Verfeinerung der Gestaltung an zwei Bonsai-Hainbuchen

Vor einigen Tagen hatte ich meine beiden dreizehnjährigen Hainbuchen vorgestellt.

[]Dank eurer Hinweise wurde ich in meinen Gestaltungsüberlegungen bestärkt und es kamen auch noch weitere Gestaltungshinweise dazu.

Obwohl der Wetterbericht für gestern kühles und schmuddeliges Wetter angesagt hatte, kam es bei uns anders.

Morgens war es mit sieben Grad Plus zwar recht kühl. Den ganzen Tag scheinte dann aber die Sonne.

Das bewog mich am Mittag endlich die ersten Verfeinerungen an den zwei Hainbuchen vorzunehmen.

Bei der zweistämmigen Hainbuche habe ich erst einmal die Drahtung entfernt. Die gedrahteten Äste haben die Form bereits fixiert.

zweistämmige Hainbuche

Den unteren rechten Ast hatte ich auf Vorschlag von Andrè bereits in die waagerechte gedrahtet. Erstaunlich daß er nach einer Woche Drahtung bereits die Richtung ohne Draht hält. Der Bonsai soll im nächsten Jahr wie auf dem Foto geneigt in die erste Bonsaischale getopft werden.

Als weitere Korrektur habe ich den kleinen Stamm nach unten gespannt:

Zwillingsstamm Hainbuche

Sodaß das untere Laub in einer Linie ist. Sieht schon etwas ausgewogener aus. Dennoch fehlt es mir links über den ersten Ast an Laub. Die Lücke ist mir derzeit zu groß. Mal sehen ob ich hier durch die Verzweigung mit einen hinteren Astes die Lücke schließen kann? Falls dies nicht möglich sein sollte müßte ich zu Plan B einer Astpfropfung greifen. Aber nun darf der Baum erst einmal wachsen. Die beiden unteren Äste dürfen dieses Jahr volle Kanne wachsen, damit sie an Dicke zulegen. Die oberen werde ich je nach Entwicklung zeitig zurück schneiden oder pinzieren.

Die zweite Hainbuche ist mein größeres Sorgenkind. Aber da ich dank eurer Hilfe nun eine konkrete Vorstellung von der zukünftigen Gestaltung habe, kann ich geeignete Massnahmen einleiten.

So sah die Hainbuche bisher aus:

häßliche Hainbuche

Nabaufnahme häßliche Hainbuche

Sozusagen mein häßliches Entlein, aus dem hoffentlich einmal ein schöner Schwan wird?

Der Plan ist aus diesem Baum eine Halbkaskade zu gestalten. Da ich auch noch die Spitze abmoosen möchte bleibt der Stamm erst einmal wie er ist. Das Abmoosen werde ich voraussichtlich am Wochenende vorbereiten.

Heute habe ich erst einmal die beiden unteren rechten Äste nach unten gespannt.

nach unten gespannte Äste häßliche Hainbuche

Und hier noch von der Seite, wahrscheinlich der zukünftigen Vorderseite:

Hainbuche von der zukünftigen Vorderseite

Die Äste sind bereits sehr starr, sodaß nur noch ein spannen nach unten möglich war. Dennoch war ich mit dem Ergebnis nicht ganz zufrieden. Irgendwie störte mich nach längerem betrachten die leichte Neigung des Stammansatzes nach links.

Also habe ich den Baum etwas nach rechts geneigt:

nnach rechts geneigte Hainbuche

[ad#co-1]So gefällt sie mir schon besser! Am grübeln bin ich noch bei den Ästen. Mehr Windungen? Oder erst mal abwarten was sich daraus entwickelt? Die meisten Austriebe werden teilweise nach oben wachsen. Dadurch dürfte es buschiger werden. Ich bin mir hier noch nicht sicher was hier am besten wäre?

Würdet ihr noch etwas an den beiden Bäumen verändern?

Über Bernd

Bei der Beschäftigung mit Bonsai kann ich entspannen und abschalten. Auf diesem Blog möchte ich Anfängern mein bescheidenes Grundwissen über Bonsai verständlich rüber bringen.

5 Kommentare zu Verfeinerung der Gestaltung an zwei Bonsai-Hainbuchen

  1. André schrieb:

    Ich finde das echt faszinierend, wie man bei dem häßlichen Entlein durch ein bißchen Neigung und Draht ein so verbessertes Ergebnis erzielen kann. Gute Arbeit! Das längere gerade Stück vom Stamm nach oben, dann der kurze Knick nach rechts, dann der Übergang zum Ast bzw. späteren neuen Spitze. Das hat etwas harmonisches, natürliches 🙂 Dann unterstützt das nach rechts dicker werdene Nebari die Neigung auf Grund der Stützwirkung noch so schön. Ich kann mit die Buche in Zukunft schon gut vorstellen! Wenn zum Beispiel der 2. nach Hinten wachsende Ast ein wenig nach oben gedrahtet würde, als oberes Astpolster, wenn das Shari gestaltet ist, oder neue Spitze. Das kann wirklich was Gutes werden. Viele neue Möglichkeiten 🙂 Ich freu mich auf die weitere Entwicklung.

    Bei der 2-stämmigen hab ich gerade keine Ideen. Außer die Lücke links oben zu schließen fällt mir da erstmal nix ein..

    liebe Grüße

    André

  2. Bernd schrieb:

    @ Andrè

    Ja, ich bin selber erstaunt, wie man aus einer scheinbar häßlichen Pflanze so langsam einen interessanten Bonsai gestalten kann.

    Aber das ist ja erst der Beginn auf dem Weg zu einem Bonsai.

    Der linke Ast ist mir auch schon aufgefallen und würde eigentlich dem urpsrünglichen Gestaltungsgedanken wegfallen. Ich hatte aber auch schon den Gedanken diesen irgendwie in die zukünftige Gestaltung einzubinden. Er wäre ein schönes Gleichgewicht zur Laubmasse rechts unten.
    Drahten läßt er sich nicht mehr. Der ist wohl schon ein paar Jahre alt. Da ist bei Hainbuchen fast steinhart. Nicht umsonst wurden bereits im Mittelalter von Hainbuchen Radspeichen und andere stark beanspruchte Wagenteile hergestellt. Die Hainbuche hat das härteste Holz unserer heimischen Baumarten. Mal sehen wie sich der Baum nun entwickelt. Ich könnte ja den Ast unten einschneiden oder einsägen. Dann liese er sich etwas nach oben neigen. Mit einem kleinen Splint unterlegen. Den Rest kann er ja dann wieder überwallen?

    So langsam gefällt mir die Hainbuche immer besser. Macht viel mehr Spaß an solch einem knorrigen Baum zu arbeiten, als einem mit klarer klassischer Struktur 😉

    Schönen Sonntag!
    Bernd

  3. Luise schrieb:

    Hallo,
    Ich möchte meine Hainbuche nächstes Jahr in eine Trainingsschale aus Plastik setzen. Sie steht im Moment in einem Topf mit 18 oder 20 centimeter Durchmesser,der etwa 25cm tief ist. Die tiefste Schale, die ich finden konnte, war 9cm tief.
    Dass heißt, ich müsste den Wurzelballen relativ radikal zurückschneiden, damit die Pflanze in die Trainingsschale passt.
    Vertragen Hainbuchen einen so starken Wurzelschnitt?
    Viele Grüße,
    Luise

  4. André schrieb:

    @ Luise

    Im Frühjahr, vor dem Austrieb, vertragen viele Laubbäume einen Wurzelrückschnitt von ca. 2/3 der Gesamtwurzelmasse. Nach dem Austrieb der Blätter ist von radikalen Wuzelschnitten immer abzuraten.
    Daher würde ich raten, erstmal auf ca. 16 cm Tiefe zurückzuschneiden. Den Topf – falls aus Plastik – mit der Schere anzupassen und nächstes Jahr auf die 9. zu schneiden. Hainbuchen sind robust, es kann sein, daß sie es ohne Probleme schafft, aber ich für meine Seite wäre da vorsichtiger. Das Überleben des Baumes steht immer an erster Stelle. Und ob er nächstes Jahr oder übernächstes Jahr in die Trainingsschale kommt, ist nicht so wichtig.

    Viele Grüße

    André

  5. Luise schrieb:

    Danke, Andre!
    Dann topfe ich ihn erstmal im nächten Frühjahr in einen flacheren Topf und dann kommt er im übernächsten in eine Trainingsschale!
    Viele Grüße,
    Luise

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