Erstgestaltung einer Hainbuche (Carpinus betulus) zum Bonsai – Teil 1

Liebe Bonsaiverrückte,

an diesem Baum konnte ich nicht vorbeigehen, ohne ihn einzupacken – aus irgendeinem Grund faszinierte er mich.

[ad#google-text-468-15]Ich nahm in hoch, drehte ihn, stellte ihn wieder ab, lief weiter, um mir andere Bäume anzugucken.

Aber das unscheinbare Ding ging mir nicht aus dem Kopf. Also nahm ich ihn mit nach Hause.

Eigentlich wollte ich ihn bis zum Frühjahr unangetastet stehen lassen, aber es packte mich doch und ich holte das Werkzeug aus dem Keller.

Der Wurzelballen füllte das komplette Tongefäß aus, ein Zeichen dafür, daß der Baum bestimmt schon über 2 Jahre nicht umgetopft wurde. Also würde ein Drahten für den Baum keinen übermäßigen Stress bedeuten, da das Umtopfen lange genug her ist und die Wurzeln ihre Arbeit ohne Einschränkungen verrichten können.

Als erstes verschaffte ich mir einen genauen Überblick darüber, was machbar ist und was ich für die Erstgestaltung erreichen möchte.

Hainbuche von André

Hainbuche von der anderen Seite

Also schaute ich mit den Baum von allen Seiten nochmal genau an.

Interessant waren der Astaufbau, es ist alles vorhanden, was eine erfolgreiche Entwicklicklung möglich machen könnte. Äste verteilt an allen Seiten, Äste für die Tiefe, und bei der Spitze werden die Astabstände kleiner als bei den unteren. Wunderbar!

Kleine Probleme gibt es natürlich auch, so gibt es an der Spitze zu dicke Äste, so daß diese in der Zukunft umgestaltet werden müsste. Dies ist aber in ein bis zwei Sommern zu erledigen.

Wurzelansatz Hainbuche

Der Wurzelansatz kann mittels Abmoosen nächstes oder übernächstes Frühjahr bis in den Herbst hinein verbessert werden. Das hat bei der Zelkove gut geklappt, also wird das hier auch kein Problem werden.

Stammschwung Hainbuche

Diesen Knick im untersten Ast finde ich sehr aufregend. Mittels Draht werde ich ihn aber noch bearbeiten, so daß er nicht so nach oben wächst, was den Verlauf natürlicher ausehen läst. In der Natur wind die unteren Äste die schwersten, so daß sie sich nach unten biegen. Mal schauen ob ich das hinbekomme!

Laub einer Hainbuche

Bei diesem Bild sieht man schön den dichten Bewuchs. Eine Verjüngung ist noch nicht richtig vorhanden, zu erkennen ist rechts der dicke, nach oben verlaufende Abschluss des Baumes. Hier habe ich kleine Zweige entdeckt, die ich für die neue Verjüngung benötige und nutzen werde.

Kleine Äste an der Hainbuche

Nun die Ansicht der anderen Seite. Das ist für eine Spitze viel zu massiv! Und es wirkt sich negativ auf die Silhouette des Baumes aus, da es aus der aufrechten Form herausragt und diese verlagert.

Zweig Hainbuche

Hier habe ich einen Zweig entdeckt, der mir für die neue Spitze geeignet erscheint.

Dicke Baumspitze Hainbuche

Dort setze ich an! Der Entschluss ist gefasst!

Baumspitze Hainbuche wird entfernt

Zack! Sieht jetzt schon besser aus.

Hainbuche mit ausgewogeneren Baumspitze

So ist die Verjüngung wenigstens schon mal simuliert… Über die Jahre wird sie durch regelmäßiges Pinzieren feiner werden.

Der erste Teil ist hiermit beendet. Der zweite Teil der Hainbuchen-Grundgestaltung folgt in den nächsten Tagen.

2 Kommentare zu Erstgestaltung einer Hainbuche (Carpinus betulus) zum Bonsai – Teil 1

  1. Bernd schrieb:

    @ André

    Gratuliere zu diesem hervoragenden Rohmaterial!
    Man bekommt in Deutschland selten solche Bäume die kaum Schnittstellen haben.

    Wenn es auch noch ein paar Jahre dauern wird bis daraus ein eindrucksvoller Bonsai entsteht, sind die Grundlagen bereits sehr vielversprechend.

  2. Ulli Held schrieb:

    Hallo, auf ihrer Substrat-Oberfläche sieht es aus als lägen kleine Steinchen. Können sie mir sagen was das ist?
    Grüße Ulli

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