Das erste umtopfen meiner Ulmus japonica

Im vergangenen Sommer habe ich mir eine kleine japanische Ulme (Ulmus japonica) als Shohin gekauft.

[ad#google-text-468-15]Ist schon erstaunlich wie schnell der kleine Baum in den paar Sommermonaten noch gewachsen ist. Als ich ihn erhielt hatte er nur ein paar Zweige und kaum Feinverzweigung.

Von Juni an musste ich den Kleinen mehrere Male in Form schneiden.

Da ich bisher noch keine praktische Erfahrung mit Shohin-Bäumen hatte, gerieten manche Äste zu lang. An einigen Verzweigungen gabe es Verdickungen die unharmonisch wirken.

Aber die Herbstfärbung war prächtig:

Ulmus japonica

Erst nach dem Laubfall konnte ich die Verästelung zum ersten Mal richtig beurteilen:

Ulmus japonica Ende 2012

Weitere Fotos habe ich im letzten Monat bei den Gestaltungüberlegungen zur Ulme vorgestellt. Man kann aber auch schon auf dem obigen Foto gut erkennen, das sich der Baum zwar prächtig entwickelt hat. Dennoch gibt es einiges zum optimieren.

Meine Überlegungen waren eigentlich recht zaghaft. Am Ostermontag war es dann soweit. Endlich fand ich Zeit zum umtopfen. Ja und das Wetter war auch noch sonnig und am Mittag recht mild.

Also erst einmal austopfen. Den Wurzelballen von der alten Erde befreien. Der war ganz gut bewurzelt. Allerdings gab es auch älteres Substrat im Inneren und einige abgestorbene Wurzeln. Wie viele asiatische Ulmen hatte auch diese einen recht dicken Wuzrelballen mit sehr feinen dichten Wurzelwerk, welches sich sternförmig nach aussen verteilte.

Die Dicke der Wurzelmasse geht leider auch nach unten. Nicht optimal für das Eintopfen in eine kleine Schale. Also musste ich bis ins Wurzelholz zurück schneiden. Dennoch ist das ganze noch recht dick bzw. hoch. Das wird schon passen. Als erste Schale habe ich eine ovale chinesische Schale mit grüner Lasur ausgesucht. Ich weiss nicht ob die dafür geeignet ist? Ich fand sie spontan ganz gut.

Nach dem Wurzelrückschnitt habe ich noch meine Gestaltungsgedanken aus dem Vormonat angeschaut. Den Baum mehrfach gedreht und mich für eine ganz andere Lösung als bisher angedacht entschieden.

Alles bisher Agedachte erschien mir nur eine Notlösung, welche die Probleme nicht verbessert und unter dem Strich vergeudete Zeit gewesen wäre.

Radikal habe ich alles mir überflüssig erscheinende entfernt. Verdickungen habe ich mit der Konkovzange in Form geschnitten, damit diese Stellen natürlich verschlankend aussehen. Danach wurde Wundknete auf die grossen Schnittwunden fixiert.

Und dann wurde frisch eingetopft. Nun sieht der Baum wie folgt aus:

Ulmus japonica in erster Bonsaischale

Sieht übel aus, wird der Laie denken. Aber so kräftig wie die Ulme austreibt, dürfte in ein bis zwei Jahren ein ansehnlicher Shohin entstehen?

[ad#co-1]Der Baum wurde nach links geneigt. Der linke Ast hat mich dazu bewogen. Der nächste Ast geht nach hinten und wird Tiefe bringen. Die Baumspitze wird neu gestaltet. Die alte war zu dick.

An den Ästen gibt es sehr viele Knospen. Mal sehen welche davon austreiben werden. Bei solch einem kräftigen Rückschnitt, dürften es recht viele sein.

Mal sehen wie die Ulme im Herbst aussieht?

Über Bernd

Bei der Beschäftigung mit Bonsai kann ich entspannen und abschalten. Auf diesem Blog möchte ich Anfängern mein bescheidenes Grundwissen über Bonsai verständlich rüber bringen.

6 Kommentare zu Das erste umtopfen meiner Ulmus japonica

  1. Vincent schrieb:

    Hallo Bernd,

    also ich muss sagen, nach dem Rückschnitt gefällt mir die Ulme erheblich besser. Ist wirklich sehr gut geworden. Mal gucken, was sich bei mir noch so alles dieses Jahr ergibt. Jetzt wird sich erst einmal informiert, wie viel ein Feld an Pacht im Jahr kostet. 😀

  2. Bernd schrieb:

    @ Vincent

    Feld pachten?
    Coole Idee 😉

  3. Vincent schrieb:

    Ich dachte mir, wäre mal eine gute Idee um meine Bonsaikultur richtig voranzutreiben und bessere Ergebnisse zu erzielen. Vor allem natürlich für meine Outdoors, die ich sehr gerne mal einige Jahre auf offenem Feld kultivieren möchte. Allerdings auch Indoors sollte von einer saisonalen Feldkultur einiges profitieren können. Beides hat natürlich auch den Vorteil, daß an heißen Tagen nicht mehr so ein arger Trockenstress herrschen sollte, vor allem, wenn man den Boden vorher entsprechend bearbeitet.
    Ich habe für meine Topfpflanzen neulich mal Geohumus geholt und untergemischt beim Umtopfen. Bisher muss ich sagen, bin ich recht begeistert. Das Substrat speichert wirklich einiges an Wasser und zumindest mein Oleander hat einen deutlichen Wachstumsschub gemacht.
    Ich mache mich aber nun erst einmal schlau über die ganzen Auflagen, die man erfüllen muss für eine Landpacht, Preise etc. und gebe dann mal Rückmeldung in einem kleinen Artikel. Die allgemeine Gesetzgebung kann fast überall eingesehen werden, aber dennoch lasse ich mich da lieber mal ein wenig beraten und aufklären.

  4. Bernd schrieb:

    @ Vincent

    hört sich komplex an, die ganze Bürokratie?
    Aber ich freue mich schon auf deinen Bericht!

  5. Manfred schrieb:

    Klasse Bericht.

    Mich würde interessieren, wie sich die kleine Ulme über das Jahr entwickelt hat.

    Gruß

  6. Bernd schrieb:

    Hallo Manfred,

    die kleine Ulme war auf einem guten Weg.
    Leider ist sie sich im Sommer nach einem Trockenschaden in den Bonsaihimmel verabschiedet 🙁

    Als ich im Urlaub war, hat zwar unsere Nachbarin täglich gegossen. Aber an einem besonders heissen Tag war einmal giessen zu wenig.

    Alle Rettungsversuche waren leider erfolglos.

    Schade, da es mein derzeit schönster Bonsai war.
    Aber aus Fehlern lernt man auch.
    Shohin-Bonsai müssten in vielen Situationen komplett anders gepflegt werden als grössere Bäume. Nicht nur bei Hitze. Auch bei der Gestaltung und beim Schneiden muss man anders herangehen, damit man einen natürlich wirkenden Bonsai gestaltet bekommt.

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