Crassula ovata – Geldbaum – Pfennigbaum als Bonsai

Der Pfennigbaum ist eine weit verbreitete und beliebte Zimmerpflanze.

Da sie schnittverträglich ist und sehr gutes Wachstum an den Tag legt, kann sie auch leicht zum Bonsai gestaltet werden.

Da die Pflanze sehr pflegeleicht ist und auch leichte Pflegefehler gern verzeiht ist der Crassula ovata hervorragend für den Bonsai-Neuling geeignet.

Normalerweise wächst der Geldbaum eher strauchig. Aber durch passende Schnittmaßnahmen kann man ihm die Form eines Baumes geben.

Crassula ovata

Vorkommen:
Südafrika.
Meist sehr sonniger Standort.

Blatt:
Dicke ovale dunkelgrüne Blätter die sich bei intensiver Sonne am Rand rötlich färben können. Die Blätter haben die Fähigkeit Wasser zu speichern. Deswegen gehört der Crassula ovata zu den Sukkulenten (= wasserspeichernde Pflanzen).

Rinde:
Eine Rinde wie bei unseren heimischen Bäumen gibt es beim Crassula nicht. Es handelt sich da wohl eher um eine Pergamentartige Borke die auch nach Jahren nicht so aushärtet wie Holz. Auch das Fleisch unter der Rinde oder Borke ist eher weicher Natur. So kann es bei manchen Ästen durchaus vorkommen das diese durch ihr Eigengewicht abrechen.

Nebari Pfennigbaum (Crassula ovata)

Nebari Pfennigbaum (Crassula ovata)

Winter:
nicht winterhart

Bonsaieignung:
Auf Grund seiner Schnittvergräglichkeit sehr gut. Auch viele kleine bis mittlere Pflegefehler verzeiht der Geldbaum meist gut. Eine für Anfänger hervorragend geeignete Pflanze.

Beschaffung:
Wenn es jemand im Bekanntenkreis mit einer Crassula gibt, kann man sich dort sicherlich einen Steckling besorgen. Aber auch im Blumenhandel und in Kakteengärtnereien bekommt man den Geldbaum.

Standort:
Von Mai bis in den Oktober stehen meine Crassula ovata auf dem sonnigen Balkon. Sonne wird sehr gut vertragen und fördert bei den meisten Geldbäumen eine rote Färbung am Rand der Blätter. Bei sehr starker Mittagshitze schützt sich der Baum dadurch, daß er die Blätter hochstellt, wodurch er eine Verdunstung reduziert.
Da er nicht winterfest ist, sollte er frostfrei und hell überwintert werden. Bekommt er zu wenig Licht im Winter vergeilen die Triebe und das Bäumchen sieht alles andere alls schön aus. Meine Exemplare verbringen den Winter im Arbeitszimmer an einem Ostfenster wo sie Vormittags Sonne bekommen können. Aber auch ein Nordfenster ist als Winterstandort möglich.

Giessen und Düngen:
Da der Pfennigbaum aus Trockensteppen stammt benötigt er nicht so übermäßige Wassergaben. In der Wachstumgszeit im Sommer bekommt er bei hohen Temperaturen alle 1-2 Wochen durchdringende Bewässerung. Ist es kühler können es auch gerne mal bis zu 3 Wochen werden.
Im Winter wird nur einmal im Monat gegoßen, so daß keine Blätter vertrocknen.
Gedüngt wird am besten mit Kakteendünger. So erhält man ein natürliches Erscheinungsbild. Man kann zwar auch mit herkömmlichen Blumendünger oder Blaukorn düngen, dann erhält man allerdings sehr mastige Pflanzen die weniger ästhetisch wirken. Im Winter wird gar nicht gedüngt.

Substrat:
Ich verwende überwiegend mineralisches Substrat aus Lavalit und Bimskies. Blumen- oder Pikiererde ist zwar auch möglich, diese sollte damit sie durchlässiger wird dann ebenfalls mit mineralischen Anteilen (Bims und Lavalit) verbessert werden. Der Nachteil bei Blumen- oder Pikiererde ist das diese zu lange feucht bleiben können (vor allem bei kühleren Phasen) und so die Grundlage für beginnende Fäulnis im Wurzelbereich sein könnten.
Bei mineralischen Substrat kann das überschüssige Gießwasser relativ schnell abfließen und so entsteht keine Staunäße und keine längere Feuchtigkeit im näßeempfindlichen Wurzelbereich.

Pfennigbaum (Crassula ovata) als Bonsai 2013

Pfennigbaum (Crassula ovata) als Bonsai 2013

Umtopfen:
Je nach Alter und Größe der Pflanze alle 2 bis 5 Jahre.

Gestaltung:
Meist wird dies eine formal oder frei aufrechte Form sein. Um eine Baumähnliche Form gestalten zu können, sollten die meisten der unteren Blätter an einem Stamm oder Ast entfernt werden. So entsteht dann Baumähnliche Form. Vom Wuchs und Aussehen kann man auch durchaus das Erscheinungsbild eines Baobab-Baumes nachbilden.

Rückschnitt:
Wird sehr gut vertragen und kann über das ganze Jahr vorgenommen werden. Wobei der Austrieb in der Wachstumsphase natürlich am stärksten ist.

Vermehrung:
Am leichtesten mit Kopfstecklingen oder Blattstecklingen. Dieser erst 2-4 Wochen an der Schnittstelle abtrocknen lassen. Danach in ein mineralisches Substrat oder Sandhaltiges Substrat stecken und weitere 2-4 ohne zu gießen warten. In dieser Zeit bilden sich die ersten Wurzeln. Danach kann an das erste Mal gießen. Wenn die Blätter plötzlich dicker werden, sind die ersten Wurzeln vorhanden.

Schädlinge und Krankheiten:

Wolläuse und Wurzelläuse sind keine heimischen Tiere und können nur durch neue Pflanzen mit eingeführt werden. Wolläuse erkennt man an der Pflanze durch ihre weiße filzige rundlich ovlae Form. Gespinste sind Nester und sollten ebenfalls entfernt werden. Wenn man die Tiere und Nester mit einem in Spiritus getränkten Q-Tip betupft wird die weiße Wachsschicht aufgelöst und die Schädlinge getötet. Unter Umständen muß die Behandlung ein paarmal wiederholt werden.
Wurzelläusen beugt man vor, in dem man jede neue Pflanze austopft oder umtopft und dabei den Wurzelbereich beugtachtet.
Auf jeden Fall sollten solch befallen Pflanzen von anderen getrennt werden. Sozusagen in Quarantäne, damit diese Tierchen nicht über die anderen Pflanzen herfallen.

Angeblich soll der Geldbaum auch Mehltau bekommen. Dies dürfte aber wohl nur bei sehr hoher Feuchtigkeit oder Luftfeuchtigkeit möglich sein. Also eher trocken halten.

Über Bernd

Bei der Beschäftigung mit Bonsai kann ich entspannen und abschalten. Auf diesem Blog möchte ich Anfängern mein bescheidenes Grundwissen über Bonsai verständlich rüber bringen.

43 Kommentare zu Crassula ovata – Geldbaum – Pfennigbaum als Bonsai

  1. Angelika schrieb:

    Ich habe auch eine über 10 Jahren alten Geldbaum. Der Gedanke ihn zum Bonsai gestalten kam mir aber bisher noch nicht. Vielleicht sollte ich es auch mal versuchen?

  2. claudia schrieb:

    Hallo ich würde es tun das sieht dann gut aus aber es kommt drauf an wie dick der Stamm ist
    LG

  3. Alex schrieb:

    Ich würde es auch versuchen, werde mir sogar einen Kaufen.

  4. Bernd schrieb:

    Oder wenn du sowieso einen hast kannst du auch sehr leicht aus einem Steckling einen zukünftigen Bonsai gestalten 😉

  5. shari schrieb:

    Halli
    ja das finde ich ja mal interessant.
    Ich habe meinen Geldbaum schon seit 15 Jahren, aber auf die Idee bin ich auch noch nicht gekommen, daraus einen Bonsai zu gestalten.

    Mein Geldbaum steht auch im Sommer auf der Terasse und ab Oktober kommt er ins Winterquartier.
    Leider hat ihn ein Sturm mal umgeworfen (womit ich niemals gerechnet hätte, denn der Topf ist schon sauschwer) und ein ganzes Stück ist vom Geldbaum abgebrochen. Ich habe dieses Stück dann eingepflanzt und hatte schon nach kurzer Zeit einen neuen Geldbaum, der sich sehr gut entwickelte – kurz und gut, er brauchte nach kurzer Zeit einen neuen Topf und mein Mann pflanzte ihn um. Er setzte ihn mit Erdballen in Grolit2000, sogar mit Wasserstandsanzeiger, wie bei einer Hydrokultur. Er verträgt es wunderbar (jetzt ist er auch schon 5 Jahre) wenn der Wasserstand auf 0 steht, dann lasse ich den Geldbaum 14 Tage trocken stehen und dann bekommt er wieder Nachschub, bis die Anzeige ca. 3/4 Wassermenge anzeigt.

    Ist das auf dem 1. Bild auch eine Ovata?
    Ihre Blätter sehen nicht so rundlich aus, wie die auf dem 2. Bild und sind auch nicht so dickfleischig und von der Farbe her ist sie auch viel heller. Oder steht sie einfach dunkler als die 2.?

    Naja, ich bin jedenfalls auf den Geschmack gekommen und werde mich beim nächsten Einkauf im Gartencenter mal nach Bonsaischalen umschauen.

  6. Bernd schrieb:

    Beides sind Crassula ovata. Inzwischen ist Crassula ovata wohl mehr ein Sammelbegriff für verschiedene Varianten. Da gibt es unterschiedlich große, geformte und gefärbte Blätter. Ist auch von der Sonnenmenge die sie bekommen abhängig. Einige verfärben sich so wie der untere vom Rand her ins rötliche und entwickeln kleinere Blätter. Ich habe bei einem Kakteensammler sogar mal einen mit gelben Blättern gesehen! Allerdings ist dies eine selten vorkommende Laune der Natur.
    Eine kleine Entwicklungschronolige beider Bonsai findest du auch unter
    http://www.bonsai-als-hobby.de/gestaltungsbeispiele/gestaltung-eines-crassula-ovata-bonsai/
    und
    http://www.bonsai-als-hobby.de/gestaltungsbeispiele/gestaltung-eines-crassula-ovata-minor-als-bonsai-shohin/

  7. leJoe schrieb:

    Mensch, so einen Geldbaum habe ich auch hier auf meiner Fensterbank stehen.

    Für den Rückschnitt zu einem Bonsaibaum ist er aber wohl leider nicht geeignet. Hab ihn zwar vor noch nicht allzu langer Zeit neu bekommen (als Ableger eines alten), aber er ist jetzt schon extrem „baumartig“. Heißt relativ dicker Satmm aber die Blätter nur die obersten paar Zentimeter wie eine Art Krone.
    Muss wohl wegen der spärlichen Wintersonne sein, ich finds eigentlich schade. Fände den Geldbaum als Busch oder eben Bonsai, wie ich hier gerade sehen kann, viel besser aussehend.

    Kann ich ihn jetzt noch zu einem Bonsai „trainieren“? Der Haupttrieb ist schon 20cm hoch und vom Boden ausgehend gibt es 2 Nebentriebe mit ca. 5cm Länge relativ schräg nach oben.

  8. Bernd schrieb:

    @ leJoe
    wenn du Lust und Zeit hast kannst du mir gerne von deinem Crassula ein oder zwei Fotos schicken. Dann könnte ich diesen mit einem persönlichen Einschätzungsbericht online stellen.
    So erfährst du zum einen wie ich die Möglichkeiten zur Gestaltung eines Bonsai einschätze und einige der Besucher werden sicherlich auch ihre Einschätzung dazu kommentieren 😉

    Meine Mailadresse findest du im http://www.bonsai-als-hobby.de/impressum/

  9. Morri schrieb:

    Ah…Geldbaum.

    Meine Oma hatte einmal einen, dessen Stamm war so dick das man ihn mit zwei Händen gerade so umfassen konnte, die Krone weit ausladend zu den Seiten, halbrund wie bei diesen afrikanischen Bäumen.

    Sie hatte den Baum schon gut 40 Jahre…bis …

    Sagen wir der Baum existiert nicht mehr was ich auch jetzt noch schmerzlich finde da er wunderschön war und daher auch wohl meine Faszination für Bonsais rührt.

    Eine wunderbare Welt in einer Tonschale.

    Ich habe noch einen winzigen Steckling, vielleicht is der in 40-60 Jahren annährend so wie der in meiner Erinnerung

  10. engelchen schrieb:

    Unsere Nachbarn hatten auch einen Pfennigbaum und es stimmt er ist echt pflegeleicht, leider verzeiht er dann aber doch nicht alles. Ich weiß nicht ich vermute es war ein zuviel oder zuwenig an Wasser. Nachdem ich deinen Artikel hier gelesen habe, schade ich hätte einen Steckling ziehen sollen. Nun denn das ist nun zu spät 😉

  11. Bernd schrieb:

    @ engelchen

    sicherlich war es zuviel Wasser. Zuwenig giessen hält ein Pfennigbaum sogar ein paar Monate unbeschadet durch.

  12. Manfred schrieb:

    Ich hab mir vor einer Stund einen Geldbaum gekauft und wollte nur mal im Internet schauen wie ich den pflegen muss. Deine webside hat mir dabei super geholfen. Ich hab schon einen Steckling abgeschnitten und will den dann zum Bonsai formen…. LG Manfred aus Erkelenz

  13. Bernd schrieb:

    @ Manfred
    Ja, da wünsche ich dir mal viel Erfolg und Ausdauer!

  14. buir schrieb:

    Achtung, Pflanzen, die im Sommer draußen stehen, bekommen oft und schnell Schildläuse. Seit ich im späten Herbst, bevor die Pflanze ins Winterquartier kommt, direkt entsprechende Stearin-Lösungen sprühe, hat sich das problem erledigt.

  15. Bernd schrieb:

    @ buir
    Oft und schnell kann ich gar nicht bestätigen. Bei mir stehen ein bis mehrere Craussula seit über 20 Jahren immer über den Sommer im Freien.
    Bisher keine einzige Schildlaus.
    Obwohl meine Ficus seit letzdem Jahr Schildlausbefall hatten.

  16. claudia schrieb:

    hallo
    aus welchem zweig macht man bonsai dumme frage ichw eiss ich möchte auch einen ziehen aber ich weiss nicht wie es geht bitte um hilfe danke

  17. walfi schrieb:

    Hallo, man kann jeden noch so kleinen Zweig nehmen, zum Anwachsen in etwas feuchte Erde stecken. Es geht so unproblematisch, dass sogar auf dem Boden liegen gebliebene Zweigchen Wurzeln ziehen.

  18. claudia schrieb:

    Hallo danke ich werde es versuchen hoffentilich klappt es danke LG

  19. suiseki schrieb:

    Ein sehr guter und informativer Blog.
    Beschäftige mich nun seit 3 Jahren mit Bonsai.
    Ich habe auch einige Crassula, aber sie sind noch weit vom „Bonsai“ entfernt.
    Auf jeden Fall ein toller Blog, gerade auch für den Anfänger! Eventuell sollte man ihn auf dem „Bonsaifach-Forum“ verlinken?
    Gruß, suiseki

  20. janina schrieb:

    Hallo ich möchte auch einen Bonsai aus einem Pfennigbaum „ziehen“,bin aber leider neuling im Bonnsaigeschäft.Wie dick und wie hoch muss denn der Stamm sein um daraus einen Bonsai „zu machen“??

  21. Bernd schrieb:

    @ janina
    wie groß soll der Bonsai später werden?
    Darüber kann man keine pauschale Antwort geben, da Pflanzen sich unterschiedlich entwickeln können.

    Den Pfennigbaum wachsen lassen, bis er die gewünschte Stammdicke hat und dann radikal zurück schneiden. Ob man dabei mehrere Äste stehen läßt oder nur den Stamm hängt von Ziel und persönlichen Geschmack ab.

    Danach bilden sich neue Triebe, die man in den Folgejahren zu Ästen aufbaut.

    MFG
    Bernd

  22. Daniel schrieb:

    Hallo,
    als ich soeben nach meinem Affenbrotbaum schaute habe ich festgestellt das dieser schöne weise Sternchenblüten bekommen hat. Ich weis leider nicht wie alt mein Baum ist. Aber es ist schön Ihn so zu sehen.

  23. Bernd schrieb:

    @ Daniel

    gratuliere!
    Eigentlich blühen die Bäume bei uns im Spätwinter – Frühjahr.
    Aber da wo er herkommt, in Südafrika, blüht er auch derzeit 😉

  24. André schrieb:

    @Daniel, hast Du mal ein Photo für mich/uns?

  25. Pingback: Vermehrung des Pfennigbaums (Crassula ovata) durch Blattstecklinge « Vegetation daheim – Garten- und Pflanzenblog

  26. Sandro Schöbel schrieb:

    Also ich bin eigentlich Kakteen Züchter aber ich bin durch Zufall auf eine deiner Seiten gestoßen und finde das gut und habe eine Frage: „wie lange dauert es bis er so aussieht wie der auf dem 1. Bild?“ und kann man das auch mit anderen Pflanzen machen?
    Danke im voraus.

  27. Bernd schrieb:

    @ Sandro
    habe über die ersten Entwicklung hier http://www.bonsai-als-hobby.de/gestaltungsbeispiele/gestaltung-eines-crassula-ovata-bonsai/ darüber berichtet.

    Mit einer gekauften Pflanze hat es 2 Jahr gedauert.

    Aus einem Steckling würde es etwa 5 – 10 Jahre dauern.

    Die Zeitspanne ist recht gross, da viele Faktoren einen Einfluss auf eine Gestaltung haben können.

    Ich bereite seit 3 Jahren einen Steckling von dieser obigen Pflanze als zukünftigen Bonsai vor. Erst mal wachsen lassen und im Sommer stickstoffbetont düngen, damit der Stamm schneller dick wird. Wenn die gewünschte Stammdicke erreicht wird er unter die spätere Höhe zurück geschnitten. Danach erfolgt über zwei bis drei Jahre der Aufbau der Verzweigung…

  28. Kurt schrieb:

    Hallo Bernd,

    ich habe einen stattlichen Geldbaum herangezogen, die Blätter sind fest und haben eine satte Farbe – allerdings sind die Triebe immer länger geworden und er wirkt ein wenig kahl. Daher würde ich ihn gerne zurückschneiden, sodass das Blätterdach an Dichte gewinnt und er kompakter wirkt. Meine Fragen dazu: (1) Kann ich einen Trieb so zurückschneiden, dass er keine Blätter mehr hat oder sollte ich immer min. ein Blattpaar übrig lassen? (2) Wann soll ich ihn schneiden? Ist es besser noch bis zum Frühling zu warten?

    Vielen Dank und viele Grüße

    Kurt

  29. Bernd Schmidt schrieb:

    Hallo Kurt,

    im Prinzip kann man den Geldbaum das ganze Jahr schneiden. Allerdings könnten im Winter wieder nur lange und weniger Austriebe entstehen, da wir derzeit wenig Tageslicht haben.

    Wenn du die Möglichkeit hast die Pflanze ins Freie zu stellen, würde ich im Mai zurück schneiden. Einfach auf die Wunschhöhe. Egal ob er danach kahl aussieht. Dann sonnig stellen und in zwei Wochen bilden sich an den untersten Ringen neue Blätter die in ein bis drei Jahren (von der Baumgrösse abhängig) neue Triebe werden.

    Mag zwar am Anfang radikal aussehen. Aber nach ein paar Jahren sieht der Geldbaum kompakter, voller belaubt und schöner aus.

    Wenn du den Baum das ganze Jahr im Zimmer stehen hast, kannst du auch schon ein oder zwei Monate früher zurück schneiden. Allerdings wird der Neuaustrieb auf Grund der geringeren Lichtmenge weniger voll werden.

    Beim schneiden bitte berücksichtigen, dass die Schnittstelle bis zum nächst unteren Ring zurück trocknet. An dieser oder an den 1-3 oberen Ringen treibt der Baum danach neu aus.

    Schönen Gruß
    Bernd

  30. MacPaul schrieb:

    Servus!

    Wie groß ist denn die Schale im ersten Bild? Und rund oder oval? Wobei die gerade im letzten Bild auch okay ist.
    Genau so hätte ich gerne drei Bonsai, wobei die Crassula für Anfänger eh am besten geeignet ist.

  31. Bernd Schmidt schrieb:

    Die Schale auf dem ersten Foto hat ca. 17 cm im Durchmesser und ist rund.
    Die spätere Schale ist oval und hat etwa 18 cm Länge.

    Crassula ovata ist gut als Bonsai geeignet.
    Noch besser finde ich inzwischen den Jadebaum (Portualacaria afra), da er wesentlich kleinere Blätter hat..

  32. MacPaul schrieb:

    So groß? Hatte mit ca. 12 cm gerechnet. da wäre mir so einer eh zu hoch.
    Bei den Namen gibt es anscheinend ein klein wenig Durcheinander, werden doch beide inzwischen synonym verwendet. Aber ich achte mal auf die Blättergröße.

  33. Bernd Schmidt schrieb:

    Es ist deine Entscheidung auch einen Crassula ovata in einer 12 cm langen Schale zu kultivieren. Nur weil mein Bonsai in einer etwas grösseren ist, ist deine Vorstellung nicht ausgeschlossen.

    Nach der aktuellen Nomenklatur sind Crassula ovata und Portulacaria afra synonym und theoretisch die gleiche Art. US-Wissenschaftler haben in den letzten 10 Jahren viele Pflanzen die weniger als 5 Unterscheidungsmerkmale haben zusammen gefasst. Ein auch unter Biologen umstrittene Nomenklatur.

    Im Fachhandel von Sukkulenten oder Bonsai bekommt man beide meist mit ihren alten Namen, damit man sie auch unterscheiden kann.

    Wesentlicher Unterschied ist die Blattgröße. Der Crassula hat im Alter graue Borke und der Portulacaria eher bräunliche.

  34. Matthias Ender schrieb:

    Hallo,
    ich möchte meinen Crassula vermehren und will daher einen längeren Ast/Trieb dazu nutzen – also abschneiden.
    Nun habe ich im Netz verschiedene Möglichkeiten gefunden. Da sind Varianten dabei:
    – abschneiden und direkt in feuchte Erde
    – abschneiden in ein Wasserglas stellen bis Wurzeln kommen und dann eintopfen
    – abschneiden, Schnittstelle antrocknen lassen und dann in feuchte Erde.

    Du schreibst oben auf der Seite:
    Vermehrung:
    Dieser erst 2-4 Wochen an der Schnittstelle abtrocknen lassen. Danach in ein mineralisches Substrat oder Sandhaltiges Substrat stecken und weitere 2-4 ohne zu gießen warten. In dieser Zeit bilden sich die ersten Wurzeln. Danach kann an das erste Mal gießen.

    Verkraftet der abgeschnittene Ast/Zweig wirklich 2-4 Wochen abtrocknen und weitere 2-4 ohne gießen?

    Und wo schneide ich am besten ab – vor einem Ring oder dahinter – also soll der Ring mit zum neuen Trieb oder bleibt dieser am alten dran?
    Danke im Voraus.

  35. Bernd Schmidt schrieb:

    Hallo Matthias,

    Crassula ist eine sukkulente Pflanze. Wenn man von Sukkulenten Stecklinge in feuchte Erde oder gar ein Wasserglas stellt, kann das mit sehr viel Glück funktionieren.
    Viel wahrscheinlicher ist aber, das diese verfaulen, da Schadpilze durch die Feuchtigkeit in die frische Schnittwunde eindringen können.

    Schnittwunden müssen bei dieser Pflanze immer erst abgetrocknet sein. Und erst wenn sich die ersten Wurzeln gebildet haben macht Gießen Sinn. Ohne Wurzeln kann keine Pflanze Wasser oder Nährstoffe aufnehmen.

    2-4 Wochen sind für einen Crassula kein Problem. Selbst wenn er bis dahin schrumppelig aussieht, wird er sich nach dem ersten Gießen schnell wieder erholen.

    Wo du schneidest ist abhängig vom der gewünschten Höhe des Stecklings. Der Schnitt trocknet immer bis zum nächsten Ring ab. Ich schneide immer knapp unter dem Ring. Es geht aber auch mittig. Dann dauert das abtrocknen halt etwas länger.

    Schöne Grüße
    Bernd

  36. Richard Budinger schrieb:

    Hallo,

    erst einmal möchte ich zu Deiner informativen Web-Seite gratulieren. Finde ich ganz toll.

    Dann komme ich zu meinem Problem.

    Ich habe einen crassula-ovata. Ich habe ihn vor ca einem Jahr geschenkt bekommen weil er bei dem
    vorherigen Besitzer am sterben war. Ich habe ihn wieder gesund gepflegt. Er sah bis vor etwa 8 – 10
    Wochen auch ganz toll aus. Dann wurden die Blätter ganz schrumpelig, sind zwar noch grün, aber nicht
    mehr so fleischig. Sie sehen wie vertrocknete Blätter aus, allerdings in grün.

    Woran könnte das wohl liegen?

    Ich bewässere ihn jeden morgen, allerdings nicht gießen, sondern mit einer Sprühflasche befeuchte ich
    nur den Boden. Ich habe auch öfter mal Dünger im Gießwasser – könnte dass es vielleicht sein?

    Falls gewünscht, kann ich auch mal ein Foto senden.

    Es wäre ganz toll, wenn ich hier eine Lösung finden könnte.

    Viele Grüße
    Richard Budinger

  37. Bernd Schmidt schrieb:

    Hallo Richard,

    ohne Foto wird es schwer das zu beurteilen.

    Blätter werden schrumpelig wenn er mehrere Wochen kein Wasser bekommt.
    Wenn es nur die untersten Blätter sind ist es normal. Wenn der Pfennigbaum in der Höhe gewachsen ist und buschiger geworden ist, vertrocknen zum Teil die alten untersten Blätter. Das fängt mit schrumpeln an, bis sie ganz vertrocknet sind und dann abfallen.

    Ob sprühen etwas bringt beweifel ich, da so kein oder kaum Wasser an die Wurzeln kommt.
    Das könnte der Grund für schrumppelige Blätter sein?
    Ich gieße meine Crassula im Sommer mindestens 1-4x im Monat.
    Es kommt hier aber auf den Standort und die Erde an.

    LG
    Bernd

  38. Julia schrieb:

    Hallo Bernd,

    erst mal vielen Dank für die tolle Info-Übersicht hier, das hilft einem Anfänger wie mir wirklich sehr!

    Ich habe gerade ein ganz kleines Geldbaum-Pflänzchen geschenkt bekommen (kein Steckling, sondern wohl ein gewachsenes kleines Pflänzchen). Es ist jetzt etwa 5cm groß und besteht aus 2 Stielen mit Blättern dran.
    Ich habe mal im Internet nach Pflegehinweisen gesucht und bin nun schnell auf die Möglichkeit gestoßen, die Pflanze in eine Bonsai-Form zu bringen. Nun wüsste ich gerne, wie lange ich den Geldbaum wachsen lassen sollte ehe es Sinn macht mit dem Beschnitt zu beginnen. Ich schätze er ist noch zu klein um ihn zu formen.
    Gibt es -abgesehen vom Hinweis nicht zu häufig zu gießen und ihn erst ab Mai auf den Südbalkon zu stellen- noch etwas, was es zu beachten gilt? Ich habe mich bisher leider nicht viel mit Pflanzen beschäftigen können und habe wohl auch nicht den grünsten Daumen, daher bin ich für jeden Tipp dankbar.

    Vielen Dank schon mal und liebe Grüße
    Julia

  39. Bernd Schmidt schrieb:

    Hallo,

    solange wachsen lassen, bis der Stamm unten die gewünschte Dicke erreicht hat. Das kann je nach deinen Vorstellungen zwischen 3-15 Jahren dauern.
    Danach beginnt man mit der Grundgestaltung und baut in weiteren Jahren die Feinverzweigung auf.

    LG
    Bernd

  40. Robert schrieb:

    Hallo…Sehr informative Webseite.Herzlichen Dank für die vielen Tipps.Hatte bisher nie Probleme mit meinen Geldbäumen.Allerdings steht in absehbarer Zeit ein Umzug an und dann habe ich wohl doch ein Problem.Ein „Bäumchen hat jetzt eine Höhe und Breite von ca 120x120cm.Ich muss ihn unbedingt zurück schneiden traue mich aber nicht.Haben Sie ein paar Tipps.Würde auch gerne ein paar Fotos schicken…vielen Dank und LG Robert

  41. Bernd Schmidt schrieb:

    Hallo Robert,

    den Geldbaum kannst du schneiden wie die beliebt.
    Die Schnittwunden trocknen bis zum nächstuntersten Ring ab. Und dort und teilweise darunter enstehen neue Austriebe.
    Für einen Rückschnitt ist das Frühjahr am besten geeignet, da dann der Baum reichlich Zeit hat neue Blätter udn Triebe zu bilden.

    LG
    Bernd

  42. Thomas schrieb:

    Hallo Bernd,
    erst einmal vorab: vielen Dank für die Inspiration auf dieser Seite. Ich bin großer Fan dieser Seite!
    Ich bin gerade dabei mehrere Pfennigbäume aller möglichen Größen erst in Form und im kommenden Frühjahr auch endlich in den passenden Behälter zu bringen. Jetzt zu meiner eigentlichen Frage: Zwar habe ich auch den Artikel über das Umtopfen intensiv gelesen, aber leider konnte ich keine Details zur Fixierung der Wurzeln finden. In deinen Beispielbildern hast du diese ja recht stark zugeschnitten. Halten die kleinen Bäume ohne zusätzlichen Draht oder hast du die Wurzeln mit Draht fixiert?
    Außerdem: Hast du einen favorisierten Onlineshop für Akadama und Bimskies? In den Baumärkten in meiner Nähe bin ich leider noch nicht fündig geworden.

    Viele Grüße und noch einmal vielen Dank für deinen kreativen Input,
    Thomas

    PS: Leider konnte ich gar kein Update mehr zu deinen Chilibonsaiversuchen finden. Konntest du mehr als einmal ernten?

  43. Bernd Schmidt schrieb:

    Hallo Thomas,

    die Wurzeln habe ich bisher noch nie fixiert. Da ich diese fast jährlich stark kürze, hat sich in der flachen Schale inzwischen ein flacher Wurzelballen gebildet, sodaß der Baum auch ohne Erdmischung steht.

    Eine Fixierung halte ich nur notwendig, wenn der Baum starken Wind ausgesetzt ist oder nach dem frischen Eintopfen transportiert werden soll. Ansonsten reicht bei den meisten Crassula-Arten die Erdmischung für den Halt.

    Akadama habe ich in verschiedenen Onlineshops bereits gekauft. Alternativen gibt es auch bei der Bonsaischule Enger oder anderen Online-Anbietern. Bimskies oder Lavalit kaufe ich meist bei Kakteen Uhlig. Der versendet aus Gewichtsgründen allerdings kein Substrat. Alternativ gibt es noch Kakteen Haage, der auch mineralisches Substrat versendet.

    Meine Chilies haben die Blattläuse im Winter gekillt!

    LG
    Bernd

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