Bonsai Stecklinge vom Pfennigbaum

2013 habe ich über die Gestaltung eines Pfennigbaum (Crassula ovata) zum Bonsai in nur 6 Jahren berichtet. Der Baum wurde als Shohin, ein kleiner Baum, gestaltet. Nun nach inzwischen 12 Jahren ist die Shohin-Größe nicht mehr haltbar gewesen. Mit über 30 cm ist er gemäß aktueller Ausstellungsdefinition bereits über einer Shohingröße. Zudem wirkte der Stamm bereits zu dick in einer filigranen schlanken Shohin-Schale.

Mir fiel es schwer zu akzeptieren, daß der Baum nun eine neue Lebens- und Gestaltungsphase erreicht hat. Er bekam im Frühjahr eine neue mächtigere Schale und wirkt nun wieder harmonischer.

Crassula ovata Bonsai 2019
Crassula ovata Bonsai 2019

Wenn ich das Foto betrachte, sehe ich noch Optimierungspotential. Aber das werde ich im nächsten Frühjahr umsetzen.

Von dieser Pflanze habe ich einen mehrjährigen Steckling, der seit über 6 Jahren kräftig wachsen darf. Allerdings finde ich an dem Steckling bisher keinen Gefallen. Irgendwie wirkt da nichts harmonisch. Irgendwie sind drei Stämme an der Pflanze irgendwie unpassend.

Crassula ovata #2 - 2018
Crassula ovata #2 – 2018

Beim Umtopfen im Früjahr kam mir doch noch eine zündende Idee! An den Stammenden wirkten auf mich einige Pflanzenbereiche interessant. So enstand die Idee, einfach ein paar Kopfstecklinge zu schneiden. Die Idee habe ich gleich in die Tat umgesetzt.

Nach dem Gewinn neuer Stecklinge
Nach dem Gewinn neuer Stecklinge

So sah das Resultat danach aus. Ein extrem gekürzter Baumstumpf. Über den Sommer hat die Pflanze bereits einige neue Austriebe gebracht. Für mich ist es allerdings kein Bonsai mehr. Das Ziel der Pflanze wird auch derzeit keine Bonsaigestaltung mehr sein. Die Pflanze nutze ich zukünftig als Mutterpflanze. Als Mutterpflanze für Stecklinge. Zwei Stecklinge habe ich von der Pflanze gemacht.

Wie macht man vom Crassula ovata Stecklinge?

Ganz einfach. Die Pflanze an der gewünschten Stelle mit desinfizierten Messer oder Bonsaischere durchschneiden. Die abgeschnittene Pflanze aufrecht stellen und die Schnittstelle zwei bis drei Tage abtrocknen lassen. Danach kann die Pflanze in trockenes Substrat gesteckt werden. Ich verwende dafür meist mineralisches Substrat aus Lavalit, Bimskies oder ähnlichen Bestandteilen. Erst einmal nicht gießen. Bis sich neue Wurzeln gebildet haben, kann 1 bis 3 Monate dauern. Nach vier Wochen habe ich zum ersten mal gegossen. Die älteren Blätter waren schon etwas verschrumpelt. Nichts. Danach habe ich alle zwei Wochen gegossen. Irgendwann haben sich die verschrumpelten Blätter wieder gefüllt und waren glatt und straff. Ein Zeichen, daß die Pflanze Wasser und Nährstoffe aufnehmen kann und somit auch die ersten Wurzeln gebildet hat. Danach wird einmal die Woche kräftig gegossen.

Crassula ovata Bonsai Steckling #1
Crassula ovata Bonsai Steckling #1

Der erste Kopfsteckling. Endlich wieder ein Shohin. Ob die Schale passend ist spielt derzeit noch keine Rolle. Auch die Verzweigung gilt es in den nächsten Jahren noch zu verbessern. Im nächsten Frühjahr werde ich die Wurzeln prüfen auf einen Stein im Topf legen. So entwickelt sich ein schöner breiter Wurzelansatz.

Crassula ovata Bonsai Steckling #2
Crassula ovata Bonsai Steckling #2

Der zweite Steckling gefällt mir derzeit etwas besser. Die Verästelung wirkt etwas natürlicher. Aber das kann sich in den nächsten Jahren noch optimieren. Mit dieser Schale wäre es auch ein netter Beisteller.

Stecklinge vom Pfennigbaum als Bonsai

Der Pfennigbaum (Crassula ovata) ist eine weit verbreitete Pflanze in unseren Wohnräumen. Stecklinge kann man durch Abtrennen und Einpflanzen sehr leicht und schnell gewinnen. Oft haben Pfennigbäume im Kopfbereich bereits eine gute Verzweigung und Belaubung. Damit eignen sie sich als Basis für einen zukünftigen Bonsai hervorragend.

Schaut euch in eurem Umfeld einmal um, ob ihr einen Geldbaum findet, wo ihr einen Kopf- oder Aststeckling abtrennen und zum Bonsai gestalten könntet. In zwei bis drei Jahren lässt sich daraus ein guter Bonsai gestalten.

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