Zanthoxylum piperitum – Szechuan-Pfeffer als Bonsai

Der Szechuan-Pfeffer wird auch unter den Namen Japanischer Pfeffer, Anispfeffer und Chinsesischer Pfeffer verkauft.

Die Pflanze ist ein Strauch und ist botanisch nicht mit dem schwarzen Pfeffer verwandt.

Die Gattung Zanthoxylum ist mit den Zitrusgewächsen verwandt. Der Name Szechuan stammt von der chinesischen Provinz Sichuan, wo die Pflanze schon lange angebaut wird.

Herkunft:
Im gesamten Asien. Anbau hauptsächlich in den Ländern des Himalaya.

Blatt:
Grüne wechslständig gefiederte grüne Blätter.

Rinde:
Rauhe graue schuppige Borke und bedornte Äste.

Pfefferbaum (Zanthoxylum piperitum) als Bonsai

Pfefferbaum (Zanthoxylum piperitum) als Bonsai

Winter:
Kühle Überwinterung bei 5 bis 15 Grad. Ein sonniger Platz wäre optimal. Wenig giessen, allerdings nie ganz austrocknen lassen.

Bonsaieignung:
Gut geeignet, da schnittverträgliche Pflanze.

Beschaffung:
Im Bonsaifachhandel, manchmal auch Pflanzenmärkten.

Standort:
Vollsonnig, im Sommer mit leichten Sonnenschutz.

Szechuan-Pfeffer (Zanthoxylum piperitum) als Bonsai-Baum

Szechuan-Pfeffer (Zanthoxylum piperitum) als Bonsai-Baum

Giessen und Düngen:
Gleichmäßig feucht halten, aber Staunässe vermeiden.
Das Substrat sollte nicht austrocknen. Im Sommer bei hoher Hitze schattieren, damit die Verdunstung reduziert wird und eventuell mehrmals am Tag giessen.

Gedüngt wird regelmässig vom Frühjahr bis in den Herbst in der Hauptwachstumszeit.

Substrat:
1 Teil Torf, 1 Teil mineralisches Substrat (Lavagranulat, Bims), 1 Teil Akadama

Umtopfen:
Etwa alle zwei Jahre im Frühjahr.

Gestaltung:
Fast jede Gestaltungform ist möglich. Am natürlichsten wirkt eine frei aufrechte Gestaltung, Waldform und Mehrfachstamm.

Rückschnitt:
Von Mai bis September wird die Pflanze monatlich in die gewünschte Form geschnitten.

Drahten:
[]Vom Frühjahr bis Mai. Ab Mai beginnt das Dickenwachstum, deswegen sollte man in dieser Zeit den Draht entfernt haben, damit keine Druckstellen in der Rinde gentstehen können.
Im Prinzip kann in den meisten Fällen auf Drahten verzichtet werden, da man den Szechuan-Pfeffer sehr gut durch Schneiden gestalten kann.

Schädlinge und Krankheiten:
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Über Bernd

Bei der Beschäftigung mit Bonsai kann ich entspannen und abschalten. Auf diesem Blog möchte ich Anfängern mein bescheidenes Grundwissen über Bonsai verständlich rüber bringen.

15 Kommentare zu Zanthoxylum piperitum – Szechuan-Pfeffer als Bonsai

  1. Kleinbonsai schrieb:

    Diese art wird doch auch als Indoorbonsai in Baumärkten verkauft,oder?

  2. Vincent schrieb:

    Ganz genau, ist so mit einer der am häufigsten kultivierten Indoors.

  3. Bernd schrieb:

    Habe im Baumarkt aber noch kein 30-jähriges Exemplar wie das auf dem Foto gesehen.

    Das sind meist kleine Jungpflanzen.

  4. André schrieb:

    Ist aber eine Kalthauspflanze, muss im Sommer halbschattig raus und im Winter ins kühle Kalthaus (0 bis 10 Grad C, nicht AB 10 wegen Winterruhe). Kommt aus dem Himalaya, Japan und Korea, kann draußen in der Erde auch bis -15 Grad C ab. Kein Indoor, nicht ganzjährig wohnungstauglich. In Bonsaischalen frostfrei halten, Heizungsluft mag er gar nicht.
    Wenn Ihr einen findet der in einem Laden mehr als 2 Jahre ueberlebt, kann sichergestellt sein, daß der Besitzer ihn auch wirklich pflegen kann und damit auch helfen kann, wenn die Pflanze schwächelt und dort zur Pflege soll, v.a. im Winter. Die Bäume werden oft direkt nach Lieferung aus dem Ursprungsland verkauft und sind daher noch in Ordnung, aber selbst Profis haben es schwer damit im Winter.
    Die meisten àlteren Bäume die ich kenne werden im Winter ins Geschäft gebracht und im Sommer wieder abgeholt.

  5. Vincent schrieb:

    Interessant, daß die so niedrige Temperaturen vertragen, wusste ich nicht. Aber mal ganz einfach gedacht, wäre es dann nicht das Beste, wenn man die Pflanze zum Winter bei Möglichkeit einfach eingräbt? Oder noch besser die Pflanze gleich für ein paar Jahre im Feld kultiert?

  6. André schrieb:

    ich werde mich nochmal genau im Bonsai Centrum informieren und bescheid geben wenn ich mehr weiß…

    Ist auch eine Sache der Abhärtung, wie lange sie schon an gewisse Temperaturen gewöhnt wird… Ist bei vielen Bäumen so…

    Im Laden hier wird sie auch mal mit höheren Temperaturen überwintert, da habt man aber mehr mit Schädlingen zu kämpfen…

    Ich hole mal ein paar genauerer Erfahrungswerte ein 🙂

  7. Bernd schrieb:

    Interessante Diskussion über die Winterhärte.

    Ich habe noch einmal in Internet und der Literatur recherchiert.

    Dort wird eine Überwinterungstemperatur zwischen 5 bis 15 Grad Plus und auf keinen Fall Frost empfohlen. Da der Szechuan-Pfeffer zu den Citrusgewächsen gehört, dürfte eine Überwinterung wie bei Kalthauspflanzen die sinnvollste sein.

    Da die Pflanze auch im Himalaya vorkommt, kann es aber durchaus Pflanzen, Varietäten oder Arten geben die kälteresistenter sind als ihre Arten aus tieferen Regionen.

    Woher will man als Käufer allerdings wissen wo die Pflanze genau herkommt?

    Das gleiche Thema hat man oft auch bei den asiatischen Ulmen. Manche kommen aus winterlichen Gebirgsregionen und andere aus subtropischen Regionen. Selten gibt es Angaben zur Herkunft.

    Das Abhärten gegen Kälte funktioniert meines Wissens bei den meisten Pflanzen nicht. Entweder sind sie von Natur aus kälteresistenter oder nicht. Das ist in den Genen drin und wird durch bestimmte Jahreszeitliche Zyklen ausgelöst. Letzteres wird dann oft als Abhärten interpretiert.

  8. André schrieb:

    Es geht ja beim Abhärten nicht darum, Tropenpflanzen winterhart zu machen 🙂
    Wenn ein Ahorn winters immer temperiert bei 5 Grad C gestanden hat, ist er nicht so resistent gegen Minusgrade als sein Kumpel, der immer draussen bei -5 Grad C stand. Aber durch langsame Gewöhnung, Stück für Stück an niedrigere Temperaturen, kann man den Warmduscher auch an kältere Umgebungen gewöhnen.. Steht er dann mehrere Jahre draussen, können beide gleichviel ab.
    Deswegen sollte man aus mildereren Regionen frisch importiere Arten, z.B. Japan, vorsichtiger im Winter sein am Anfang als wenn er hier schon länger an die kälteten Bedingungen gewöhnt ist..

  9. Bernd schrieb:

    @ André

    Dass meinte ich auch gar nicht. Es ist klar dass man durch bestimmte Pflegemassnahmen Pflanzen kälteresistenter machen kann. Sie sind dadurch aber nicht resistent gegen Kälte sondern kälteunempfindlicher.

    Wenn Pflanzen aus milderen Klimaten importiert werden, wird man diese in den meisten Fällen kaum an unsere kältere und im Vergleich zu Japan längere Winter gewöhnen können. Zumindest nicht als Bonsai in einer Bonsaischale. Da sind in den meisten Fällen fast immer Schutzmassnahmen erforderlich.

    Die natürliche Entwicklung einer Pflanze über Jahrhunderte oder noch länger kann man nicht in ein paar Jahren umerziehen. Dazu brauchen die meisten Pflanzen länger.

    Für eine Abhärtung gegen Kälte bei Pflanzen gibt es meines Wissens nach bis heute keine wissenschaftliche Beweise. Dies sind lediglich subjektive Eindrücke von einzelnen Pflegern einer oder mehrer Pflanzen.

    Selbst wenn solch eine Importpflanze einige Winter bei uns überstanden hat, ist sie noch nicht an unsere Winter gewöhnt. Dazu bedarf es mehrere Generationen.

    Nicht umsonst werden von Händlern oder Bonsaigestaltern die wertvollen Dreispitzahorne und Fächerahorne im Gewächshaus überwintert.

  10. Kleinbonsai schrieb:

    Es ist halt einfach ein Risiko.
    Ich kann mir nicht wirklich vorstellen,dass die Pflanzen dauerhaft kälteresistenter werden.Vielleicht werden sie nur eine Wachstumsperiode kälte resistent,bei einer wärmeren überwinterung dann im nächsten Jahr wieder Kälteempfindlicher.
    Für Japanische Importware ist möglicherweise nicht nur die Temperatur im Winter ein Problem,
    auch Luftfeuchtikeit,schnee,regen,…

  11. André schrieb:

    Es gibt hier sehr ähnliche Arten, die gerne verwechselt werden. Wie bei der Ulme und Zelkove sind die Übergänge, auch bei Fachhändlern fließend.
    Zum Einen gibt es den Zanthoxylum beecheyanum, der in subtropischen Klimaregionen beheimatet ist und hier in D trivial als Gelbholzbaum bezeichnet wird. Auf diesen passt die obige Beschreibung. Ihm fehlt der pfeffrige Geruch und kann evtl. auch bei ca. 14°C hell, direkt am Fenster überwintert werden und ist nicht frosthart. Er verliert bei tiefereren Temperaturen auch mal die Blätter, die bei länger werdenen Tagen auch wieder nachtreiben.

    Zum Anderen ist hier auch der sehr ähnliche Zanthoxylum piperitum, Szechuan Pfeffer als Bonsai anzutreffen. Dieser ist u.a. im Himalya beheimatet, und hat einen pfeffrigen Geruch. Er verträgt tiefere Temperaturen und sollte daher kühl überwintert werden. So einen hatte ich mal als einer meiner ersten Bäume, und habe ihn versucht auf der Fensterbank zu überwintern, das schlug binen 3 Wochen fehl. Dieser roch nach Pfeffer beim Reiben an den Blättern, deswegen glaube ich, daß das schlüssig ist was ich rausgefunden habe.

    Und ich bitte Euch, mal nachzuforschen ob das stimmt was ich hier schreibe 🙂

    Wenn ich darf, würde ich, nach meinem bisherigen Kentnisstand, empfehlen, den Namen oben in der Beschreibung von Szechuan Pfeffer in Gelbholzbaum und von piperitum in beecheyanum umzuändern. Obwohl sie alle, wen man den Namen übersetzt, Gelbholz heißen. Die deutschen Namen sind aber sowieso eher ungenau als genau.

    Manchmal frage ich mich was für einem kompliziertem Hobby ich da eigentlich nachgehe…

  12. Bernd schrieb:

    @ André

    habe die Rubrik von Indoor in Kalthaus und den Temperaturbereich zum überwintern von 5 bis 15 Grad geändert.

    Eine namentliche Änderung werde ich allerdings nicht vornehmen, da es sich um die beschriebene und abgebildete Pflanze um einen Zanthoxylum piperitum handelt. Unabhängig wie zweifelhaft manchmal deutsche Namen sind. Deswegen benutzt man ja die international gültige wissenschaftliche Nomenklatur. Nur die ist eindeutig.

    Ich weiss, dass diese Pflanze auch im Himalaya vorkommt. Die Pflanze kommt aber auch in subtropischen Regionen in Asien vor. Wie man sieht gibt es eine weiter Verbreitung, was unterschiedliche Eigenschaften zur Folge haben kann.

    In der chinesischen Provinz hat es gem. Wikipedia im Norden eine durschnittliche Wintertemperatur von null Grad. Im Süden von 8 Grad Plus. In einigen bergigen Regionen gibt es viele Wolken und Nebel, wodurch es nur 29 – 30 Sonnentage im Jahr geben kann.

    Sorry, bei so vielfältigen Klimaten und Verbreitungsgebieten ist keine 100%ige Pflegeanleitung möglich, ausser man weiss genau wo die Pflanze herkommt.

    Wenn die Händler und Importeure genauere Angaben über die Herkunft ihrer Pflanzen machen würden, könnte man solche auch gezielter und erfolgreicher kultivieren.

    Damit komme ich automatisch wieder auf den Bonsai-Fachhandel. Einige Bonsaihändler wissen wo sie ihre Pflanzen her haben und können diese somit auch optimal pflegen und auch diese Pflegeinfos an den Käufer weiter geben.

  13. Bernd schrieb:

    Habe noch einmal intensiv über den Zanthoxylum pipertum recherchiert.

    Über Kälteresistenz konnte ich nichts zuverlässiges finden. Weder in deutscher noch englischer Sprache.

    In einem Forum hat einer eine Pflanze im Garten ausgepflanzt, welche bis zu -15 Grad ausgehalten haben soll. Dennoch ist sie im 10. Jahr in einem milden Winter erfroren!

    Wobei eine frei ausgepflanzte Pflanze ganz andere Schutzmöglichkeiten vor Kälte hat als ein Bonsai in der engen Schale.

    Händler geben den Temperaturbereich zwischen 5 bis 15 Grad an. Bei den niedrigen Temperaturen handelt es sich um Pflanzen die aus gebirgigen Regionen, meist aus China, stammen. Die aus den niederen Regionen oder Taiwan lieben es im Winter etwas milder.

    Gemäss Wikipedia soll es derzeit ca. 250 Zanthoxlum-Arten geben. Im Bonsai-Fachhandel bekommt man allerdings die passende Pflegebeschreibung zur gekauften Pflanze.

    Bei Aldi und Co habe ich da meine Zweifel.

  14. igrc miljenko schrieb:

    hii leute meine kinder haben mir zum weihnachten einen bonsai pfeffer baum zantoxylum
    geschenckt. laut ettikete ist er 3 jahre alt.da ich auf dem gebiet neu bin,würde ich mich freuen mir ein paar ratschläge auf dem weg geben den baumchen durch zubringen
    ich grüsse euch.

  15. Bernd Schmidt schrieb:

    Hallo igrc miljenko,

    Ratschläge zu was? Per Ferndiagnose sind keine Ratschläge möglich.
    Ich würde vorschlagen, du liest dich erst einmal die Basics hier oder auf anderen Bonsai-Homepages ein.
    Was zur Pflege notwendig ist steht ja bereits in diesem Artikel.

    Basics findest du unter
    http://www.bonsai-als-hobby.de/grundwissen/grundwissen-bonsai/ und über die Suchfunktion.
    Bei über 1200 Artikeln dürfte es auf viele Fragen hier bereits die Antwort geben.

    Wie du deine Pflanze auf den Weg bringst musst du am Ende immer selber entscheiden.
    Da jetzt Winter ist und auch bei deiner Pflanze keine Wachstumsphase ist, würde ich erst mal bis zum Frühjahr mit irgendwelchen Arbeiten warten.

    Bis dahin kannst du dich über die Möglichkeiten informieren.

    Wenn die Pflanze tatsächlich erst 3 Jahre alt sein sollte, ist es noch ein weiter Weg zu einem Bonsai.
    Bei dem Alter würde ich die Pflanze erst einmal 3-5 Jahre wachsen lassen und 1x im Jahr zurück schneiden.
    So bekommt das Bäumschen erst einmal einen dickeren Stamm.

    LG
    Bernd

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