Meine Korkrindenulme (Zelkova nire) im Herbst 2015

Ulme oder Zelkove ist hier die Frage?

Diese Pflanze oder besser gesagt Pflanzen sind teilweise unter unterschiedlichen Namen im Handel erhältlich. Die mir bekannten gehören überhaupt nicht zu den Zelkoven! Der Name Zelkova nire stammt aus einer Zeit wo die Einfuhr von Ulmengewächsen begrenzt wurde. Um mehr einführen zu können, wurde von findigen Händlern oder Verkäufern die Pflanze einfach in Zelkova nire umgetauft.

Von der Pflege gibt es kaum einen Unterschied. Da sind viele Ulmen und Zelkoven sich ähnlich. Von der botanischen Art gibt es jedoch einige Unterschiede. Die Zelkova nire ist tatsächlich eine Ulmus parvifolia – Chinesische Ulme.

Davon gibt es ca. 20 verschiedene natürliche Unterarten. Welche mit glatter Rinde als auch manche mit rissiger borkiger Rinde. So wie die Zelkova nire. Den meisten Bonsaipflegern ist der Name egal. Botanisch gesehen ist er allerdings nicht korrekt.

Die Zelkova nire stammt häufig aus China aus höheren Lagen im Gebirge oder Mittelgebirge. Durch die kühleren Winter in diesen Hochlagen, schützt sich diese Art durch eine dickere Borke vor der Kälte.

Eine mir weitere bekannte Korkrindenulme ist die Ulmus japonica. Unter dem Namen wird sie zumindest bei einem deutschen Händer verkauft. Auch diese Art ist eine Ulmus parvifolia. Mir ist Ulmus japonica allerdings als Name lieber. So kann ich die Herkunft viel besser auseinanderhalten. Die Pflege ist identlich wie bei der Zelkova nire. Wesentlicher Unterschied ist der hellgrünere Neuaustrieb bei der japanischen Variante.

Beide sind frostverträglich. Beide bilden bereits in jungen Jahren eine schöne rissige Borke.

Meine Korkrindenulme pflege ich nun im dritten Jahr. Ich habe sie relativ früh in eine Schale gesetzt. Vielleicht zu früh? Auf der anderen Seite soll der Baum nicht größer werden. Da wäre der Zuwachs und Austrieb kaum noch kontrollierbar. Insbesondere im Frühjahr treibt die kleine Ulme aus allen Knospen. Die ersten 3 Monate muß man den Baum fast täglich kontrollieren und korrigieren.

Wer diese Ulmen höher gestaltet, hat weniger Arbeit damit.

Ich habe mich aber für den Weg einer kleinen Shohin-Ulme entschieden. Die Grundform war nach 7 Jahren beim Kauf schon vorgegeben. Nun arbeite ich Jahr für Jahr die Feinheiten in der Verzweigung und am Wurzelballen heraus.

Zelkova nire Bonsai Oktober 2015

Zelkova nire Bonsai Oktober 2015

Endlich Herbst. Leider war die Farbenpracht bei der kleinen Ulme nicht so prächtig wie in den letzten beiden Jahren. Relativ schnell hat sie in diesem Jahr ihr Laub verloren. Die Fotos sind von heute. Die feuchten Tage der letzten Woche waren nicht sehr förderlich für einen schönen Herbst.

Egal. Nun ist der Großteil der Gestaltungspflege bis zum nächsten Frühjahr vorbei. Ab dem Herbst gibt es keinen Neuaustrieb mehr. Erst wieder im nächsten Frühjahr. Dann geht es wieder richtig ab.

Zum Abschluß noch einige Impressionen dieser schönen Laubbaumart. Warum schön? Bereits im jungen Jahren bildet sich eine tolle Rinde. Die Herbstfärbung ist im herrlichen goldgelb. Eine sehr lohnende Baumart, auch bestens für jeden Anfänger geeignet.

Stamm einer jungen Korkrindenulme

Stamm einer jungen Korkrindenulme

Der Baum ist nun 10 Jahre alt. Seit 3 Jahren habe ich ihn in Pflege. Der Stamm hat schon eine grobe rissigen Borke.

Herbstzeit - Korkrindenulme

Herbstzeit – Korkrindenulme

Nahaufnahme eines verwelkten Blattes, welches auf der Substratoberfläche liegt. Im Hintergrund verschwimmt der Stamm in Unschärfe.

Gelbes Blatt Korkrindenulme im Herbst

Gelbes Blatt Korkrindenulme im Herbst

An den Astspitzen halten sich vereinzelt noch die letzten Blätter. Dieses ist noch in herrlichem goldgelb.

Nahaufnahme Blatt einer Zelkova nire

Nahaufnahme Blatt einer Zelkova nire

Nahaufnahme von einem Blatt in Herbstfärbung.

Herbstfärbung an einer Korkrindenulme

Herbstfärbung an einer Korkrindenulme

Weitere Nahaufnahme eines herbstlich verfärbten Blattes der Korkrindenulme.

Die Überwinterung der Zelkova nire ist übrigens kinderleicht. Ich schütze sie in einer Box, welche mit Torf-Sand-Gemisch gefüllt wird. Der Baum wird mit Schale darin versenkt. Die Box steht wind- und sonnengeschützt über den Winter auf dem Balkon. Bei milden Wetter wird leicht gegossen. Bei Frost und feuchtem entfällt das Gießen.

Die Feinverzweigung ist schon besser geworden. Im Spätsommer war ich allerdings etwas fauler als im Frühjahr. Man sieht es an manch längeren Ästchen. Aber das kann ich im Frühjahr noch korrigieren. Der dritte Ast von unten ist erst in diesem Jahr aus einer Knospe gestaltet worden. Den zweiten Austrieb habe ich über die Baumspitze wachsen lassen. Das hatte zwei Vorteile. Das Wachstum war dadurch an diesem Ast am stärksten. So hat er sich am Stammansatz bereits in einem Jahr in die passende Dicke entwickelt. Zum anderen war der Austrieb in der Baumspitze wenger stark. Dadurch habe ich mir manches an Auslichtungs- und Rückschneide-Arbeiten erspart 😉 Der Ast soll in den nächsten Jahren dem Baum mehr Tiefe im Hintergrund geben.

 

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