Moose – ein kleiner Exkurs – Teil 1

Bereits vor ein paar Tagen habe ich angekündigt, daß Vincent Staat diesen Blog, als Autor, mit seinen Artikeln unterstützen wird.

[]Heute gibt es den ersten Bericht. Vincent studiert Biologie und wird den Blog durch sein Fachwissen hervorragend ergänzen. Nun aber zu seiner Ausführung über Moose.

Moose werden zur Begrünung der Substrat-Oberfläche auch oft in der Gestaltung eines Bonsai eingesetzt. Das Wissen über Moose ist aber bei vielen Bonsaigestaltern meist sehr oberflächlich. Ich schließe mich hier nicht aus. Diese Wissenslücke, möchte Vincent mit einer kleinen Artikel-Serie über Moose reduzieren.

Moose – ein kleiner Exkurs von Vincent Staat

Vielen sind Moose ein Begriff und jeder kann grob ein Moos beschreiben. Allerdings werden viele Pflanzen mit Moosen in einen Topf geschmissen und haben mit diesen eigentlich nicht das geringste zu tun.

So wäre hier das Spanische Moos, welches zu den Ananasgewächsen (Bromeliaceae) gehört oder auch das Islandmoos, welches eigentlich eine Flechte ist.

Doch was ist nun genau ein Moos?

Um dieses genauer klären zu können, müsste man sich die anatomischen Besonderheiten erst einmal genauer ansehen. Zunächst einmal zählen Moose zu den Sporenpflanzen.

Nun gut, das ist noch keine wirkliche Besonderheit, Farne vermehren sich immerhin auch über Sporen. Allerdings war dies lange Zeit nicht bekannt, weswegen Generationen von Botanikern verzweifelt nach der Moosblüte gesucht haben. Aber das sei mal nur am Rande erwähnt …

Bonsai mit Moos

Kommen wir nun zu den wirklichen Besonderheiten. Da wäre als erstes zu nennen, daß Moos auf nahezu jedem Substrat wachsen kann, angefangen von einfachem Boden bis zum Turnschuh. Dies liegt daran, daß ein Moos keinerlei Wurzeln ausbildet, sondern Rhizoide oder auch Würzelchen, welche nur als Halteorgan dienen und keiner Nährstoffaufnahme.

Nun findet man ähnliche Organe auch bei den Epiphyten, also kein guter Anhaltspunkt. Gehen wir weiter; Moose nehmen ihre Nährstoffe über das Regenwasser auf. Nun werden einige natürlich sagen „Klar, wie ein Epiphyt, der braucht auch Regen…“ Und auch das stimmt wieder.

Also was macht ein Moos nun so besonders?

Die Antwort liegt in ihrer Überlebenstaktik! Moose zählen zu den wechselfeuchten Organismen, d.H., daß ein Moos vollständig ausgetrocknet werden kann, über Monate, Jahre bis Jahrzehnte oder stellenweise auch Jahrhunderte in diesem scheintoten Zustand überdauert und bei der ersten Berührung mit Wasser, sei es durch Regen, Tau oder auch nur eine hohe Luftfeuchtigkeit, wieder vollkommen unbeschädigt zum Leben erwacht. Während dieser Zeit kommen sämtliche Stoffwechselprozesse vollkommen zum erliegen. Die Wasseraufnahme erfolgt danach über die gesamte Pflanzenoberfläche per Osmose, da Moose keinerlei spezialisierten Organe dafür ausbilden, im Gegensatz zu den Epiphyten oder andere Sprosspflanzen.

[ad#co-1]Und genau das macht Moose so erfolgreich! Wo andere Pflanzen feuchte Erde brauchen, lange Wurzeln bilden, Wasserbahnen anlegen, einen genau abgestimmten Nährstoffbedarf haben usw., braucht ein Moos einfach nur einen Untergrund und ab und zu ein wenig Wasser, mit einem absoluten Minimum an Nährstoffen. Dadurch ist es ihm möglich, die feuchten Subtropen zu besiedeln, die chinesischen Nebelwälder, aber auch felsige Wüsten oder eben einfach nur den im Garten vergessenen Turnschuh …

In meinen nächsten Artikeln möchte ich nun weiter erläutern welche Vor- und Nachteile diese Besonderheiten für den Bonsailiebhaber bergen, so wie Moose am besten Kultiviert werden.

Ein Kommentar zu Moose – ein kleiner Exkurs – Teil 1

  1. Alexander schrieb:

    Dann freu ich mich mal schon im voraus.
    Vor Wochen, habe ich aus dem Wald einige Moose besorgt und diese getrocknet.
    Gruß

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