Die zehn besten Outdoor-Bonsai für Einsteiger!

Wer den Blog schon etwas länger verfolgt, wird wissen, daß ich kein so großer Fan von Zimmer-Bonsai bin.

Zu oft artet mir der Pflegeaufwand im Winter aus. Viele der eigentlich exotischen Pflanzen tun sich schwer und glänzen durch Blattabwurf oder saugenden Schadinsekten, die sich im beheizten Zimmer hervorragend vermehren. Halt, mit diesem Artikel möchte ich auf keinen Fall jedem von Indoor-Bonsai abraten.

Vielleicht reicht mein grüner Daumen für die Zimmer-Kultur einfach nicht aus?

Aber heute möchte ich euch meine Favoriten unter den Outdoor-Bonsai auflisten.
Die bedeutet allerdings, dass diese Auflistung sehr subjektiv ist.
Andere Bonsaigestalter werden hier sicherlich andere Favoriten und ein anderes Ranking haben.

Deswegen werde ich auch eine Auswahl von 10 Baumarten nennen. Da dürfte für jeden Geschmack und jede Vorliebe etwas passendes für den Einstieg dabei sein?

Outdoor-Bonsai #1 – Ulme als Bonsai – Ulmus spec.

Von den Ulmen gibt es zahlreiche Arten die sich sehr gut zur Gestaltung zum Bonsai eignen. Auch die heimische Feld-Ulme eignet sich sehr gut zur Bonsai-Gestaltung.

Aber auch die Berg-Ulme und Holländische Ulme sind lohnenswerte Bäume. Alle drei Ulmenarten findet man häufig im Bonsai-Fachhandel als auch in Baumschulen.

Ulmus parvifolia

Obwohl die Chinesische Ulme als nicht so winterfest gilt, möchte ich sie hier auch erwähnen. Mir persönlich gefallen diese Bäume, da die Blätter sehr klein bleiben und somit ein Blattschnitt überflüssig ist. Schneiden muß man sie natürlich auch um die gewünschte Form zu erhalten.

Auch unter den chinesischen Ulmen gibt es einige die recht Frostresistent sein sollen. Ich überwintere meine aber sicherheitshalber recht kühl und frostfrei. Manche Arten sind immergrün. Andere verlieren ihr Laub im Winter. Bei kühler frostfreier Überwinterung sollte der Wurzelballen möglichst nicht zu lange austrocknen. Leichtes Gießen ist öfter notwendig.

Ulmen sind sehr lohnenswerte und dankbare Bonsai-Bäume.

Outdoor-Bonsai #2 – Hainbuche – Carpinus betulus

Hainbuchen gehören bei mir zu den TOP 3 der zum Bonsai gestaltbaren Pflanzen. Dies liegt sicherlich auch an meinen sehr guten Erfahrungen mit dieser Baumart. Inzwischen pflege und gestalte ich drei Hainbuchen auf meinen kleinen Balkon.

Sie sind auch für den Anfänger relativ leicht zu gestalten. Sie lassen sich recht schnell in die gewünschte Form bringen. Leichte Pflege- oder Gestaltungsfehler lassen sich fast immer noch im selben Jahr korrigeren. Sie treibt mindestens zweimal im Jahr aus, wodurch man relativ schnell eine gute bis sehr gute Feinverzweigung aufbauen kann.

Und Hainbuchen sind leicht erhältlich. Ob als vorgezogenes Bonsai-Rohmaterial oder als Yamadori einer ehemaligen Heckenpflanze bis zu Baumschulpflanzen unterschiedlichen Alters.

Hainbuche

Bonsai und Foto von Marcel Drechsler

Hainbuchen sind für mich lohnenswerte Bonsai-Pflanzen. Den kältesten Winter trotzen sie locker. Hervorragend geeignet für den Outdoor-Bonsai-Einstieg!

Die gemeine Hainbuche hat auch einige Verwandten. Die koreanische Hainbuche ist auch ein lohnenswerter Bonsai. In Europa wird die Orientalische Hainbuche immer beliebter. Die Blätter sind kleiner, sie treibt mehrfach im Jahr und sehr willig aus. Und es gibt auf Grund von Ziegenverbiss in ihrer Heimat dem Balkan sehr interessante Yamadori. Gepaart mit einer hohen Schnellwüchsigkeit und Frosthärte gilt diese Hainbuchen-Art unter Experten als besonders lohnenswert. In Deutschland ist diese Art allerdings derzeit noch selten erhältlich.

Outdoor-Bonsai #3 – Zwergmispel – Cotoneaster

Zwergmispeln sind als Bonsai faszinierende Pflanzen. Vom kleinen Shohin-Bonsai bis zum großen Baum sind diese Pflanzen in vielen Stilformen gestaltbar.

Cotoneaster

Bonsai und Foto von Andrè Egli

Die sehr kleinen Blätter fordern einen regelrecht zur Gestaltung als kleiner Baum heraus. Der besondere Reiz machen aber wohl die Blüten im Frühjahr und der farbige Fruchtschmuck im Herbst aus. Von der Zwergmispel gibt es zahlreiche Zuchtformen mit unterschiedlichen Blütenfarben und Fruchtfarben. Viele davon lohnen sich zur Gestaltung zum Bonsai.

Outdoor-Bonsai #4 – Dreispitzahorn – Acer buergerianum

Der Dreispitzahorn gehört wohl zu einer der beliebtesten Laubbaum-Bonsai auf der Welt? Da ich mehr eine Vorliebe für heimische Pflanzen habe, liegt er bei mir nicht ganz unter den ersten drei. Aber die Reihenfolge ist bei anderen Bonsaigestaltern durchaus eine andere.

Dreispitzahorn als Shohin

Der Dreispitzahorn glänzt durch eine sehr gute Schnittverträglichkeit und ein schnelles Dickenwachstum des Stammes. Ältere Exemplare haben oft einen mächtigen Stammansatz, womit der Baum sehr alt wirkt.

Wem Ahornbäume besonders gefallen, wird nicht an einem Dreispitzahorn vorbeikommen. Da manche Pflanzen aus Asien importiert wurden, sollten diese vor Frösten unter Minus 5 Grad geschützt werden. Berücksichtigt man dies, wird man an diesem Ahorn-Bonsai lange seine Freude haben!

Outdoor-Bonsai #5 – Fächerahorn – Acer palmatum

Der Fächerahorn ist auch als Bonsai sehr beliebt. Sicherlich gibt es auf Grund seiner filigranen Blätter mehrere hundert Zuchtformen. Einige davon werden auch häufig zum Bonsai gestaltet.

Im Prinzip könnte man alleine über die verschiedenen Zuchtformen alleine eine Top 10 des Fächerahorn machen 🙂

Bonsai Acer palmatum Seigen

Damit der Artikel nicht zu lang wird, mußte ich mich hier allerdings auf ein Foto beschränken. Im Artikel über Ahorn-Bonsai kann man noch weitere Fächerahorn-Arten bewundern.

Die meisten Arten sind pflegeleicht, schnittvertlich. Das Laub kann einfarbig oder mehrfarbig sein. Es kann sich auch je nach Art im Laufe des Jahres in den Farben verändern. Auch für Bonsai-Einsteiger eine lohnenswerte Pflanzen-Art!

Outdoor-Bonsai #6 – Gemeiner Wacholder – Juniperus communis

Der Wacholder läßt sich recht einfach zu einem Bonsai gestalten. Sehr beliebt ist er, da man ihn in fast jeder Baumschule recht günstig als Rohmaterial kaufen kann. Aber auch im Bonsai-Fachhandel erhält man oft Pre-Bonsai, welche bereits über einige Jahre vorgestaltet wurden.

Juniperus communis

Als heimische Pflanze ist der Wacholder winterhart. Sein Holz ist selbst noch nach einigen Jahren sehr gut formbar. Dadurch sind oft sehr kreative Gestaltungen möglich. Er eignet sich auch hervorragend zur Gestaltung als kleiner Shohin-Bonsai. Aber auch mächtige alte Wacholder-Bonsai können aus Yamadori-Pflanzen gestaltet werden.

Im Prinzip kann fast jede Wacholder-Art zum Bonsai gestaltet werden. Ebenfalls sehr beliebt ist unter Bonsaigestaltern auch der Chinesische Wacholder.

Outdoor-Bonsai #7 – Europäische Lärche – Larix decidua

Die Lärche ist bei vielen Bonsaigestaltern ein sehr beliebt. Der besondere Reiz ist hier wohl die goldgelbe Herbstfärbung der Nadeln. Zudem verliert die Lärche danach ihre Nadeln.

Europäische Lärche

So kann man die Lärche im Gegensatz zu den meisten anderen Nadelbäumen viel leichter durch Drahten in Form bringen. Ja, und schnittverträglich ist die europäische Lärche auch noch. Meist wird sie in aufrechten Stilformen gestaltet. Aber auch birzarre Stilrichtigungen, vom Wind und Wetter gezeichnete Gestaltungsformen sind bei der Lärche möglich.

Im Bonsai-Fachhandel wird auch öfters die Japanische Lärche angeboten. Beide sind hervorragend zur Gestaltung als Bonsai geeignet.

Outdoor-Bonsai #8 – Gemeine Eibe – Taxus baccata

Eiben lassen sich hervorragend zu einem Bonsai gestalten. Durch ihr sehr hartes Holz werden sie von vielen Bonsaigestaltern oft mit Totholzarbeiten gestaltet. Dadurch wirken die Bäume sehr alt und von der Natur gezeichnet.

Gemeine Eibe als Bonsai

Eiben bekommt man sowohl im Bonsai-Fachhandel, in Baumschulen oder als Findling im Garten. Eiben sind in allen Pflanzenteilen giftig! Wenn noch kleine Kinder im Haushalt sind, sollte man sicherheitshalber auf Eiben verzichten.

Eiben können sehr alt werden. Die älsteste Eibe in Deutschland steht im Ällgäu bei Balderschwang. Ihr Alter wird auf etwa 2.000 bis 4.000 Jahre geschätzt!

Outdoor-Bonsai #9 – Wilder Apfel – Malus sylvestris

Der Apfelbaum darf natürlich auch nicht bei den beliebtesten Bonsai fehlen. Für die Bonsaigestaltung werden aber meist Zuchtformen mit relativ kleinen Früchten genommen. Ob Wilder Apfel oder die zahlreichen Zuchtformen davon oder vom Holzapfel. Es gibt viele Sorten die sich zur Bonsaigestaltung eignen.

Malus als Bonsai

Da der Apfelbaum sehr schnittverträglich ist, steht einer Bonsaigestaltung also nichts im Wege. Und zweimal im Jahr läßt er das Herz des Gestalters höher schlagen. Einmal im Frühling, wenn er blüht. Und zum zweiten Mal wenn die bunten Früchte im Sommer oder Herbst einen schönen Farbkontrast darstellen.

Outdoor-Bonsai #10 – Winter-Linde – Tilia cordata

Die Winter-Linde hat kleinere Blätter als die Sommer-Linde. Im Prinzip können beide, auf Grund ihrer sehr guten Schnittverträglichkeit, zum Bonsai gestaltet werden. Wegen der kleineren Blätter der Winter-Linde ist bei ihr eine Gestaltung zum Bonsai einfacher realisierbar.

Winter-Linde

Im Herbst erfreut die Winter-Linde durch eine schöne goldgelbe Laubfärbung.

Zusammenfassung der zehn besten Outdoor-Bonsai:

Bei der Auflistung handelt es sich um meine persönliche und sicherlich sehr subjektive Rankgliste.
Andere Bonsai-Gestalter haben andere Erfahungen und dadurch ergibt sich automatisch auch eine andere Reihenfolge.

Neben diesen zehn Baumarten gibt es aber noch viele weitere Baum- und Straucharten die sich sehr gut zur Gestaltung als Bonsai eignen. Diese Auflistung soll lediglich als Anregung dienen. Fast jede verholzende Pflanze kann man im Prinzip zum Bonsai gestalten.

Weitere Pflanzenarten findet ihr unter Für Bonsai geeignete Bäume?“.

2014 haben die Leser die beliebtesten Outdoor-Bonsai gewählt. Das Ergebnis und weitere Outdoor-Pflanzen mit Pflegeanleitunge findet man Pflegeanleitungen Outdoor-Bonsai.

Über Bernd

Bei der Beschäftigung mit Bonsai kann ich entspannen und abschalten. Auf diesem Blog möchte ich Anfängern mein bescheidenes Grundwissen über Bonsai verständlich rüber bringen.

5 Kommentare zu Die zehn besten Outdoor-Bonsai für Einsteiger!

  1. Bernd Huber /Bonsaigarten schrieb:

    Hallo Herr Schwabe,
    Ihr Bericht ist insofern i.O., jedoch wäre das Ge-
    samtbild abgerundet, hätten Sie auch noch die je-
    weiligen Besitzer der Bäume benannt.

    m.f.G. B. Huber/Bonsaigarten

  2. Bernd schrieb:

    Hallo Herr Huber,

    da wo es mir bekannt ist, habe ich ihrem Wunsch entsprechend die Namen der Bonsai-Eigentümer ergänzt.

    Bei den Foto`s der Bonsaiausstellung des AK Aichtal-Filder 2010 fehlen mir allerdings, durch einen Festplatten-Crash im Dezember 2010, die Namen der Bonsaibesitzer.

    Einen Teil der Foto`s konnte ich zum Glück retten, die Textdatenbank zu den Fotos war leider nicht mehr reparierbar.

    Gerne können Sie mir hierzu die fehlenden Namen zukommen lassen, damit ich diese ergänzen kannt.

    Vorausgesetzt die einzelnen Besitzer der Bäume wollen dies überhaupt?

    MFG
    Bernd Schmidt

  3. Bernd schrieb:

    Danke für die positive Beantwortung meiner fb-Anfrage. Habe mir deinen Artikel durchgelesen und finde einige Aspekte sehr interessant. Habe selbst 2 chinesische Ulmen und dachte bisher immer, das es sich um Kalthauspflanzen handelt. Meine Ulmen überwintern im Schlafzimmer bei ca. 18 Grad. Hier verleiren sie zwar viele Blätter, die im Frühjahr aber wieder nach wachsen. Habe auch einige Indoor, die ich 1 x wöchentlich unter die Dusche stelle. Das Problem bei Inddor ist ja immer die fehlende Luftfeuchtigkeit. Mit 1 x gießen und 1 x duschen pro Woche habe ich gute Erfahrungen gemacht. Ansonsten habe ich 6 Outdoor auf der Terasse und einige Outdoor bei meiner Mutter im Garten zwischengeparkt. Das Hobby mache ich jetzt seit 12 Jahren. Viele liebe Grüße aus Bayern. Bernd

  4. Bernd Schmidt schrieb:

    Hallo Bernd

    danke für deinen ausführlichen Kommentar!

    Chinesische Ulmen ist ein schwieriges Thema. Die Verbreitung ist von Japan bis über weite Regionen Chinas. Auch in Taiwan gibt es mindestens eine Variante. Die Klima-Unterschiede sind da enorm. Von subtropisch bis Winterfrost ist da alles vertreten. In den meisten Fällen gibt es keine Angaben über die genaue Herkunft der Ulme. Damit könnte man schon das Klima näher nachvollziehen und die Pflege optimieren.
    Winterhart ist bei mir die Zelkova nire (Korkrindenulme) welche meiner Meinung nach keine Zelkove sondern Ulmus ist. Auch die Ulme von Enger mit der Bezeichnung Ulmus japonica war bei mir mehrere Winter winterhart (wenn sie nicht im vorletzten Sommer durch einen Hitzeschaden im Sommer kaputt gegangen wäre).
    Es gibt aber auch einige chinesische Ulmen die so wie deine am besten über den Winter kommen. Kühl mit etwas erhöhter Luftfeuchtigkeit.

    Viel Spaß mit deinem Bonsai-Hobby!
    Bernd

  5. Bernd schrieb:

    Hallo Bernd. Danke für die umfassende Antwort. Beschäftige mich die nächsten Tage noch intensiver mit deiner Seite. Die ein oder andere Frage wird dann sicherlich noch kommen. Wünsche dir einen schönen Abend.

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