Mein Alnus glutinosa Bonsai 2014

Alnus glutinosa oder auch Schwarz-Erle genannt.

Inzwischen würde ich bei diesem Baum von einer Haßliebe sprechen!

Einer meiner ersten Übungsbäume.

Entsprechend viel habe ich an ihm ausprobiert.

Entsprechend viel durfte er erleiden.

Meist sind solche erste Pflanzen irgendwann weniger zur Bonsaigestaltung geeignet. Warum? Man gestaltet zuviel daran herum. Besonders am Anfang fehlt es oft an Geduld und man macht zuviel.

Solch eine Pflanze braucht nach einem Eingriff auch mal Ruhe. Muß in Ruhe wachsen. Man sollte erst einmal beobachten was der Baum macht. Wie er auf die Gestaltung reagiert? Ihm ruhig Zeit geben sich zu entwickeln.

Diese Geduld hatte ich am Anfang fast nie.

Inzwischen habe ich vielleicht etwas mehr Geduld? Liegt es am Alter? Ich glaube nicht. Es liegt wohl eher an der umfangreicheren Auswahl an Pflanzen. Da kommt man nicht immer dazu, sich um jede intensiv zu kümmern.

Das ist aber meist nicht so schlimm, da dadurch einige Pflanzen Zeit zur Entwicklung und zum Wachsen haben.

An der Schwarz-Erle habe ich in den ersten Jahren viel ausprobiert. Entsprechen sieht man einige Narben bzw. Schnittstellen auch heute noch. Vor über einem Jahr kam dann auch noch ein Baumpilz dazu. Die Erle steckt den aber tapfer weg. Der Porling tut sich inzwischen schwer. Er ist zumindest im letzten Sommer nicht größer geworden. Allerdings reißt die Borke um ihn herum rissig auf. Guter Nährboden für weitere Bakterien.

Egal, habe ich mir gedacht. Zwei oder drei Sommer hatte ich die Erle kräftiger austreiben lassen. Teilweise war sie bis zu zwei Meter hoch! Der Stamm hat ordentlich zugelegt. Und eine Astverzweigung entwickelt sich so langsam. Das ganze kann aber noch verfeinert werden.

Im Oktober hat ein Orkan die letzten Blätter weg geblasen:

Schwarzerle (Alnus glutinosa) als Bonsai im Herbst 2014

Schwarzerle (Alnus glutinosa) als Bonsai im Herbst 2014

Die unteren Schnittwunden heilen unterschiedlich gut oder besser gesagt schlecht. Nach einem Rückschnitt sieht der Baum mit neuem Austrieb aber ganz gut aus. Klar die Gestaltungsfehler werden durch das Laub überedeckt. So langsam mag ich den Baum immer mehr 😉

Pilz am Stamm eines Schwarzerlen-Bonsai

Pilz am Stamm eines Schwarzerlen-Bonsai

Schauen wir uns mal den Baumpilz näher an. Gegenüber dem Vorjahr ist die Frucht kleiner geworden. Die Schnittwunde habe ich im Frühjahr angeritzt, damit die Überwallung stärker angeregt wird. Die offene Wunde ist auch spürbar kleiner geworden. Dennoch bilden sich Risse an der Borke. Keine Ahnung ob das vom Alter oder vom Pilz kommt? Das Holz um den Pilz ist tot.

Über den Stammansatz hat der Baum eine Verdickung. Suboptimal für eine harmonische Gestaltung. Abmoosen, wäre der erste Rat der meisten Bonsai-Freaks. Keine Lust ist da meine Antwort. Erst mal sehen, wie sich der Pilz entwickelt? Falls der doch noch die Oberhand gewinnt, könnte der Baum absterben. Da wäre ein unharmonischer Stammansatz dann auch egal. Und abmoosen kann man später auch noch.

Nun muß der Baum erst einmal gut über den Winter gebracht werden.

Ich stelle ihn mit Schale in eine Wanne. Wenn sich Regenwasser darin sammelt, gefriert dieses bei extremer Kälte und isoliert so den Wurzelapparat! Ersticken kann eine Schwarz-Erle dadurch normalerweise nicht. Wenn sie gesund ist, hat sei genügend Wurzelknollen gebildet, in denen Bakterien für die Stickstoffversorgung verantwortlich sind.

Mal sehen. vielleicht gönne ich dem Baum im Frühjahr eine größere Trainingsschale. Dann könnte er seine Stamm schneller verdicken und sich etwas schneller und mächtiger entwickeln?

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