Koreanische Hainbuche (Carpinus coreana) als Bonsai

Damit man weiss, um welche Pflanze es sich handelt, gibt es die wissenschaftliche Namen.

[ad#google-text-468-15]Der wissenschaftliche Name setzt sich aus zwei Worten zusammen. Das erste bezeichnet die Gattung einer Pflanze. Der zweite Name bezeichnet die Art in der Gattung einer Pflanze.

Klingt logisch?

In der Praxis kommt es allerdings immer wieder vor, dass es verschiedene Namen für ein und dieselbe Pflanzenart gibt. Warum ist das so? Gründe gibt es verschiedene. Dies ist hier aber nicht mein Thema.

Mein Thema ist die Koreanische Hainbuche (Carpinus coreana). Immer wieder sieht man auf Bonsaiausstellungen Pflanzen mit der Bezeichnung Carpinus coreana = Koreanische Hainbuche. Andere Pflanzen der Koreanischen Hainbuche werden auch mit Carpinus turczaninowii bezeichnet.

Koreanische Hainbuche (Carpinus coreana) als Bonsai Baum

Koreanische Hainbuche (Carpinus coreana) als Bonsai Baum

Handelt es sich hier nun um die gleiche oder zwei verschiedene Arten? Bei meiner Recherche bin ich auf viele Widersprüchlichkeiten gestossen. In manchem Bonsaiforum wird genauso darüber gerätselt und unterschiedliche Mutmassungen angestellt.

Manche sind der Ansicht, dass beide Arten zwei verschiedene sind.
Andere meinen, dass es sich um eine Varietät handelt?
Wiederum andere halten beide Bezeichnungen für die gleiche Art. In solch einem Fall spricht man vom Synonym des wissenschaftlichen Namens.

Das letztere ist derzeit in der wissenschaftlichen Nomenklatur korrekt.
Der akutell korrekte wissentschaftlich Name, gemäß der theplantlist.org ist Carpinus turczaninowii. Die wissenschaftliche Bezeichnung stammt von Linn 1869.
Das Synonym Carpinus coreana stammt von Nakai aus Japan 1926. Da diese Pflanzenbeschreibung zu wenige Alleinstellungsmerkmale aufweist, wird sie derzeit als Synonym behandelt.
Das Synonym Carpinus turczaninowii var. coreana wurde von W. Lee 1996 als Varietät zugeordnet. Auch diese ist in der aktuellen Nomenklatur auf Grund zu weniger Alleinstellungsmerkmale auch nur als Synonym anerkannt.

Carpinus coreana als Bonsai

Carpinus coreana als Bonsai

Allerdings muß man sagen, daß in den letzten 10 Jahren viele Pflanzen-Arten zu einer zusammengefasst wurden. Insbesondere Wissenschaftler aus den USA pflegen hier einen manchmal schon seltsamen Zusammenfassungswahn. [ad#co-1]Die wissenschaftlichen Entwicklungen werden weiter gehen. Insbesondere die Gen-Forschung kann hier durchaus neue Erkenntnisse bei Unterscheidungsmerkmalen bringen.

Was also heute ein korrekter wissenschaftlicher Name und ein Synonym ist, kann morgen schon Vergangenheit sein.

Für die Pflege eines Bonsaigstalters spielt dies zum Glück keine wesentliche Rolle, da die Pflege dieser Hainbuchen-Arten sich nicht unterscheidet.
Somit können auch für die Carpinus coreana die Pflegenhinweise der Carpinus turczaniowii bzw. Carpinus betulus angewendet werden.

Über Bernd

Bei der Beschäftigung mit Bonsai kann ich entspannen und abschalten. Auf diesem Blog möchte ich Anfängern mein bescheidenes Grundwissen über Bonsai verständlich rüber bringen.

Ein Kommentar zu Koreanische Hainbuche (Carpinus coreana) als Bonsai

  1. Vincent schrieb:

    Was die Möglichkeiten der Gentechnik zur Artenbestimmung angeht, wäre ich sehr vorsichtig. Von einigen meiner Kollegen wird das sehr gerne verwendet und teilweise schon bei innerartlichen Unterschieden von 1% als Verifizierung einer neuen Art herangezogen. Ich gebe hierbei allerdings zu bedenken, daß sich der Mensch mit all seinen Varianten um teilweise bis zu 15% genetisch voneinander unterscheidet. Schlauer wäre hierbei eigentlich nach Schlüsselgenen zu suchen und deren Varianz voneinander oder auch das gute alte System: Kann es sich miteinander erfolgreich fortpflanzen – wobei erfolgreich in diesem falle eine mögliche Reproduktion der Nachkommen einschließt, Tiger und Löwe beispielsweise wären hierbei nur nahe Verwandte, aber nicht die selbe Art. Wenn „Ja“, dann die selbe Art mit phänotypischer Varianz, wenn nein, verschiedene Art. Es will schließlich auch niemand bestreiten, daß wir Menschen alle eine Art sind, welche sich nur Phänotypisch, sprich optisch, lokal voneinander unterscheiden, trotz teilweise erheblicher genetischer Distanz…
    Von daher ist dieser „Zusammenfassungswahn“ der Kollegen aus Amerika, meiner Meinung nach, nicht ganz falsch und steuert dem schon fast fanatischen „Entdeckerwahn“ vieler Phylogenetiker, Zoologen und Botaniker entgegen.

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