liste ich zur besseren Übersicht die Bonsai-Experten zu Beginn alphabetisch auf.

Im Video werden die Bonsai-Experten kurz vorgestellt und die Top 8 Tipps von mir erläutert. Mehr Tipps und Infos über die Experten gibt es in diesem Artikel.

Hat euch das Video gefallen? Wenn ja, könnt ihr es mit dem folgenden HTML-Code auf eurer Homepage einfügen:

Inhaltsverzeichnis Bonsai-Experten Interview:

Wenn man auf die Namen der Bonsaiexperten klickt, gelangt man direkt zum Interview dieser Person. Die Facebook und and Homepage-Links führen in einem neuen Tab direkt zu dieser.

Die 3 besten Tipps für Bonsai-Anfänger?

Jeder Experte durfte maximal 3 Antworten geben. Ich weiß, es gibt noch viel mehr mögliche Antworten. Aber ich wollte die wertvollsten Tipps von den Bonsai-Fachleuten erfahren. Eine Frage und 3 Antworten. Bei 7 Experten ergibt das 21 Antworten. Überschneidungen sind dabei wahrscheinlich. Die häufigsten Tipps kann man durchaus als besonders wichtig und wertvoll einschätzen. In der Praxis sind es dann doch mehr Antworten und Tipps geworden! Warum? Weil einige Experten mehrere Tipps in eine Antwort gepackt haben. Dagegen spricht ja nichts, da wir ja viel wissen und lernen wollen.


Dieter Arndt

Dieter Arndt

Dieter Arndt beschäftigt sich seit über 40 Jahren mit Bonsai! In Deutschland gibt es derzeit wenige Bonsai-Experten mit solch umfangreichen praktischen Fachwissen.

Auf der Facebook-Seite von Dieter Arndt gibt es viele Bilder über Bonai zu bewundern. Wenn ihr die sehen wollte, schickt ihm einen Freundschaftsanfrage.

Da er bereits die Speicherkapazität auf Facebook erreicht hat, löscht er die älteren Fotos. Auch die Chronik ist nur von einem Monat.

Dafür gibt es fast täglich Neues auf seiner Facebook-Seite zu entdecken.

Bonsai-Lebenslauf von Dieter Arndt:

Bonsai faszinieren mich seit 1973 und von da bis Heute ist eine lange Zeit und ich war immer eine bunte Sau, die durchs Dorf getrieben wird. Es ist leicht zu erkennen, ich komme vom Dorf, 400 Einwohner, mehr Tiere als Menschen.

Also 1973 besuchte ich die Bundesgartenschau Hamburg, Planten und Blomen, und da standen sie plötzlich vor mir, so kleine krüppeliege Bäume, scheinbar uralt, von den Japanern ausgestellt, Hamburg das Tor zur Welt.

Ich war schon immer ein Tier und Pflanzennarr und so sprang ich auf diesen Zug. Es gab kein Internet und es gab kein Buch darüber. So fing ich damit an, Blumentöpfe mit Jungpflanzen zu bepflanzen, bis ich nähere Informationen kriegen würde.

Es dauerte Jahre, bis ein gewisser Horst Krekeler in der Gartenzeitung : Der Garten als Jungborn “ einen Artikel über diese Bäume schrieb, sie hießen Bonsai. Ich suchte über die Redaktion der Zeitung seine Nähe und wir wurden Freunde ein ganzes Leben lang. Ich war oft sein Drahter auf der Bühne. Er war dabei, in Heidelberg mit Paul Lesniewicz, Wolfgang Zimmer und Willi Benz ein Bonsaicentrum aufzubauen, es wurde mein Mekka! Mit einem Mal war alles das was ich in den Töpfen hatte richtiges Geld wert.

Dann lernte ich Horst Daute kennen, ich arbeitete in Hannover im Technischen Kaufhaus und er in dem “ Blumenladen“ die Palme an der Markthalle, wo wir unsere Mittagspause vertrödelten. Das waren für dieses Hobby Schübe, die man sich in der heutigen Zeit nicht vorstellen kann, wir konnten uns von Angesicht zu Angesicht unterhalten.

Der Bonsai Club gründete sich und es gab Fachzeitschriften, das Bonsai Magazin, mit den Berichten vom Bonsaigärtnermeister Jörgensen aus Hamburg-Blankenese. Später dann  ging der Redakteur, Horst Stahl,  zur Zeitung Bonsai Journal. Dort lernte ich meinen persönlichen Meister kennen, Wolf Dieter Schudde. Er sagte mir, was ich für einen Müll gesammelt habe, was ich inzwischen in Heidelberg für ganz Teuer und als Solitär gekauft hatte. Er hat viele meiner Pflanzen überarbeitet und dann in seiner Zeitung veröffentlicht. Er war schon ein Extremer und er war ein Streithammel. Reden war nicht seins, aber die Schreibfeder war spitz.

Ich lernte Frank Busch und Werner Busch kennen und fühlte mich in der ersten Bonsaischule in Enger sauwohl. Heike Zylke fing dort an als erster Bonsailehrling Europas. Michael Kros ging als Schüler an meiner Hand und Udo und Hermann Wollenhaupt  machten mit dem von mir gegründeten Arbeitskreis Lippe Südost vor über 30 Jahren die ersten Ausstellungen.

Der BCD schulte mich zum Bewerter und Berater. Da mußte ich wohl gar nicht so schlecht gewesen sein, den ich war in Bruchköbel Bewerter für die Bäume der Weltausstellung. Meine 1973 gesammelte Lindenjungpflanze war inzwischen ein Solitär geworden und nach Punkten die beste Bonsailinde Deutschlands.

Winter-Linde (Tilia cordata) von Dieter Arndt

Winter-Linde (Tilia cordata) von Dieter Arndt

Damit sie nach Mir eine Zukunft hat, habe ich sie, nachdem ich überall Preise eingeheimst habe, für 30 Jahre an Hermann Pieper verliehen und der hat mit ihr den Sonderpreis des Bonsaimuseums Düsseldorf bekommen und ist mit der Linde und einer Kastanie und noch einem Baum beim Bundespräsidenten Gauk in Berlin gewesen. Dort hat sie für eine Briefmarke und stellvertretend für alle Bäume Deutschlands gestanden. Ich glaube mehr kann man in einem Leben nicht erreichen.

Da ich mit meinen Bäumen gereift bin, und es mir Schwierigkeiten bereitet, große Bäume aus einem Tauchbecken zu heben, habe ich vor 10 Jahren angefangen Shohin zu pflegen. Das ist noch einen Zahn schärfer, aber auch da bin ich inzwischen sehr gut.

Bergulme (Ulmus glabra) von Dieter Arndt

Bergulme (Ulmus glabra) von Dieter Arndt

Im Laufe meines Lebens mochte mich das Fernsehen 7 mal leiden, das Letzte Mal im vorigen Jahr der MDR mit seiner Gartensendung, nach mir kam nur noch Herr Jecker, was für eine Ehre. Beim Rundfunk habe ich auch schon 5 mal eine Stunde lang das Programm gestaltet. Das letzte Mal im September diesen Jahres, der Udo und der Hermann Wollenhaupt und ich waren im Landesfunkhaus Hannover, das Beste am Norden, der NDR, eingeladen und haben für die Shohin Passion Reklame gemacht.

Auf unserer Shohin Passion waren dann Jürgen Stodt und ich, diejenigen, die Heike van Gunst den Bonsai Oskar zuerkannten. Danach unsere BCD Ausstellung in Künzell und schon sind wir wieder in der Gegenwart.

Meine 3 besten Tipps für Einsteiger:

  • Sucht den persönliche Kontakt mit Gleichgesinnten in einem Arbeitskreis oder im Bonsai Club Deutschland.
  • Dickenwachstum entsteht durch Längenwachstum. Wenn Ihr Euch so eine Stricknadel im Gartencenter gekauft habt, fragt nicht 2x im Jahr was soll ich nun machen, sondern pflanzt die für 10 Jahre frei in den Garten, schneidet sie jedes Jahr mit einer Heckenschere und fragt nach 10 Jahren, was wird nun?
  • Rettet keine Bäume aus einem Baumarkt, man steckt da soviel Zeit und Energie rein und am Ende habt Ihr doch nur so einen unnatürlichen Hungerhaken, und zu letzt:  Beginnt so früh wie möglich die Wurzeln zu ordnen, denn das ist am Ende das Schwierigste. Als ich mit Bonsai anfing wurde von sowas garnichts gesagt und wenn ich mir den Wurzelansatz meiner Kastanie Heute nach 40 Jahren ansehe, kann ich nur sagen, das hab ich nicht gut gemacht.
  • Wenn Ihr die Möglichkeit habt, einen Workshop zu buchen und Ihr habt das Geld und die Zeit, dann macht das. Es wird ein unvergesslicher Tag werden. Ich habe in Enger 30 Jahre lang jeden 1. Samstag im November mit einem großen Bonsakünstler verbracht, von Walter Pall bis Kevin Willson und von Udo Fischer bis Farrand Bloch. Es sind unvergessene Stunden

Marcel Drechsler

Marcel Drechsler

Marcel Drechsler ist mir als mehrfacher Gewinner des Bonsai-Fotowettbewerbes mit seinen eindrucksvollen Fotografien seiner Bonsai-Bäume in sehr guter Erinnerung. Der Fotowettbewerb ging Anfang 2011 zu Ende.

Seitdem sind ein paar Jahre vergangen. Wer seitdem den Werdegang seiner Bonsaibäume im Bonsai-Fachforum oder auf Facebook verfolgt hat, weiß welch großartigen Bäume Marcel in seiner Sammlung hat.

Er sammelt diese nicht nur. Nein, er versteht es auch sehr gut, seine Bäume zu einer höheren Reife zu gestalten und zu pflegen. In seinen Händen gewinnen die Bäume schnell an Ausstrahlung.

Bonsai-Lebenslauf von Marcel Drechsler:

Ich bin ein Bonsai-vernarrter Erzgebirger mit einer Affinität zu heimischen Laubbäumen.
Erste Berührungspunkte mit Bonsai gab es Mitte der 90er Jahre durch die klassischen Baumarktbonsai.
Die Initialzündung gab ein altes Buch aus DDR-Zeiten, daß ich durch Zufall in einer Bücherei entdeckt hatte: „Bonsai“ von Wilhelm Elsner. Paradoxerweise damals im „Verlag für die Frau“ herausgegeben.

Malus - Apfelbaum von Marcel Drechsler

Malus – Apfelbaum von Marcel Drechsler

2005: Frühe Gehversuche mit selbst ausgegrabenen Bäumen.
2008: Kauf erster „echter“ Bonsai bei Fachhändlern und Bau meines eigenen kleinen Bonsaigartens.
2009: Gründung des AK-Erzgebirge mit Yamadori-Touren und Workshops.
2010: Totale Infektion mit dem Bonsaivirus durch eine Ausstellung der Bonsaifreunde Mittelsachsen im Schloss Wildeck.    Eintritt in den BCD. Eintritt in den Mitteldeutschen Bonsai Regionalverband.
2011: Teilnahme an Workshops in Chemnitz
2012: Teilnahme an der ersten Regionalausstellung in Chemnitz. Mitglied bei den „Bonsaifreunden Mittelsachsen“. Erste Workshops mit Profigestaltern. Bau des neuen Bonsaigartens mit Platz für viele, viele neue Bonsai.
2014: Teilnahme an der ersten internationalen Bonsai-Ausstellung in Dresden/Pillnitz mit gleich 2 Nominierungen.
2015: Teilnahme an weiteren internationalen Ausstellungen in Vilnius, Pilsen und Manchester mit einer erneuten Nominierung.

Meine 3 besten Tipps für Einsteiger:

  • Grabt nicht blind Bäume in der Natur aus, oder kauft ohne Bedacht Bonsai bei Händlern. Schaut Euch die Kandidaten genau an, denn Ihr werdet (hoffentlich) eine lange Zeit miteinander verbringen. Bewertet die Bäume schon zu Anfang nach wichtigen Kriterien wie z.B. Vitalität, einem vielversprechenden Wurzelansatz und Stammbewegung. Stimmt einer dieser Faktoren nicht, werdet ihr nie einen Bonsai gestalten können, der euch auch noch in 10 Jahren Freude bereitet.
  • Wählt für den Anfang heimische Baumarten, wie Buchen, Birken oder Eichen. Diese verzeihen anfängliche Pflege- und Gestaltungsfehler besser als Bäume aus anderen Klimazonen. Bitte beachtet auch, dass ihr den Gehölzen auch Zuhause das Klima bietet, die sie in der Natur haben. Will heißen, stellt eine Rotbuche nicht im Wohnzimmer ans Fenster, sondern raus in den Garten! Übt euch auch an selbst ausgegrabenen Bäumen oder günstigen Pflanzen aus der Baumschule. Beobachtet wie sich der Bäum verhält und was er zum Überleben braucht.
  • Lernt durch die Natur. Geht hinaus in die Wälder und auf Wiesen und schaut Euch die Vorbilder für unsere Bonsai in der freien Wildbahn an. Zeichnet und studiert Gestaltungsformen, die Bäume auf natürliche Weise annehmen. Lasst Euch nicht von teuren Importbäumen irritieren – geht euren eigenen Bonsai-Weg.

Andrea Junger

Andrea Junger

Andrea Junger

Auf Andrea wurde ich über Facebook aufmerksam. In einer Bonsai-Gruppe präsentierte Andrea regelmässig Ihre Bonsai-Arbeiten. Sowohl Zeichnungen als Baumgestaltungen.

Ihre Zeichnungen von Bonsai haben mir sehr gut gefallen, deswegen habe ich ihr eine Freundschaftsanfrage auf Facebook geschickt. Diese wurde auch prompt akzeptiert. Inzwischen hat Andrea weltweit über 4600 Bonsai-Freunde auf Facebook!

Andrea ist eine sehr aktive Bonsaigestalterin. 2015 gewann sie den Neue Talent Wettbewerb in Fulda und vertritt Deutschland 2016 auf der europäischen Veranstaltung zum New Talent Contest.

Sie veranstaltet Workshops und macht Vorführungen über Bonsaigestaltungen.

Bonsai-Lebenslauf von Andrea Junger:

Meine „Verrücktheit“ in Sachen Bonsai begann vor 24 Jahren. Am Anfang stand Material in Form unzähliger Bonsai verschiedener Arten und Grössen, die mein damaliger Lebensgefährte samt Schale im Erdboden vergraben hatte, bis ich sie fand. Das Wissen über Bonsai holte ich mir anschliessend hauptsächlich über Bücher, Bonsai-Magazine und das Internet.

Leidenschaft und Wissensdurst liessen mich nicht mehr los und wuchsen von Jahr zu Jahr immer mehr. So begann ich 2010 in Arbeitskreisen mitzuarbeiten. Seit 2011 besuche ich regelmässig Workshops mit Marc Noelanders und anderen namhaften Bonsaigestaltern. Dadurch konnte ich meine Fähigkeiten in der Bonsaigestaltung wesentlich verbessern.

Juniperus chinensis von Andrea Junger

Juniperus chinensis von Andrea Junger

Am Neue Talent Wettbewerb des Bonsai Club Deutschland e.V. habe ich dieses Jahr teilgenommen und den ersten Platz erreicht. Ich gebe Workshops und Gestaltungsvorführungen. Das macht mir sehr viel Spass und macht mich auch ein wenig Stolz macht.

Meine 3 besten Tipps für Einsteiger:

  • Auswahl und Art des Bonsais. Die “ Einsteigerdroge“ mit schlechten Ruf sind Bonsais aus dem Garten-, Bau- oder Supermarkt, umgangssprachlich auch Baumarktbonsai genannt. Man sieht die Dinger mal durch Zufall („wie niedlich“), geht dran vorbei („nee, ist nix für mich“), schaut noch mal danach („vielleicht doch“),kommt dann irgendwann wieder (“ jetzt oder nie“), und kauft so ein Teil. Oder man bekommt es einfach geschenkt. Bei diesen Bonsais handelt es sch um Massenware aus Fernost, die mit Bonsaikunst nicht viel zu tun haben. Meines Erachtens sind die besten Möglichkeiten einen Bonsai zu erwerben und etwas über Bonsai zu erfahren, in einem Bonsai Fachgeschäft. Generell eignet sich jede verholzende Pflanze zu Bonsai, einige mehr, andere weniger.
    Für den Anfänger soll es dann aber schon eine Pflanze sein, die leicht zu pflegen, gut zu gestalten sowie schnittverträglich ist und dabei kleine Fehler verzeiht.
  • Beispiele Inspirieren. Ein Fehler vieler Bonsai Einsteiger und Anfänger ist: zu viele mittelmäßige bis schlechte Roh- und Jungpflanzen, statt weniger Exemplare mit Potenzial für die Bonsai Gestaltung.
    Zu viele Bonsai Liebhaber beschäftigen sich zu lange mit durchschnittlichem Rohmaterial das sie in relativ kurzer Zeit gefunden haben, anstatt viel länger zu selektieren und nur mit dem Besten vorlieb zu nehmen. Um Gehölze auszuwählen und sie zu Bonsai gestalten zu können, muss man die charakterischen Merkmale der Vorbilder
    und die möglichen Stilformen im Kopf haben. Eignen sie sich diese systematisch an. Fotos von Bonsais gibt es in Büchern , Illustrierten und im Internet. Der Besuch von Bonsaiausstellungen und Vorführungen ist eine große Hilfe. Reden Sie mit den Gestaltern. die wertvolle Hinweise geben können.
  • Praxis. Das Ziel stets vor Augen haben. Bei der Entwicklung eines Bonsais arbeitet man in kleinen Schritten und in kurzen Abständen, aber über einen langen Zeitraum.
    Dabei greift man immer ein, wenn eine Änderung der Wuchsrichtung erforderlich ist, wenn Korrektur der Form ansteht. Um das alles zu erlernen, empfehle ich aus meinen Erfahrungen: Bonsaifachbücher, Internet, Mitwirkung im Bonsai Arbeitskreis, Besuche bei Bonsai Events oder Gestaltungs-Vorführungen, Workshops für Einsteiger.Workshops dienen dazu, „Bonsai“ besser zu verstehen zu erlernen, d.h. die richtige Pflanze, der ideale Standort, die Pflanzenerde, das Gießwasser, die Nährstoffversorgung, richtiges Überwintern, Werkzeuge für Bonsai und nicht zuletzt das Erkennen von Krankheiten und Schädlingen. Die Arbeit an einem Bonsai setzt ständiges Lernen und Arbeiten voraus. Zunächst erscheint es wichtig, den Baum am Leben zu erhalten aber mit der Zeit will man mehr. Man will Einfluß nehmen auf die Gestalt und Form.

Uwe Krötenheerdt

Uwe Krötenheerdt

Uwe Krötenheerdt aus Linda ist für mich kein Unbekannter 😉

2011 war er einer der Hauptsponsoren, des von mir veranstalteten Bonsai-Fotowettbewerbes.

Auch 2 meiner Hainbuchen stammen aus seiner Bonsai-Baumschule in der er hervorragendes Rohmaterial im Feld kultiviert.

Die Hainbuchen waren damals 12 Jahre alt. Frisch aus dem Feld. Inzwischen sind beide Hainbuchen-Bonsai etwas älter und reifer geworden 😉

Bonsai-Lebenslauf von Uwe Krötenheerdt:

  • Ausbildung zum Baumschulgärtner
  • 1999 bis 2003 Bonsaibewerter des Bonsaiclub Deutschland e.V.
  • 1-jährige Fachschule zum Staatlich geprüften Wirtschafter im Bereich Gartenbau in Dresden-Pillnitz
  • 2002 abgeschlossene Meisterprüfung im Fach Baumschule
  • seit 1988 Beschäftigung mit Bonsai
  • seit 1996 gewerbliche Tätigkeit als Bonsai- und Gartengestalter
  • 2013 wurde der Bereich Gartengestaltung zu Gunsten der Bonsaisparte aufgegeben
  • Teilnahme an der Bundesgartenschau 2007 in Gera und Ronneburg ( 9 Medaillen)
  • 2008: Teilnahme am Crespi-Bonsai-Cup in Italien (Parabiagio)
  • 2009: ‘Preis der Jury’ bei der Deutschen Bonsaiausstellung in Erfurt
  • August 2009 TV-Auftritt in der MDR-Sendung ‘Aussenseiter-Spitzenreiter’
  • September 2009 Gastgestalter bei der Tschechischen Nationalausstellung in Decin
  • 2011: Gewinner des Sonderpreises der CBA anlässlich der Bonsai-Triennale in Pillnitz
  • 2013 und 2014: Titel ‚Bonsai des Jahres‘ des Mitteldeutschen Bonsai Regionalverbandes
  • 2014: 2 Preise zur Bonsai-Triennale in Dresden Pillnitz: – Sonderpreis der EBA (European Bonsai Association) und eine Nominierung
Bonsai Gefüllter Weissdorn (Crataegus 'Plena')

Bonsai Gefüllter Weissdorn (Crataegus ‚Plena‘)

Der Weissdorn wird von Uwe Krötenheerdt im Bonsaigarten Linda veredelt und wird seit 15 Jahren gestaltet!

Meine 3 besten Tipps für Einsteiger:

  • Sich möglichst mit Outdoors zu beschäftigen, da diese meist pflegeleichter sind.
  • Über 1-2 Jahre versuchen, möglichst preiswerte oder kostenlose Gehölze (z.B. Sämlinge vom Waldrand) in Gefäßen zu kultivieren, um Erfahrung zu sammeln.
  • Pflegeleichte und leicht zu gestaltende Laubgehölzarten für den Anfang auswählen (Ulme, Buche, Korkspindel, Ahorn ………..).

Roland Schatzer

Roland Schatzer

Roland Schatzer aus in Südtirol ist der Autor des ersten Shohin-Bonsai Buches in deutscher Sprache.

Die Basis für sein Buch sind über 20 Jahre praktische Erfahrung mit Bonsai-Bäumen.

Grund genug Roland zu diesem Interview einzuladen. Sein umfangreiches Wissen wird sicherlich manchen Bonsai-Einsteiger auf den rechten Weg bringen.

Das meine ich in Bezug auf seine 3 Tipps für die Einsteiger als auch sein fundiertes Wissen und Können, welches er in seinem Shohin-Buch vermittelt.

Bonsai-Lebenslauf von Roland Schatzer:

Schon als kleiner Junge hatte ich einen ersten Kontakt mit Bonsai, d.h. ich habe in einem Buch oder in einer Zeitung einige Berichte darüber gelesen. Darin stand beschrieben, wie Bonsai behandelt und entwickelt werden. Ich verstand damals nur Bahnhof – entweder ich war zu jung oder die Beschreibung war schlecht. Das Bild, das ich bekam, war, daß Bonsai zu kreieren, äußert schwierig, wenn nicht gar unmöglich ist und nur durch jahrelange Schule bei einem japanischen Bonsaimeister gelernt werden kann. Damit war das Thema für mich erst einmal abgeschlossen.

Im Frühjahr 1993 gab es eine Bonsaiausstellung bei uns in Brixen und voll Neugier besuchte ich diese Ausstellung. Die präsentierten Bonsai faszinierten mich sofort. Die Bäume waren für mich angreifbar, so real, fast normal. Und dann trafen wir eine Bekannte meiner Frau, die Mitglied im Bonsai Club Brixen und an der Ausstellung beteiligt war. Sie erklärte uns, was es mit dem Hobby Bonsai auf sich hat. Auch sie entwickelte Bonsai, auch sie konnte das. Für mich war dieser Gedankenblitz, dass sie selbst Bonsai entwickelt und das auch kann, wie der Start in ein neues Leben. Wenn sie „Bonsai“ kann, dann kann ich das auch lernen, dann ist es machbar, dann kann es nicht so schwer sein, wie ich in meinen schon vergessen geglaubten Erinnerungen annahm.

Acer palmatum Shohin von Roland Schatzer

Acer palmatum Shohin von Roland Schatzer

Die nächste Zeit probierte ich allerhand aus, verschlang verschiedene Bonsaibücher und wollte weiter, immer weiter. Den Anfang machte ich also allein. Schnell merkte ich jedoch, dass ich alleine nicht über meinen Horizont hinauskomme und niemand da war, der mir den Weg zeigt oder mit dem ich den Bonsaiweg gemeinsam beschreiten kann. Ich wußte zwar, es gibt den Bonsai Club Brixen, nicht unweit von mir entfernt. Aber anfangs glaubte ich, alleine weiter zu kommen. Im Herbst 1993 meldete mich dann meine Frau im Club an. Ich lernte dort viele gute Bonsaianer kennen und fing immer mehr Feuer. Die vielen Clubmitglieder halfen mir, in meiner Entwicklung weiterzukommen.

Ein nennenswertes Mitglied war damals Othmar Auer, inzwischen Inhaber eines Bonsaizentrums. Er war der Vorreiter im Club, er pochte immer darauf, gleich zu Beginn mit den Pflanzen das Richtige zu machen und auf die bestmögliche Qualität des zukünftigen Bonsai hinzuarbeiten. Er hat bei mir den Grundstein für mein Bonsaiverständnis gelegt. Sobald Othmar seine mehrjährige Schule anbot, war ich einer seiner ersten Schüler. Im Laufe der folgenden Jahre absolvierte ich auch einen großen Teil der „Scuola d`Arte“  der legendären Persönlichkeit Maria Teresa Volonterio aus Italien mit dem damaligen Lehrer Hideo Suzuki. Immer wieder kamen Demos, Seminare und Workshops bei den bekanntesten und besten Bonsailehrern dazu, unter anderem: Kunjo Kobajashi, Hideo Suzuki, Ando, Tomohiro Masumi, Hideo Massashi, Terakava, Salvatore Liporace, Giaccomo Pappalardo, Marco Invernizzi, Teunis Jan Klein, Mauro Stemberger, Valentin Brose, Sandro Segneri, Hartmut Münchenbach, Aurelio de Capitani und noch einige mehr. Durch die Vielfalt der Lehrer habe ich gelernt, offen für anderes zu sein, offen für weitere Ideen, auch wenn diese manchmal beim ersten Hinsehen unrealistisch erscheinen.

Die Highlights in meinem Bonsaileben waren meine zwei Japanreisen, 2010 und 2015. Dabei besuchten wir alles, was Rang und Namen in der Bonsaiwelt hat, von Kimura angefangen bis mehreren Kobajashis, mehreren Suzukis, Urushibata, Masumi Tomohiro, das gesamte Bonsaidorf Omyia mit Jamada, Hamano, Kato usw., das Bonsaidorf Kinashi mehr im Süden von Japan und zu guter Letzt den Privatgarten des legendären Daizo Iwasaki. Dieser schenkte uns 2010 einige Samen. Heute wachsen bei mir Mädchenkiefern und eine Wistarie aus diesen.

Mädchenkiefer (Pinus parviflora) Shohin von Roland Schatzer

Mädchenkiefer (Pinus parviflora) Shohin von Roland Schatzer

Alle, die bis hier her meinen Lebenslauf in Bonsai gelesen haben, haben wahrscheinlich gemerkt, dass Bonsai wirklich meine Leidenschaft, meine Passion ist. Allen wünsche ich bei ihren Bonsai diese Leidenschaft.

Fast hätte ich etwas Wichtiges vergessen: In den letzten Jahren schrieb ich ein Buch über Shohin, das ich als „Bonsai Shohin Passion“ in deutscher, englischer und italienischer Sprache veröffentlichte. In der Bonsaiwelt wird es sehr gut angenommen. Einige sprechen sogar von einem neuen Standardwerk für Shohin. Das soll jeder Leser für sich entscheiden.

Meine 3 besten Tipps für Einsteiger:

  • Erwerb von neuen Bonsai oder Rohpflanzen – In meiner eigenen Erfahrung und im Umgang mit vielen Bonsaianern habe ich gemerkt, dass das Auswählen der eigenen Pflanzen von fundamentaler Wichtigkeit ist. Dabei kommt es beispielsweise nicht unbedingt auf einen markanten, imposanten Stamm und perfekten Wurzelansatz an – denn das ist bekanntlich Geschmacksache (wie bei der Wahl des eigenen Lebenspartners) – sondern auf die Ausstrahlung, die die Pflanze auf einen selbst ausübt. Wenn ich irgendwo eine verkäufliche Pflanze sehe und ich sehe sie an, gehe weiter, komme wieder auf diese zurück, mache wieder meine Runde, schaue mir die anderen Bonsai an und dabei kehren meine Gedanken immer wieder auf diese eine Pflanze zurück. Dann ist das eine gute Ausgangssituation, um eine Pflanze zu erwerben. So sollte sich jeder vor dem Erwerb fragen: Willst Du, Bonsai/Rohpflanze mit mir ein Leben lang zusammen sein? Will ich das? Wollen wir zwei uns zusammen weiterentwickeln? Ist es mir der Mühe wert, mich um diese Pflanze zu kümmern? Um diese Fragen besser beantworten zu können, kann es helfen, sich weitere Fragen zu stellen: Was gefällt mir an diesem Baum? Was nicht oder überhaupt nicht? Was spricht mich besonders an? Welche Eigenschaften sind gut, welche weniger? Überwiegen die positiven Aspekte und Eigenschaften oder die negativen? Kann ich mit den negativen gut leben, weil die positiven so überwältigend sind? Was ist ausschlaggebend? Ist es eine qualitativ hochwertige Pflanze mit dementsprechendem Preis, muss ich noch genauer hinsehen. Wenn der mögliche Kaufgrund nur der günstige Preis ist, muss ich mich fragen, ist die Pflanze es mir wert, als Experimentierpflanze zu dienen? Oder kaufe ich besser eine einfache, noch günstigere Gartenpflanze mit der ich dieselben Erfahrungen und Versuche machen kann?Im Grunde ist es wie bei einem Paar, das im Begriff ist zu heiraten: Willst Du mit mir ein Leben lang verbringen? In guten und in schlechten Tagen? Am besten ist es, wenn sich zwei Augenpaare treffen und beide wissen sofort, wir gehören zusammen. Das klingt im ersten Moment vielleicht etwas befremdend, ist aber bei näherem Hinsehen durchaus angebracht.
  • Praxis, je mehr desto besser – Es ist gut, sich theoretisches Wissen aus Büchern und bei Bonsaivorträgen bzw. Demos anzueignen. Das praktische Hand-Anlegen am Baum bringt jedoch erst die notwendige eigene Reife. Je mehr der Anfänger an den Pflanzen übt, desto schneller kommt er weiter. Es macht die Regelmäßigkeit, Beständigkeit und Beharrlichkeit aus,  wie bei allem im Leben. Ein Anfänger kann dann gut drahten, sobald er „tausend“ Bäume gedrahtet hat. Nun kann nicht jeder 1.000 Bäume besitzen. Aber jeder kann an abgeschnittenen Ästen von Bonsai oder auch in der Natur üben. Nur Übung macht den Meister. Dabei kann jeder so weit gehen, wie er es selbst für richtig hält. Ob ein Bonsai oder tausend, das muss jeder selbst entscheiden. Klarerweise ist ein Bonsaianer mit wenigen Bäumen nicht so gut im Vergleich zu einem, der sehr viele hat. Das ist wie bei Karate. Ich praktiziere schon seit meinen Oberschuljahren mit einer Unterbrechung regelmäßig Karate. Am Anfang kann ich eben noch nicht viel, ich bin ja Anfänger, aber mit der Zeit lerne ich automatisch dazu. Das Einzige, was ich tun muss, ist am Ball bleiben und immer wieder weitermachen, egal was da kommt. Und das kann wirklich jeder. Mit der Zeit werde ich automatisch gut. Für die Arbeit mit den Bäumen gilt meiner Meinung nach noch: Es ist besser, etwas Falsches zu machen, als gar nichts zu tun. Z. B. ist es besser, einen Baum irgendwie zu drahten, als überhaupt nicht. Ein gebogener Ast oder Stamm ist später leichter mit Bewegungen zu formen und in ein Gesamtbild zu integrieren, als ein gerader. Ein Anfänger ist manchmal damit überfordert, eine klare Gestaltungsidee für einen Baum zu haben. Meiner Meinung nach wird das in der Bonsaiwelt überbewertet und ist auch nicht notwendig. Ich glaube nicht, dass bei einem Sämling, bei einer Gestaltung bzw. beim täglichen Arbeiten am Baum, beim Entwickeln, der Gestalter von Anfang an eine klare Idee und Vorstellung vom künftigen Baum haben muss. Wenn er eine ungefähre Idee oder Ahnung hat, wohin der Weg führt bzw. was er will, dann genügt das. Mit der Zeit „sagt“ einem der Baum selbst, was aus ihm werden soll, bzw. kristallisiert sich der Weg wie von alleine heraus.
  • Bonsai arbeiten mit einem oder mehreren Gleichgesinnten – Alleine an den eigenen Bonsai zu arbeiten macht nicht so viel Spaß. Das praktische Wissen, die Fertigkeit und die Erfahrung muss dabei aus einem alleine entstehen. Zielführender ist es, mit Gleichgesinnten dem eigenen Hobby nachzugehen. Das kann bei Workshops unter der Leitung von erfahrenen, guten Bonsaifachleuten sein, bei Treffen von Arbeitskreisen oder Bonsai Clubs oder auch nur zu zweit oder zu dritt zu Hause im Keller. Am besten ist natürlich ein Mix von allem: aktives Mitglied in einem Arbeitskreis bzw. Bonsaiclub mit Treffen ein bis zweimal monatlich, jährlich ein bis zwei Workshops mit einem guten Bonsailehrer (auch nicht Profis können hervorragende Lehrer sein) und dann häufigere Treffen mit einem oder mehreren Bonsaifreunden. Jeder kann sich das aufbauen und organisieren. Ich  z. B. arbeite mit meinem Freund Oskar jeden Mittwoch das gesamte Jahr hindurch an unseren Bäumen, bin Mitglied (und auch Vizepräsident) im rührigen Bonsai Club Brixen, in Südtirol, und besuche einige Male im Jahr einen Workshop mit den besten Bonsaiprofis. Dabei sollte meiner Meinung nach die Kontinuität bei einem guten Lehrer den Grundstock legen und die Abwechslung zwischen den Lehrern Vielfalt und Kreativität fördern und den eigenen Horizont erweitern. Mit der Zeit merkt man, dass aus den Gleichgesinnten gute Freunde geworden sind und wir alle eine große Bonsaifamilie sind.

Michael Tran

Michael Tran

Michael Tran ist seit 2010 als selbstständiger Bonsaigestalter, Veranstalter und Händler tätig.

Es ist gut zu sehen, daß sich auch jüngere Menschen intensiv mit Bonsai befassen.

Inzwischen hat er zahlreiche Bonsaigestaltungen in einigen Fachmagazinen veröffentlicht.

Seine Baum-Gestaltungen bezeichne ich als großartig. Seine Bonsai strahlen eine große Aura aus.

Ein paar seiner Tipps wird er uns im Interview verraten.

Ich freue mich sehr, das Michael am Interview teilnimmt!

Bonsai-Lebenslauf von Michael Tran

Jahrgang 1982.
Studium der Chemie in Heidelberg.
Seit 2010 Geschäftsführer von Minoru Bonsai.

Michael Tran gehört zu den jüngeren Bonsaigestaltern in der deutschen Bonsai-Szene. Seit 2010 betreibt er das Unternehmen Minoru Bonsai.

Inzwischen befindet sich Minoru Bonsai in Neckargemünd. Dort hat Michael vor einigen Jahren eine alte Gärtnerei übernommen und diese komplett als Bonsai-Gelände umgebaut. Die Location kann auch für Veranstaltungen mit asiatischen Ambiente gebucht werden.

Fichte gestaltet von Michael Tran - Copyright Foto: Marco Rämisch

Fichte gestaltet von Michael Tran – Copyright Foto: Marco Rämisch

Einige seiner großartigen Bonsaigestaltungen hat Michael Tran sehr anschaulich dokumentiert und in Fachmagazinen veröffentlicht.

Wacholder von Michael Tran - Copyright Foto: Bernd Siebold

Wacholder von Michael Tran – Copyright Foto: Bernd Siebold

  • Bonsai Inspiration 2013 im Bonsai Focus #59
  • Larch Task – Refine A Larch 2011 im Bonsai Focus #48
  • Eine kräftige Eibe 2011 im Bonsai Focus #47
Kiefer von Michael Tran - Copyright Foto: Marco Rämisch

Kiefer von Michael Tran – Copyright Foto: Marco Rämisch

  • Gin On The Rocks 2011 im Bonsai Art #106
  • Wild and Dynamic 2010 im Bonsai Focus #46
  • The Indecisive Pine 2010 im Bonsai Focus #44

Meine 3 besten Tipps für Einsteiger:

  • Kauft euren ersten Bonsai nicht beim Fachhändler und erst recht nicht im Gartencenter oder Baumarkt, schließt Euch einem Arbeitskreis an (Es gibt weit mehr Arbeitskreise als Händler in Deutschland) und fragt dort die älteren Mitgliedern ob Sie evtl. einen Baum/ Rohling abzugeben haben. Die meisten freuen sich Ihre überzähligen Baumprojekte an jemanden weitergeben zu können, der ernsthaftes Interesse am Thema hat. Am Besten geht Ihr zu den Treffen und wendet Euch an die Person, deren Bäume euch am besten gefallen. (Nicht notwendigerweise die Person die am lautesten Ratschläge gibt – Der gutgepflegte Baum sagt mehr als Tausend Worte). Auf diese Weise bekommt ihr in der Regel gute, gesunde Bäume, die lang gepflegt wurden und euch nicht vor dem Hintergrund des Geld Verdienens verkauft werden. Oftmals wird gutes Anfängermaterial an dem geübt werden kann, an ernsthafte Interessenten sogar verschenkt.
  • Bonsai ist der zivilisierte Baum. Zivilisiert und schick kann der Baum nur sein, wenn er nicht hungert, nicht dürstet und er bei voller Gesundheit ist. Deshalb, fangt nicht mit kleinen Bäumen in kleinen Schalen an. Größere Bäume haben mehr Reserven und stecken Pflegefehler eher mal weg als kleine Bäume. Die Gesundheit und Vitalität der Pflanze sind Grundvorraussetzung für das Dasein des Baumes als Bonsai. Bevor ans Gestalten gedacht wird sollte die Sache mit der Pflege passen.
  • Holt Euch das Basiswissen aus Büchern, von Freunden und Workshops, aber nutzt auch die Möglichkeiten der sozialen Medien, um einen Einblick in den Internationalen Stand von Bonsai machen zu erhalten. Kokufu-Ten, Noelanders Trophy,, Artisans Cup sind der „Superbowl“ des Bonsai. Sich daran zu orientieren ist nicht schlecht.

Heike van Gunst

Heike van Gunst

Heike van Gunst ist mir sehr gut aus dem Bonsai-Fachforum bekannt.

Heike ist Gründerin des AK Hamburg & Umland.

Im eBook Bonsai: Ein Leitfaden für Anfänger hat sie an einigen Pflegeanleitungen und an den Auswahlkriterien für Bonsai mitgewirkt.

In der Fachzeitschrift Bonsai-Art gehört Sie zu den Stammautorinnen.

Auf der Homepage von Bonsai Empire stammen einige Artikel aus ihrer Feder. Auch an der deutschen Übersetzung, dieser internationalen Bonsai-Seite, hat sie mitgewirkt.

Wer das Bonsai-Fachforum bereits kennt, wird sicherlich auch ihre sehr gekonnt umgesetzten Bonsai-Gestaltungen kennen? Wer das Bonsai-Fachforum noch nicht kennt, sollte sich dort unbedingt anmelden.

Bonsai-Lebenslauf von Heike van Gunst:

Von früher Kindheit an war ich sehr an Pflanzen interessiert und hortete Kakteen und Grünpflanzen aller Art in meinem Kinderzimmer. Als ich den ersten Bonsai als Dekoration in einem Möbelgeschäft sah, war ich völlig fasziniert und äußerte als Wunsch zu Weihnachten und Geburtstag immer wieder (vergeblich) einen Bonsai.

Kurz vor Weihnachten 1981 versuchte ich es mit „Bonsaisamen“, die Sämlinge starben alle und dann kam das erste Buch. Anschließend wurden eifrig Jungpflanzen gesammelt und ihre Pflege und Gestaltung ausprobiert. Mit den damals erhältlichen Büchern und Magazinen, einem Arbeitskreis und vielen eigenen Versuchen versuchte ich, meine Bäume voranzubringen.

Bonsai Blauregen (Wisteria)

Bonsai Blauregen (Wisteria)

Ab Mitte der 90er Jahre bekam meine Bonsai-Leidenschaft durch den zufälligen Fund von Yamadori in Schweden und nicht zuletzt durch die inspirierende Lektüre der „Bonsai-Art“ eine erhöhte Intensität.

Weitere Meilensteine waren für mich die Entdeckung des Bonsai-Fachforums 2005 und die Gründung des AK Hamburg & Umland 2007, die zu vielfältigen neuen Möglichkeiten des Lernens führten.
Mittlerweile pflege ich viele Kontakte zu Bonsaileuten im In- und Ausland und arbeite für die Fachzeitschrift „Bonsai-Art“.

Meine 3 besten Tipps für Einsteiger:

  • Suche Dir einen guten Bonsailehrer und gehe zu Workshops anstatt unbedarft alleine loszulegen.
  • Schaffe Dir nur Pflanzen an, denen Du die richtigen Haltungsbedingungen bieten kannst (vorher informieren!).
  • Finde frühzeitig eine praktikable Lösung für die Bewässerung in Deiner Abwesenheit (Arbeit, Urlaub)

Zusammenfassung der Interviews mit 7 Bonsai-Experten

Mein Dank geht an alle 7 Bonsai-Experten für ihre aktive Teilnahme an dem Interview!
Danke das ihr die Zeit dafür aufgebracht habt!

Seit über 7 Jahren blogge ich nun über Bonsai. Dieses Interview hat nach dem Bonsai-Fotowettbewerb am zweitmeisten Zeit benötigt. Rund 4 Monate Vorlaufzeit war dafür erforderlich! Es war nicht einfach 7 Bonsai-Experten zu einem Interview zu bewegen. Umso mehr freut es mich jetzt, daß es doch noch geklappt hat!

Danke an die glorreichen 7 Bonsai-Experten!

Wow! Wer alles am Stück gelesen hat wird über manches erstaunt sein!

Einige Tipps wurden mehrfach genannt. Andere Tipps wurden unterschiedlich eingeschätzt. Manche Experten empfehlen für den Einstieg günstige Pflanzen. Jungpflanzen, Rohlinge oder günstige Bonsai. Für die ersten Übungsschritte. Andere empfehlen gleich auf hochwertiges Pflanzenmaterial zu achten, damit man es bei der weiteren Gestaltung einfacher hat.

Vermutlich ist beides richtig?

Jeder hat hier seine eigenen Erfahrungswerte. Jeder hat diese Erfahrung gemacht. Deswegen haben auch beide recht. Es gibt kein richtig oder falsch. Manchmal führen verschiedene Wege zum Ziel. So auch bei dem Einstiegsthema. Sowohl mit günstigen Pflanzen als auch mit Pflanzen mit sehr guten Grundelementen für die Bonsaigestaltungen kann man seine ersten Erfahrungen in der Bonsaiwelt sammeln.

Die am häufigsten genannten Tipps habe ich in einer Hitliste zusammen gefaßt.

Die Top 8 Tipps für Bonsai-Einsteiger:

  • Persönlicher Kontakt zu erfahrenen Bonsai-Fans in Arbeitskreisen
  • Teilnahme an Workshops
  • Vor dem Bonsai-Kauf die Pflanze genau auf möglichst viele positive Auswahlkriterien prüfen. Qualität geht vor Quantität
  • Üben, üben und noch einmal üben. Am besten an Rohmaterial oder anderen günstigen bis mittelpreisigen Pflanzen.
  • Keine Baumarktbäume bzw. Supermarktbäume kaufen
  • Am Anfang mit heimischen Bäumen beginnen, da diese meist pflegeleichter in unserem Klima sind.
  • Grundwissen aus Büchern
  • Grundwissen aus dem Internet

Das sind alle Tipps der 7 Bonsai-Experten, welche mindestens 2x genannt wurden.

Optisch aufbergeitet gibt es die Tipps auch als Infografik. Nicht in diesem Artikel. Der ist schon sehr lange geworden. Zur Infografik: 8 Top Tipps für Bonsai-Einsteiger.

Lest ruhig alle Interviews durch. In den 3 Antworten von jedem Bonsai-Experten stehen weitere hilfreiche Hinweise. Viele Antworten beinhalten mehr als einen Tipp. Manche Antworten sind sogar mit zahlreichen Tipps gespickt. Es lohnt sich also alles durchzulesen.

Auch ich konnte vieles dazu lernen. Manches davon werde ich in naher Zukunft auch für meinen Bonsai-Weg umsetzen.

Die Top 8 Tipps sind ein guter Hinweis für einen effizienten und zügigen Einstieg in die Materie Bonsai. Das ist aber nur ein Anfang. An Hand der Interviews gibt es sicherlich noch viele weitere hilfreiche Hinweise.

Ich wünsche nur allen Bonsai-Einsteigern viel Spaß und Erfolg auf dem Weg zum Bonsai-Baum!

Liebe Grüße

Euer Bernd

4 Kommentare zu Interview mit 7 Bonsai-Experten: Über 30 Tipps für Anfänger

  1. Andrea Junger schrieb:

    Hallo Bernd….hast du suuuper gemacht…grosses Dankeschön an Dich..😀👍👍👏👏👏👏

  2. Bernd Schmidt schrieb:

    Hallo Andrea,

    danke für dein Lob 😉

    LG
    Bernd

  3. Heinz schrieb:

    Echt klasse Artikel !

  4. Roland Schatzer schrieb:

    Hallo Bernd,
    auch auf diesem Wege ein Kompliment an die überaus gute und wertvolle Initiative. Auch ich lerne immer noch dazu und habe alle Meinungen durchgelesen. Das kann ich allen Lesern empfehlen.
    Schöne Grüße aus Südtirol
    Roland

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