Wüstenrose (Adenium) auf dem Weg zum Bonsai – Teil 2

Als Sukkulentenfan habe ich mir, im April diesen Jahres, einige neue Pflanzen gekauft.

[]Im vergangenen Winter habe ich mir einige Gedanken gemacht, welche weitere Pflanzen sich dafür eignen könnten. Dank eurer Hilfe kam eine lange Liste über sukkulente Pflanzen zu Stande.

Mit dieser Liste bewaffnet, besuchte ich im Frühjahr eine Kakteengärtnerei in meiner Wohnnähe.

Mein besonderes Interesse galt der Wüstenrose (Adenium). Leider sah ich diese Pflanzenart nirgends. Also habe ich den Gärtner gefragt, ob er denn keine in seinem Sortiment habe?

Und siehe da, er hatte. In den unbeheizten Verkaufsgewächshäusern sei es im April in der Nacht noch zu kühl für die Wüstenrose. Deswegen ist diese noch in einem temperierten Zuchtgewächshaus. So durfte ich sozusagen in die heiligen Hallen und mir ein paar Pflanzen aussuchen.

Auf drei Jungpflanzen fiel meine Wahl. Frei nach der Devise, dass die Pflanzen bei guter Pflege von alleine groß werden:

Adenium Jungpflanzen im April 2013

Adenium Jungpflanzen im April 2013

Vom Kakteengärtner habe ich mir noch ein paar Tipps geben lassen. Im Vorfeld hatte ich mich über Fachliteratur und das Internet bereits informiert. Aber der Gärtner weiss manchmal noch etwas mehr.

Temperaturen unter zwanzig Grad sollten vermieden werden. Schliesslich stammt die Pflanze ursprünglich von der arabischen Halbinsel. Da ist es selbst im Winter selten kühler.

Keine gute Basis für eine Balkonkultur. Selbst bei uns im südlichen Remstal, sinkt das Thermometer auch im Sommer mal auf 15 Grad in der Nacht ab. Egal. Wird schon klappen.

Also habe ich die drei Kleinen bis in den Mai erst einmal an einem Ostfenster gepflegt. Einmal die Woche gegossen. Alle zwei Wochen mit Kakteendünger. Ach ja, die Pflanzen habe ich nach dem Kauf in etwas höhere Töpfe umgetopft. Den Wurzel- und Stammansatz habe ich auch höher mit Substrat aufgefüllt. So soll verhindert werden, dass die Pflanzen bereits im unteren Bereich Chlorphyll bildet und vergrünt. Zudem verdickt sie dann bei Zimmerkultur am Wurzelansatz schlechter. Mal sehen ob das was bringt?

Ab Mai kamen alle drei auf den Balkon hinaus. Als Schutz vor kühlen Nächten waren sie in einem Balkongewächshaus mit Noppenfolie untergebracht. In dieser Zeit habe ich weiterhin einmal die Woche gegossen und alle 1-2 Wochen gedüngt.

Ab August habe ich das Giessen reduziert und im September komplett eingestellt. Seit Ende September sind die drei wieder am Ostfenster. Dort werde ich sie auch überwintern.

Nach ein paar Monaten Pflege sehen die drei wie folgt aus:

Adenium Jungpflanzen im Oktober 2013

Adenium Jungpflanzen im Oktober 2013

Scheinbar kein grosser Unterschied zum April?

Gut. Das Wachstum war nicht überragend. Dennoch haben sie an Dicke etwas und vor allem an Länge zugelegt. Einer hatte eine Wollaus. Spiritous hat diese Wollaus nicht dauerhaft abhalten können. Da das Insekt an der Pflanzenspitze sass, habe ich die Spitze einfach mit der Wollaus abgeschnitten. Nicht ganz ohne Hintergedanken. Ich wollte auch wissen ob und wie die Pflanze auf einen Schnitt reagiert.

Und sie tat genau das, was ich mir erhofft hatte. Sie verzweigte! Es bildeten sich drei neue Triebe. Eventuell später mal drei möglichen Ästen? Aber bis dahin werden wohl noch einige Jahre vergehen.

Hier mal ein Beispielfoto, wie ein Adenium-Bonsai aussehen könnte:

Adenium Bonsai

© apirati333 – Fotolia.com

Mit Blüten sieht das ganze noch eindrucksvoller aus!

In unseren Breitengraden wird das Adenium recht selten kultiviert. Das mag sicher auch an den warmen Temperaturen liegen, welche die Pflanze benötigt. Zum überwintern eignet sich dadurch aber auch ein beheiztes Zimmer sehr gut. Also eine gute Grundlage für eine Überwinterung in einer Wohnung.

Selbst im Winter sollten die Temperaturen bei Jungpflanzen nicht unter 20 Grad fallen. Ältere vertragen es auch bis 15 Grad Plus. Optimal ist ein ganzjährig sehr sonniger und warmer Platz für die Pflanze. Im Sommer ist das auf dem Bakon kein Problem. In einem Balkongewächshaus fühlt sich das Adenium sehr wohl. In der Wachstumszeit einmal die Woche durchdringend giessen und alle zwei Wochen mit Kakteendünger giessen. Als Substrat setze ich derzeit 80% mineralisches aus Lavalit etc. ein. Der Rest ist Kakteenerde mit Kokosfasern.

[ad#co-1]Ab September stellt man das Giessen und Düngen komplett ein. Das Laub vertrocknet und wird abgeworfen. Das ist völlig normal. Über den Winter bis März – Mai wird nicht gegossen! Ein sonniger Platz in dieser Zeit sehr vorteilhaft.

Sobald sich die ersten Blätter zeigen, kann das erste mal wieder gegossen werden.

Dennoch komme ich mir derzeit wie ein Lehrling vor, der erst mal die Wüstenrose kennen lernen muss, damit er weiss wie sie auf was reagiert.

Mal sehen wie die Entwicklung dieser drei Jungpflanzen weiter geht? Vor allem auf das nächste Frühjahr bin ich gespannt. Ob die Überwinterung gelingt?

Über Bernd

Bei der Beschäftigung mit Bonsai kann ich entspannen und abschalten. Auf diesem Blog möchte ich Anfängern mein bescheidenes Grundwissen über Bonsai verständlich rüber bringen.

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