Abmoosen Zelkova serrata – Update

Liebe Bonsaifreunde,

[ad#google-text-468-15]das Abmoosen der Zelkove hat teilweise geklappt. Der Nebenast konnte abgeschnitten werden, bei ihm hatten sich genug Wurzeln gebildet.

Ich hatte dies bemerkt, weil der Ast auf einmal gelbe Blätter bekommen hatte. Dies war ein Zeichen von Trockenheit, der kleine Topf konnte nicht genug Wasser speichern, als die jetzt neu entstandene Pflanze gebraucht hat.

Also musste der Ast von neuen Wurzeln versorgt werden, nicht von den Alten unten in der großen Schale! Dort war es immer feucht genug.
Mit großer Anspannung entfernte ich den Topf:

Ulme vor dem Abmoosen

Ulme vor dem Abmoosen von oben

Entfernen des Kunststofftopfes

Ast der abgemoost wird

Abgemooster Ast einer Ulme

Leider hat es beim oberen Teil nicht geklappt, hier war die abgerindete Stelle zu schmal, so dass sich ein Wundkallus als Brücke bilden konnte!

Hab ich eigentlich gewusst, aber nicht richtig umgesetzt! Also habe ich kurzerhand weiter oben nochmals einen breiteren Streifen abgeschnitten, zusätzlich habe ich einen Draht herum gespannt, in der Hoffnung, dass die Zeit zum Oktober hinein für neue Wurzeln noch ausreicht. Es wird knapp! Wenn nicht, stelle ich den Baum in den Keller, wo ein Klima herrscht, dass den Baum auch im Winter das überleben mit der Wunde sichern sollte. Ein Hormon zur Unterstützung der Wurzelbildung sollte eigentlich helfen, im Zeitplan zu bleiben.

Ulme mit oberer Abmoosstelle

Ulme mit entrindeter Stelle

Bis bald, wünscht mir Glück!

André

18 Kommentare zu Abmoosen Zelkova serrata – Update

  1. Bernd schrieb:

    Hallo André,

    gratuliere zum gelungenen Abmoosen!

    Im oberen Teil hast du ja jetzt alle Register gezogen. Mit Draht auch noch den Saftrückfluss unterbunden, damit aus der Not heraus schneller Wurzeln gebildet werden.

    Bim mal gespannt ob sich dieses Jahr noch etwas entwickelt?

    Ich wünsch dir viel Erfolg dabei!

  2. André schrieb:

    Danke Bernd,

    merke aber schon, wie es mit der Kälte gerade umschwingt, alle Bäume das Wachstum drosseln!
    Hoffentlich war ich nicht zu mutig!

  3. Vincent schrieb:

    Sieht wirklich sehr gut aus, muss ich auch sagen. Zur Not kannst du für den oberen Teil evtl. noch die Wachstumsperiode ein wenig mit der entsprechenden Beleuchtung und Temperatur strecken, um dir einen Monat extra zu verschaffen.

  4. André schrieb:

    Danke Vincent, das ist eine hervorragende Idee 🙂

    Ich habe gelesen, daß die optimale Abmoostemperatur 20-24 °C betragen soll, mal schauen ob ich das hinbekomme…

  5. Vincent schrieb:

    Du brauchst noch nicht einmal so hohe Temperaturen. Das Wurzelwachstum von Pflanzen findet auch noch bei Temperaturen unter 20°C statt. Von daher kannst du deine Zelkove in eine leichten Ruhezustand versetzen, dennoch die Abmoosung fortsetzen und musst dir keine Sorgen machen, die Pflanze zu sehr zu stressen und dadurch evtl. einen Schaden zu riskieren.

  6. Kleinbonsai schrieb:

    Aber kommt es nicht auch auf die Luftfeuchtikeit an?Und ist die Pflanze nicht schon durch die bisherige Abmoosung geschwächt?Meiner Meinung etwas riskant…

  7. Bernd schrieb:

    Ich hätte mit dem zweiten Abmoosversuch auch bis nächstes Frühjahr bzw. Sommer gewartet.

    Da sich die meisten Laubbäume bereits jetzt auf den kommenden Winter einstellen, erfolgt ja kaum noch Neuaustrieb. Ähnlich dürfte es mit dem Wachstum neuer Wurzeln sein? Ausser die Zelkove hat ihr Hauptwurzelwachstum im Herbst?

    Trotz meiner Zweifel wünche ich André viel Erfolg!
    Vielleicht kann er uns mit dem Beispiel ja eines besseren belehren?

  8. André schrieb:

    Da die Blätter im Herbst/Winter die Nahrungsmittelproduktion einstellen, und der Säftetransport von den Blättern zur Wurzel in dieser Jahrezzeit ohne Laub generell nicht vorhanden ist, dürfte es dem Baum nicht schaden.
    Kann sein daß er jetzt keine Wurzeln bildet, dafür aber im Frühjahr damit anfängt.
    Die in den Wurzeln gespeicherten Nährstoffe können durch den Weg durch das Splinzholz zur Knospenbildung im Frühjahr verwendet werden.

    Aber warten wäre sicherlich die sicherste Variante gewesen, ich möchte aber auch immer wissen, was möglich ist. Mal gucken ob ich recht behalte oder eben nicht. Theoriern werden durch Praxis bewiesen…

  9. André schrieb:

    Ich habe mal eine Frage an Vincent:

    Ist es wirklich so, daß die neue Pflanze, sobald sie neue Wurzeln hat, anfängt diese zur Versorgung einzusetzen? Werden die Saftbahnen des Splintholzes dann, sofort nach der neuen Wurzelbildung, zu den neuen Wurzen umgeleitet? Damit sie gleich autark ist? Oder wird der abgemooste Pfanzenteil trotzdem noch durch den alten Wurelballen versorgt, bis sie kompett getrennt ist? Wie ist die Reihenfolge?
    Danke für´s erklären 🙂

  10. Vincent schrieb:

    Recht simpel, so lange noch eine Verbindung zu den alten Wurzeln herrscht, versorgen diese den abgemoosten Teil auch immer noch mit Wasser und Elektrolyten. Mit zunehmender Alterung nimmt dieser Prozess allerdings ab, da der Teil, welcher Ursprünglich mit den alten Bahnen verbunden war, langsam zum Kernholz wird und damit rein faktisch gesehen tot ist. Sprich, trotz neu gebildeter Wurzeln laufen beide Systeme noch eine ganze Zeit lang parallel und es erfolgt keine direkte Trennung der beiden Systeme, sondern Stück für Stück. Anders wäre es auch ziemlich tödlich für den Baum, da die frisch gebildeten Wurzeln nicht ausreichen würden diesen komplett zu versorgen. Erst wenn sie kräftig genug ausgebildet sind, wird das System zunehmend autark.

  11. André schrieb:

    also einfach von Innen nach Aussen.. Die neuen Wurzeln bilden sich außen, und sobald das Splintholz durch das automatische Dickenwachstum von Inen nach Außen dort „angekommen“ ist, übernimmt es die Versorgung… eigentlich logisch… Danke!

  12. Vincent schrieb:

    Fast, die neuen Wurzeln bilden sich aus dem Kambium als Reaktion darauf, das Assimilate nicht mehr in die alten Wurzeln zum speichern geleitet werden können. Die alten Wurzeln greifen irgendwann nicht mehr, da die Verbindung durch das Dickenwachstum gekappt wird.

  13. Kleinbonsai schrieb:

    Also Jetzt wird das ganze etwas Überdimensional.
    Sorry Vincent,Aber“…Wurzeln bilden sich aus der Kambium als Reaktion darauf,das Assimilate…“versteht nicht jeder. 🙂

    Um meine Meinung kurz und Bündig zu sagen,das Abmoosen ist zu dieser Jahreszeit ein Risiko.

  14. André schrieb:

    .. er diskutiert ja auch mit mir, ich vesteh das 😀

    Das das jetzt ein Risiko ist, ist ja schon gekärt, mir geht es gerade einfach darum, tiefer in die Materie einzudringen, das Warum zu klären – und damit Ihr auch was davon habt, dachte ich es wäre gut, es hier zu diskutieren.

    Und wer die Begriffe recherchiert lernt damit viel über die Pflanzenbeschaffenheit 🙂

    Das ist doch super!

  15. Vincent schrieb:

    @ Kleinbonsai

    Klar, man muss die Begriffe erst einmal nachschlagen, allerdings gibt es nun mal keine wirklich anderen dafür, weswegen man diese halt auch verwenden sollte. Wirst du auch in jeder Fachlektüre über Bonsai so finden. 😉
    Es erleichtert außerdem sehr die Kommunikation, wenn man die Fachbegriffe verwendet, da kurz und bündig auf den Punkt gebracht wird, welcher Teil der Pflanze gemeint ist. 🙂

  16. Kleinbonsai schrieb:

    Was ist jetzt aus der Zelkove geworden?

  17. André schrieb:

    Hallo Kleinbonsai,

    gestern habe ich es geschafft! Die Spitze hat neue Wurzeln, das Ergbebnis werde ich Bernd noch schicken :))

  18. Bernd schrieb:

    Hallo,

    habe gerade deinen Bericht durchgeschaut.
    Ist eine sehr gelungene Abmoosung!
    Wird am kommenden Sonntag hier online gehen 😉

    Gruß
    Bernd

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