Aeonium als Bonsai

Was ist das Aeonium für eine Pflanze?

Aeonium ist eine sukkulente, wasserspeichernde, Pflanze. Optisch sieht sie wie unser heimischer Hauswurz aus.

Die meisten Aeonium-Arten haben allerdings einen Stamm.

Es gibt zwei bis mehrjährige Arten. Wobei dies für unsere Klimazonen nicht immer übertragbar ist. Manche Arten sterben nach der Blüte ab.

Eine Blüte ist in unserem Klima aber oft nach vielen Jahren möglich. Durch unsere frostigen Winter und dem geringeren Tageslicht, werden diese Pflanzen in dieser Phase meist im Wachstum spürbar gebremst.

Die Aeonium-Arten wachsen strauchig, als Einzelstamm, kriechend oder stammlos.

Aeonium Juli 2011

Herkunft:
Kanarische Inseln, Kapverdische Inseln, Madera

Blatt:
Rosettenblätter, je nach Art von grün über rot bis schwarzrot auch mit Farbverlauf oder rotem Farbrand.

Rinde:
Je nach Art grau bis braun, schuppig oder borkig.

Winter:
Alle Arten vertragen keinen Dauerfrost. Im Winter in einem frostfreien hellen Raum.

Bonsaieignung:
Für Bonsaigestaltungen eine ungewöhnliche Pflanze. Bisher habe ich noch keinen Aeonium-Bonsai gesehen!
Ich arbeite derzeit an einer Gestaltung über einen Stein. Da Sukkulenten langsamer wachsen als herkömmliche Pflanzen braucht man bei Gestaltungen etwas Geduld.

Bei buschig wachsenden Arten sind manche Baumstilarten möglich.
Bei einzeln wachsenden Arten kann ich mir interessante Wald oder mehrstämmige Gestaltungen sehr gut vorstellen.

Beschaffung:
Sukkulenten-Fachhandel (wie Kakteen-Uhlig oder Kakteen-Haage) und vereinzelt im Pflanzenhandel.

Standort:
Im Sommer hell und sonnig. Am besten im Freien, damit sich die Blätter auch typisch färben.
Im Winter bei etwa 15 Grad Plus im frostfreien Raum.

Giessen:
Aeonium ist eine Sukkulente Pflanze und kann Wasser speichern um so über längere Trockenperioden zu kommen.
Im Sommer gieße ich je nach Temperatur ein bis zweimal die Woche.
Bei Regenwetter kann man sich das gießen logischerweise sparen.
Im Winter wird ein bis zweimal im Monat gegossen.

Düngen:
Vom Frühjahr bis Herbst kann ein bis zweimal im Monat gedüngt werden.
Ich verwende Kakteendünger. Bei normalem Blumendünger kann die Pflanze auf Grund des hohen Stickstoffanteils recht mastig und unnatürlich wirken.
In der Ruhezeit wird nicht gedüngt.

Substrat:
Überwiegend mineralisches Substrat mit geringen Anteil an Anzuchterde.

Umtopfen:
Dies ist vom Alter der Pflanze abhängig. Ich topfe junge Pflanzen alle ein bis zwei Jahre um.

Aeonium arboreium rubrotinctum

Gestaltung:
Einstämmige Arten können in einer Waldform oder mehrstämmig gestaltet werden.
Manche Einstämmige können durch Rückschnitt an der Schnittstelle zum verzweigen angeregt werden.

Buschig wachsende Arten können in einigen klassischen Baumformen gestaltet werden.

Als Akzentpflanze macht das Aeonium ebenfalls eine sehr gute Figur.

Rückschnitt:
Da die meisten Arten nicht so hoch werden, ist eine Rückschnitt selten notwendig.
Bei Arten die einstämmig sind, kann durch einen Rückschnitt eine Verzweigung gefördert werden.

Drahten:
Drahten ist oft nicht notwendig, da die Pflanze meist durch schneiden gestaltet werden kann.

Schädlinge und Krankheiten:
?

Meine Meinung:
Aeonium gibt es derzeit so gut wie nicht als Bonsai. Dennoch bin ich der Meinung das man mit dieser Pflanzenart einige markante und zumindest interessant wirkende Bonsai gestalten könnte.

Sicherlich werden sich manche Gemüter von Traditionalisten erhitzen, da sie solch eine Pflanze nicht als klassischen Bonsai akzeptieren werden.

Aber wenn es mir gefällt, ist mir solch eine Einschätzung egal.

Im Sommer sollte man ein Aeonium im Freien pflegen. Die Rosettenblätter werden kräftiger und bunter. Im Zimmer wachsen die meisten Arten nicht so gut wie bei einem sonnigen Sommeraufenthalt.

Über Bernd

Bei der Beschäftigung mit Bonsai kann ich entspannen und abschalten. Auf diesem Blog möchte ich Anfängern mein bescheidenes Grundwissen über Bonsai verständlich rüber bringen.

Ein Kommentar zu Aeonium als Bonsai

  1. janina schrieb:

    Wow, zwar nicht der typische Bonsai aber echt eindrucks voll:D

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