Jadebaum, Speckbaum (Portulacaria afra) als Bonsai

Der Jadebaum wird umgangssprachlich auch Speckbaum oder Elefantenbaum genannt.

Manchmal wundere ich mich schon über die seltsamen deutschen Namen von Pflanzen?

Der Jadebaum ist im Prinzip mit der Pflege weitgehenst mit dem Geldbaum identisch.

In der Optik gibt es dennoch ein paar kleine Unterschiede. Der Jadebaum hat kleinere Blätter und eignet sich dadurch auch besser für kleine Bonsai-Gestaltungen.

Vorkommen:
Südafrika

Blatt:
Grüne kleine Blätter die auch Wasser speichern (= sukkulent).

Rinde:
Die Rinde gleicht wohl mehr dickerem Papier und ist bei direkter Sonne an jungen Trieben rot gefärbt. Im Alter vergraut die Borke.

Winter:
nicht winterhart

Bonsaieignung:
Sehr gut zur Bonsaigestaltung geeignet. Sehr pflegeleicht.

Beschaffung:
Im Pflanzenhandel oder Kakteen-Fachhandel gibt es normale Portulacaria afra. Im Bonsai-Fachhandel gibt es manchmal junge als Bonsai gestaltete Bäumchen.

Standort:
Nach dem letzten Frost, kann meist ab Mai bis in den Herbst, der Jadebaum sonnig im Freien aufgestellt werden. Die ersten ein bis zwei Wochen sollte er erst halbschattig aufgestellt werden, damit er sich erst an die direkte Sonne gewöhnen kann. Wird er direkt in die Sonne gestellt, besteht die Gefahr, das die Blätter durch Sonnenbrand schaden nehmen.

In der kühleren Jahreszeit ist ein Platz im Zimmer oder im beheizten Wintergarten erforderlich. Frost wird überhaupt nicht vertragen und führt zum schnellen Verlust der Pflanze.

Giessen und Düngen:
Im Sommer wird regelmäßig gewässert und gedüngt.
Je nach Entwicklungsstadium kann man das Wachstum und die Blattgröße auch durch die Düngung steuern.

In der Grundentwicklung, wenn der Baum erst einmal schnell wachsen soll, kann mit normalen Pflanzendünger stickstoffbetont gedüngt werden. Zwar werden die Blätter dadurch größer. In dieser Entwicklung spielt dies normalerweise keine Rolle.

Hat der Baum die gewünschte Größe erreicht und es soll eine Verzweigung aufgebaut werden? Dann kommt er in die erste Bonsaischale und wird mit stickstoffärmeren Kakteendünger gedüngt. Dadurch werden die Blätter klener. Die Internodien werden kürzer, wodurch eine feinere Verzweigungn erreicht wird.

Substrat:
Ich verwende überwiegend mineralisches Substrat aus Lavalit und Bimskies. Blumen- oder Pikiererde ist zwar auch möglich, diese sollte damit sie durchlässiger wird dann ebenfalls mit mineralischen Anteilen (Bims und Lavalit) verbessert werden. Der Nachteil bei Blumen- oder Pikiererde ist das diese zu lange feucht bleiben können (vor allem bei kühleren Phasen) und so die Grundlage für beginnende Fäulnis im Wurzelbereich sein könnten.
Bei mineralischen Substrat kann das überschüssige Gießwasser relativ schnell abfließen und so entsteht keine Staunäße und keine längere Feuchtigkeit im näßeempfindlichen Wurzelbereich.

Umtopfen:
Je nach Alter und Größe der Pflanze alle 1 bis 3 Jahre.

Gestaltung:
Viele der klassischen Stilformen können mit dem Portualacaria afra gestaltet werden.

Rückschnitt:
Der Jadebaum ist sehr schnittverträlich und reagiert mit einem kräftigen Neuaustrieb.
Die beste Zeit ist in der Wachstumszeit im Frühsommer.

Wenn ein Bonsai bereits die gewünschte Größe und Grundform erreicht hat, ist oft auch zweimal im Jahr ein Formschnitt erforderlich.

Drahten:
Auf drahten kann man verzichten. Zum einen sind die Äste relativ weichfleischig und vertragen kaum eine Drahtung.
Der Jadebaum wird normalerweise durch Schnittmassnahmen gestaltet.

Vermehrung:
Am leichtesten durch Kopf- oder Blattstecklinge.
Einfach in eine trockenes mineralisches Substrat stecken und warten bis sich etwas tut.

Schädlinge und Krankheiten:

Durch zuviel gießen kann Wurzelfäule entstehen. Einfach weniger gießen bringt Abhilfe.
Spinnmilben sind auch möglich. Dies kann ein Indiz auf Überdüngung sein. Durch zu stickstoffbetonte Düngung wachsen zwar die Pflanzen schneller. Allerdings werden die jungen Pflanzenteile auch anfälliger gegenüber saugenden Insekten.

Weitere Infos zu diesem Thema:

3 Kommentare

  1. 1. Luise

    Kommentar vom 17. Februar 2012 um 21:54

    Hallo Bernd,

    Nachdem ich letzten Sommer eine Crassula(ich weiss nicht ob Crassula oder die hier beschreibene Sukkulente) vom Kompost gerettet habe, ist mir die Pflanze im Winter aufgrund seltsamer Würmer im Substrat eingegangen. Es waren keine Trauermückenlarven,ich vermute Nematoden.
    Allerdings habe ich vom Radikalschnitt direkt nach dem Fund im Sommer noch einige Stecklinge gemacht.Einen Steckling habe ich noch, und nun ist die Frage, wie es weitergeht, da ich den Steckling zum Bonsai gestalten möchte.
    Der Frühling kommt bald und nach den Eisheiligen möchte ich dem im Moment etwa 4 oder 5 Zentimeter hohen Steckling eine Sommerfrische auf der Terrasse gönnen, im Moment steht er im beheizten Südwintergarten.Er war mir für eine richtige Überwinterung mit Temparaturen um die 10 Grad einfach nich zu klein…
    Aber nun zu meiner Frage:
    Was soll ich jetzt mit dem Winzling machen?
    Einfach wachsen lassen?
    Unterste Blätter abknipsen( Er hat ja im Moment keine Verzweigung, er ist einfach nur ein 5 Zentimeter hoher Stengel mit Blättern)?
    Wie erziehe ich ihn überhaupt zum Bonsai und wann( also ab welcher Größe) solte ich anfangen, ein Bäumchen aus ihm zu machen?

    Danke,
    deine Luise

  2. 2. Bernd

    Kommentar vom 18. Februar 2012 um 12:02

    @ Luise
    einfach wachsen lassen. Je nach Pflanzenart können dies ruhig ein paar Jahre sein.

    Wenn dann der Stamm eine Dicke erreicht hat, kann man daraus durch einen radikalen Rückschnitt auf die gewünschte Bonsaihöhe in weiteren Jahren einen ganz schönen Bonsai gestalten.

    Meine stehen im Winter im meist unbeheizten Zimmer bei 15 – 20 Grad. Da gebe ich ihnen alle 1-4 Wochen etwas Wasser.

    MFG
    Bernd

  3. 3. Luise

    Kommentar vom 18. Februar 2012 um 12:17

    Danke für die Antwort!
    Dann mache ich einfach so weiter wie bisher. Wachsen lassen und wenn der Stamm die gewünschte Dicke erreicht hat, abschneiden und an der Krone arbeiten.

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