Bonsai spannen

Je nach Baumart haben ältere Äste bereits eine gewisse Steifigkeit erreicht, so daß man diese kaum noch drahten kann, da sich die Wuchsrichtung kaum noch ändern würde bzw. sogar die Gefahr bestünde das der Ast bricht oder beschädigt wird!

[ad#google-text-468-15]Und bis ein neuer Ast an vergleichbarer Stelle aufgebaut wäre, würden je nach Größe ein paar Jahre vergehen.

Mit dem spannen will man einen Ast etwas nach unten biegen. Dazu wird der gewünschte Ast mit einem dünnen Draht oder einer Schnur in die gewünschte Richtung gezogen.

Das andere Ende der Schnur bzw. des Drahtes wird am Topf oder einem anderen Ast befestigt. Damit keine Druckstellen im Holz entstehen wird ein kleiner Kunststoffschlauch über den Draht oder die Schnur gezogen. So verteilt sich die Zugkraft und es entsteht keine Druckstelle in der Rinde.

Solche Kunststoffschläuche gibt es teilweise im Bonsaifachhandel. Eine kostengünstigere Alternative ist ein Luftschlauch im Aquarienfachhandel oder eine alter Schlauch von einem Reifen!

Hat der Ast die gewünschte Neigung angenommen wird der Spanndraht bzw. die Schnur wieder entfernt.

Grundwissen – Gestaltung

Über Bernd

Bei der Beschäftigung mit Bonsai kann ich entspannen und abschalten. Auf diesem Blog möchte ich Anfängern mein bescheidenes Grundwissen über Bonsai verständlich rüber bringen.

6 Kommentare zu Bonsai spannen

  1. shari schrieb:

    Halli
    also dieses spannen von den Ästen habe ich mal bei einem Bekannten gesehen. Hatte mich mal gewundert, dass er seine Bonsais quasi angebunden hatte *lach
    die Bonsaischalen standen auf einer Holzplatte und an den kleinen Ästen hatte er Baumwollfäden gespannt und die auf der Holzplatte festgeheftet.
    Damit der Baumwollfaden nicht den Ast abschnürt, benutzte er quasi eine kleine Manschette und daran war der Faden befestigt.
    So formte er seine *windgepeitschten* Bonsais.
    Ich bin ein totaler Fan von den Windgepeitschten, sie vermitteln mir, als stände ich bei Sturm auf dem Deich oder einem Berggipfel 😉

  2. Sebjin schrieb:

    Hallo
    Da der Baum mit den ganzen Schnüren doch etwas albern aussieht wollte ich mal fragen:

    Wie lange müssen die Äste denn gespannt bleiben? Bzw. wie lange dauert es bis sie sich nicht mehr zurück verformen? (bei einem Ficus retusa)
    Gibt es da eine bestimte Dauer oder muss ich das immer wieder testen, indem ich die Schnur löse? Oder gibt es eine Dauer die ich aufjedenfall warten muss/kann bevor ich die Schnüre löse, da in dieser Zeit die Äste keinesfalls so fest geworden sein können, dass sie sich nicht mehr zurück biegen.?

    Danke

  3. Bernd schrieb:

    @ Sebjin
    Das Spannen von Ästen ist eine Möglichkeit für die Gestaltung eines Bonsai. Sozusagen ein Teil der Gestaltung auf dem Weg zu einem Bonsai.

    In manchen Situationen geht es nicht ohne, auch wenn es vorübergehend nicht so toll aussieht.

    Pauschale Aussagen über die Dauer des Äste spannens sind nicht mögich, da dies von der Art, Alter, Jahreszeit und Dicke der Äste abhängt.

    Aber das kann man einfach feststellen, da man beim entspannen ja sieht ob der Ast in Form bleibt oder sich in eine andere Richtung bewegt. Bleibt er in Form, braucht man vorläufig nicht mehr Spannen.

    Verändert er seine Form, sollte man weiter Spannen.

    Bei manchen Bäumen reichen bereits 2-3 Monate aus. Bei anderen Bäumen wie Fichten kann es selbst nach 2 Jahren noch nicht ausreichen.

  4. Kleinbonsai schrieb:

    Wenn man Bonsai von kleinauf zieht,hat man dieses Problem recht selten 🙂

  5. Bernd schrieb:

    @ Kleinbonsai

    Bis auf ein paar Ausnahmen mag das stimmen.
    Dazu muss man aber wissen wann man was und wie stark drahtet, spannt oder schneidet.

    Oft setzt man das spannen auch bei weit entwickelten Bonsai ein um ein ausgewogeneres Gleichgewicht der Aststrukturen zu bekommen. Schliesslich wachsen ja unsere Bäume und geraten dadurch auch schnell mal aus der Form. Da ist das Spannen oft die schonenste Art der Korrektur.

  6. André schrieb:

    @kleinbonsai

    Das mag bei Besenformen stimmen, jedoch ist durch den von der Natur bei den meisten Planzen vorgegebene Wuchs gen Himmel fast immer eine Korrektur möglich. Vor allem wenn man Seitenäste gestaltet. Und gerade bei Jungpflanzen, die ein schnelles Dickenwachstum, also hohe Einwachsgefahr des Drahtes, aufweisen, ist das Herunterspannen eine risikofreie Alternative. Das wächst nicht so schnell ein. Merke ich gerade bei meinen halbjährigen Sämlingen… Da muss der Draht oft abgenommen werden und andersrum gewickelt werden, damit er nicht einwächst. Spannen wäre da sicherlich besser-

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