Ficus microcarpa (retusa) – Bayanfeige als Bonsai
1. Juli 2008 von Bernd | 18 Kommentare
Der Ficus auch Gummibaum oder Feige genannt ist eine sehr artenreiche Baumart. Es sind derzeit über 800 verschiedene Ficus-Arten bekannt, welche hauptsächlich in den Tropen aller Kontinente vorkommen. Entsprechend vielfältig sind auch die Größen und das Aussehen der Bäume und Blätter. Eine Charaktereigenschaft aller Arten ist der Milchsaft (Latex) unter der Rinde. Auch der europäische Feigenbaum gehört zur Familie Ficus!

Vorkommen:
Südostasien
Helles subtropischen Klima.
Blatt:
derbe ledrige dunkelgrüne Blätter mit kurzer dumpfer Spitze.
Rinde:
Junge Triebe sind zu Beginn bräunlich und werden mit dem Alter grau mit weißer unregelmäßiger Masserung.
Winter:
nicht winterhart
Bonsaieignung:
Auf Grund seiner sehr guten Schnittverträglichkeit sehr gut als Bonsai geeignet. Da er aber nicht winterhart ist, sollte man für die kalte Jahreszeit einen Platz für ihn haben, wo die Temperatur nicht unter 15 Grad fällt und möglichst viel Licht verfügbar ist.
Beschaffung:
Im Fachhandel gibt es oft eine große Auswahl von der Jungpflanze bis zum bereits gestalteten Bonsai in verschiedenen Altersabstufungen.
Standort:
Im Sommer (Mai bis Oktober) am besten im Freien hell bis sonnig. Bei Temperaturen unter 15 Grad sollte man vorsichtig sein. Wobei dies nur für längere Kälteperioden gilt eine kühle Nacht mit 12 Grad verträgt ein Ficus normalerweise ohne Schaden.
Im Winter ist ein heller bis sonniger Ort mit minimal 15 Grad oder höher empfehlenswert.
Giessen und Düngen:
Durchdringend gießen und zwischen den Wassergaben sollte die Erdoberfläche abgetrocknet sein. Staunäße wird genauso wenig vertragen wie ein durchtrockneter Wurzelballen. Beides kann zum Abwurf einiger Blätter führen.
Während der Wachstumszeit reichlich düngen und in der lichtärmeren Jahreszeit wesentlich weniger.
Substrat:
2 Teile Anzuchterde oder Torf, 1 Teil Akadama, 1 Teil mineralischer Anteil wie Bims oder Lavalit
Umtopfen:
Je nach Alter alle ein bis fünf Jahre. Ein Wurzelschnitt wird sehr gut vertragen.
Gestaltung:
Im Prinzip ist fast jede Form machbar. Das typische Aussehen eines Urwaldficus sind eine flache Krone in Form eines Regenschirmes und ein verwundener Stamm im hohen Alter auch mit Luftwurzeln.
Wenn ein schnelles Dickenwachstum des Stammes gewünscht wird, sollte man die ersten zwei Jahre den Baum austreiben lassen. Danach werden die Triebe auf die Wunschlänge zurück geschnitten und über die Jahre durch drahten und spannen in die gewünschte Form gebracht.
Rückschnitt:
wird sehr gut vertragen und ist fast das ganze Jahr über möglich. Wobei in den sommerlichen Monaten ein Neuaustrieb schneller wahrscheinlich ist.
Für eine feinere Verzweigung und zur Formerhaltung wird ene Blattschnitt sehr gut vertragen. Dies sollte man am besten in einer der Wachstumsphasen und nur bei gesunden Pflanzen machen. Dabei wird nur das Blatt ohne Stengel abgeschnitten. Der Stengel vertrocknet danach und fällt ab. An der Achsel treibt ein neues Blatt das bei sonnigem Stand kleiner sein wird aus.
Drahten:
Ist auf Grund mehrerer Wachstumsphasen im Jahr auch über das ganze Jahr möglich. Dabei sollte man immer den Draht immer wieder kontrollieren, damit er nicht in das Holz einwächst und unschöne Schnitt und Druckstellen hinterläßt.
Bei älteren Ästen steuert man die Wuchsrichtung durch spannen der Äste.
Vermehrung:
Am einfachsten über Stecklinge. Beim Formschnitt die verholzten Stücke in einen Joghurtbecher mit Wasser stellen. Nach 3-6 Wochen haben sich die ersten weißen Wurzeln gebildet. Nun kann man diese Stecklinge in Substrat pflanzen und von klein auf die Form bestimmen.
In der Fachliteratur wird meist empfohlen die Stecklinge in Anzuchterde in einem kleinem Anzuchtgewächshaus mit Bodenwärme (Heizung, Heizkabel oder Heizmatte) zu ziehen. Bei mir hat dies nicht so zuverlässig wie die Joghurtbechermethode funktioniert.
Schädlinge und Krankheiten:
Weitere Infos zu diesem Thema:
- Crassula sarcocaulis als Bonsai
- Chinesische Ulme – Ulmus parvifolia als Bonsai
- Crassula ovata – Geldbaum – Pfennigbaum als Bonsai
- Picea abies – Gemeine Fichte – Rottanne als Bonsai
- Taxus baccata – Geimeine Eibe als Bonsai
- Cotoneaster horizontalis – Zwergmispel als Bonsai
- Rhododendren indicum – Satsuki-Azaleen als Bonsai
- Juniperus chinensis – Chinesischer Wacholder als Bonsai
- Hedera helix – Efeu als Bonsai
- Ulmus minor – Feld-Ulme als Bonsai
Info zum Beitrag
geschrieben am Dienstag, den 1. Juli 2008 um 17:38 Uhr
Tags: bayanfeige, bonsai, ficus, ficus microcarpa, ficus retusa, Indoor, kalthaus, warmhaus


1. tini
Kommentar vom 23. März 2010 um 09:16
hi hier ist tini,
ich habe nicht viel ahnung von pflanzen, deshalb hab ich mir einen ficus ginseng (bei ikea) gekauft, ich dachte mir wie du schreibst: dass ich dann wenigstens nicht so viel geld in den sand setze.
jedenfalls ist mein bäumchen ganz schön mickrig. folgendes ist passiert es sind ein paar neue äste ausgetrieben si auch immer fleißig weiterwachsen, allerdings sind so ziemlich alle äste die beim kauf dran waren mittlerweile komplett verholzt und tot(?)
ich habe jetzt also eine wurzel mit drei vier, sehr langen, ästen, das sieht leider ziemlich doof aus und auch nicht wirklich gesund, wie schaff ich es dass aus der wurzel wieder neue triebe kommen?
liebe grüße und vielen dank!
tini
2. Bernd
Kommentar vom 23. März 2010 um 21:07
Sorry per Ferndiagnose kann keiner eine passende Antwort oder Ratschlag geben.
Grundlage für die Kultur eines Bonsai ist das man sich vor der Anschaffung über die Pflanze bzw. die Bonsaiart genau informiert um zu wissen wie man ihn optimal pflegen kann.
Dann lassen sich auch solche Fehler vermeiden.
Also erst einmal genau informieren. Hier im Blog die Grundlagen durchlesen oder in Bonsaiforen nachlesen und erst dann loslegen.
3. Milli
Kommentar vom 23. April 2010 um 17:34
@ tini
schneid einfach die triebe beim 2. blatt ab… damit entsteht ein saftstau und die “schlafenden augen” werden aktiviert un so wachsen dan auch wieder mehr triebe:) hab bei meinem mal komplett alles abgeschnitten… sind richtig viele nachgekommen:)… sieht nur anfangs bissle blööd aus wennn keine blätter drann sin aba des dauert nich lange:)… und die abgeschnittenen teile kannste in en wasserglas stellen und bewurzeln:)
4. Lilly
Kommentar vom 8. Oktober 2010 um 15:06
Hallo Leute,
ich hab von meiner Mama einen ficus ginseng geschenkt bekommen und pflege ihn nach Anleitung und trotzdem lässt er fleißig Blätter fallen.
Liebe Grüße Lilly
5. Bernd
Kommentar vom 8. Oktober 2010 um 15:17
Dafür gibt es mehrere Möglichkeiten:
- weniger Licht als vorher
- möglichst viel Licht (Sonne) bieten
- zuviel gegossen
- zuwenig gegossen
- zu kalkhaltig gegossen
- ausgefüllter Wurzelballen = umtopfen
- unpassende Erde (lehmig und hart) = umtopfen
Aber per Ferndiagnose ist hier kaum eine Hilfe möglich, da oft auch mehrere Faktoren gleichzeitig auftreten können.
6. Richard
Kommentar vom 19. Mai 2011 um 14:47
ich habe auch schon seit März einen solchen Bonsai.
da die grünfärbung der Blätter nachließ habe ich beschlossen mit dem düngen zu beginnen, da ich die Gieß methode mit dem eintauchen bevorzuge habe ich auch dort den Bonsaidünger reingetan. jetzt habe ich aber das problem dass sich an dem Stammanfang unten und in dessen umgebung kleinerweißer schimmel bildet. Außerdem habe ich vereinzelt gelbe blätter die dann auch abfallen.
Wie ist dem entgegenzuwirken ist die düngmethode falsch, soll ich ihn umtopfen und die schimmligen wurzeln wegmachen?
7. Bernd
Kommentar vom 19. Mai 2011 um 19:46
@ Richard
entweder zu naß, zuwenig Frischluft, zuwenig Sonne und oder weniger optimales Substrat.
Beim jetzigen Wetter würde ein sonniger Standort im Freien Abhilfe bringen?
Beim Ficus sollte zwischen dem Gießen die Erde abtrocknen. Dadurch entwickeln sich auch neue kleine und feine Wurzeln. Permanente Näße kann sogar zur Fäulnis führen.
Allerdings ist das Gießverhalten sehr stark vom verwendeten Substrat (Erde) abhängig. Wenn du normale Blumenerde oder reines Torf verwendest, tritt der Schimmel leichter auf, da diese Erde die Feuchtigkeit meist lange hält. Und wenn der Bonsai im Zimmer steht, verdunstet um diese Jahreszeit meist die Feuchtigkeit nur langsam. Die Folge kann dann Schimmel sein.
Ich würde den Bonsai in sein Substrat mit höherem mineralischen Anteil umtopfen. Ich nehme da Lavalit, Bimskies und Akadama (gebranntes Lehmgranulat aus Japan) und etwas Anzuchterde mit je gleichen Anteilen. Der Lehm und die Anzuchterde speichern das Gießwasser und den Dünger. Das lose mineralische Substrat sorgt für ein abfließen von überschüssigen Gießwasser und hat auch noch einige Mineralien für den Baum.
Beim Umtopfen sollten verfaulte Wurzeln (sind weich bzw. matschig, bis auf den gesunden (festen) Bereich zurück geschnitten werden. Danach ruhig ein paar Tage trocken und schattig stellen. Gedüngt wird erst wenn sich der erste Neuaustrieb zeigt, da sonst durch den Dünger Wurzelverbrennungen möglich sind. Gegossen wird sobald die Erde abgetrocknet ist. Ein trockener Tag schadet nicht.
8. Richard
Kommentar vom 20. Mai 2011 um 09:42
na mit dem gießen warte ich immer bis es abgetrocknet is und als substrat hab ich bonsaierde ich werd den jetzt ma umtopfen bissl schattig stellen und dann nach draußen tun (wie is das eig. draußen dann mit regen und so is das schlimm wenn der da viel regen abkriegt auch wenns ablaufen kann?)
9. Bernd
Kommentar vom 20. Mai 2011 um 13:11
@ Richard
Regen mag der Ficus!
Die meisten Ficus-Arten kommen aus dem Regenwald.
Wenn die Bonsaischale Abflußlöcher hat und diese nicht verstopft sind, kann da nicht viel passieren.
Deswegen mischen die meisten Bonsaipflege mineralische Bestandteile in das Substrat, was zum einen auflockert und Staunässe vermindert.
Bonsaierde ist nicht gleich Bonsaierde.
Wenn du humus- oder Torfhaltige Fertig-Bonsaierde gekauft haben solltest, würde ich diese mit Bimskies oder Lavagranulat noch auflockern und damit verbessern.
10. Amalthea
Kommentar vom 22. Mai 2011 um 21:17
Ich habe vor ca. einem virtel jahr an meinem 1 jährigem Steckling einige grüne Kugeln entdeckt. laut Internet bekommt diese Ficussorte jedoch keine Früchte oder ähnliches. Was könnte das also sein? bei der “Mutterpflanze” die 9 jahre alt ist hatte ich so etwas nie und auch an meinen anderen Stecklingen nicht.
11. Bernd
Kommentar vom 23. Mai 2011 um 08:37
@ Amalthea
Ohne konkrete Benennung der Pflanze kann dir da keine eine fachgerechte Antwort geben.
Wenn ich meine Glaskugel befrage würde die wohl auf Früchte tippen.
12. Heike
Kommentar vom 22. Juli 2011 um 14:37
Ich habe einen Ficus micocarpa als Bonsai vor 4 Jahren geschenkt bekommen. Im Sommer steht er immer draußen auf dem Balkon. 1x pro Woche tauche ich ihn, in den Sommermonaten bekommt er Bonsaidünger. Bisher war immer alles schick. Jetzt der Schreck: plötzlich sind jede Menge gelbe Blätter da und Teile des dicken verzweigten Stammes (Wurzeln?)ganz weich (verfault??).
Ist mein Bäumchen noch zu retten? Was muß ich machen? (Kann ich ihn jetzt umtopfen oder ist das zu anstrengend für die Pflanze und gäbe ihr den Rest?) Was habe ich evtl. falsch gemacht? (Staunässe habe ich vermieden.)
13. Bernd
Kommentar vom 23. Juli 2011 um 16:39
@ Heike
ich bin gerade im Urlaub und kann per Ferndiagnose und ohne Bilder keine Einschätzung geben.
Aber wenn du mit ein paar Fotos und näherer Beschreibung dein Anliegen in eine Bonsaiforum stellst, kann man dir sicherlich helfen.
Wichtig sind dabei allerdings aber gute Fotos.
Sonst kann dir da auch niemand helfen.
Am besten noch mit Angaben, welche Erde du verwendest. Wann das letzte Mal umgetopft wurden bzw. wann das letzte Mal die Wurzeln zurück geschnitten wurden?
Was für eine Erde wird verwendet? …
MFG
Bernd
14. Bonsai-Neuling
Kommentar vom 8. Januar 2012 um 04:05
gute nacht,
ich habe zwei bonsai banyafeigen und die stehen im kinderzimmer bei sohnemann am fenster.
dort sind es wenn ich lüfte mal unter 14- 14 gradf und sonst maximal 17 bis 18 aber meist 17 grad.
ist das so ok?
ich sehe auch, das die seite, die zru sonne hinzeigt also zum fenster neue azstriebe bekommt kleine grüne blätter.
ist das eigentlich normal, das ein ficus im winter austreibt?
ich kenne esw nur so ab frühjahr wenns wärmer und das licht heller ist aber ich war schon erstaunt das die azstreiben und mein gummibaum im wohnzimmer blätter wegen dunkelheit verliert.
der eine ist auch in eine kleine mickrige schalem so das ich vor hatte den umzutopfen.
welche erde muss ich verwenden?
kaufe alles bei der bonsaischule wenddorf.
habe schon akandaerde aber nur die wirds nicht bringen oder?
15. Bernd
Kommentar vom 8. Januar 2012 um 16:11
@ Bonsai-Neuling
Wenn du den Artikel gelesen hättest, wären schon einige Fragen bentwortet gewesen.
Den Rest findest du über die Suchfunktion.
Sorry, mit solch pauschalen Fragen wird dir niemand für dich passende Antworten geben könnnen.
Ein Ficus ist eine subtropische Pflanze, warum sollte diese bei entsprechenden Bedingungen nicht auch bei uns im sogenannten Winter austreiben?
Ob die Bonsaischale passend oder unpassend ist, kann man ohne Bild nicht beurteilen.
Akadamaerde ist sicherlich nich ganz falsch. Umtopfen sollte man aber erst im Frühjahr wenn der Baum richtig ausreibt.
16. Deshojo
Kommentar vom 21. Januar 2012 um 16:51
Hallo Bernd,
da Du Biologie studierst, wirst Du mir mit einer Ficus spezifischen Frage sicher weiterhelfen können.
Oft sieht man (beispielsweise bei Ficus benjamina)zwischen dem Übergang vom Blattstiel zum Blattanfang wachsartige tropfenförmige Ausscheidungen.
Handelt es sich hierbei um Guttation und gibt es dazu eine gesicherte und belegbare wissenschaftliche Quelle?
Gruß,
Pit
17. Bernd
Kommentar vom 21. Januar 2012 um 17:18
@ Deshojo
warum sollte ich mit 47 Jahre Biologie studieren? Wie kommst du auf diesen Gedanken
Aber auf http://de.wikipedia.org/wiki/Guttation kann man das auch nachlesen.
Ich selbst habe diese auch schon einmal bei einer Orchidee beobachtet. Da die Tropfen auf Grund des Zuckergehaltes etwas klebrig waren, dachte ich erst an einen Befall von Schildläusen oder anderen Läusen, die ja auch eine Zuckerlösung produzieren. Allerdings konnte ich keine Läuse welcher Art auch immer finden.
Und die Orchidee hat munter für weitere Jahre Blütenrispen produziert.
Ach, Biologie studiert Vincent Staat. Der schreibt hin und wieder hier im Blog ein paar Fachartikel.
MFG
Bernd
18. Deshojo
Kommentar vom 21. Januar 2012 um 17:49
Hi Bernd,
da habe ich Dich doch tatsächlich mit Vincent Staat verwechselt.
Der Begriff der Guttation ist mir natürlich geläufig.
Mir geht es explizit um die artspezifische Wachsauscheidung bei Fici, also darum, ob diese Art der Wachsabsonderung ebenfalls als Guttation bezeichnet werden kann und ob es darüber irgendwo eine seriöse wissenschaftliche Aussage gibt.
P.S. Wikipedia ist übrigens keine gesicherte
wissenschaftliche Quelle.
Gruß,
Pit