Bonsai-Umtopf-Aktion im März 2014 #4

Dafür, dass ich relativ wenig Bäume habe, ist es dennoch eine recht lange Umtopf-Aktion in diesem Jahr.

[]Mir erscheint der Spätwinter oder das Frühjahr immer die arbeitsintensivste Zeit bei der Bonsaipflege?

Aber vielleicht liegt das auch daran, dass alle meine Bäume Laubbäume sind. Da ist dieser Zeitraum meist der beste Zeitpunkt für viele Arbeiten und Vorbereitungen.

Knapp zwei Wochen nach dem Umtopfen trieben die ersten Bäume auch schon aus. So auch meine Schwarzerle. Allerdings hatte ich diese noch gar nicht umgetopft.

Der Wettbericht brachte Regenwetter für das kommende Wochenende. Kein lustiges Wetter um noch ein oder zwei Bäume umzutopfen. Also habe ich kurzfristig am letzten Freitag einen Tag auf Gleitzeit frei genommen.

Schwarzerle mit Baumpilz

Schwarzerle mit Baumpilz

Nach einem Jahr in einer Trainingsschale hat sich ein prächtiges Moospolster gebildet. Am Stamm leider auch ein Pilz. Im Herbst wollte ich den Baum schon entsorgen. Nun, nach dem Winter werde ich ihn erst einmal weiter pflegen.

Schwarzerle im März 2014

Schwarzerle im März 2014

Die Äste habe ich bereits unter der Woche zurück geschnitten.

Wurzelansatz der Schwarzerle

Wurzelansatz der Schwarzerle

Ein paar Moospolster habe ich vorsichtig entfernt und beiseite gelegt. Moos kann man bei Bonsai immer gebrauchen. Und wenn es nur zur Verschönerung der Substratoberfläche ist.

Darunter kamen sehr viele neue Wurzeln zum Vorschein. Die orangefarbenen Knollen sind verholzt und beinhalten Bakterien die bei Bedarf für die Stickstoffversorgung des Baumes sorgen können.

Ausgekämter Wurzelballen Schwarzerle

Ausgekämter Wurzelballen Schwarzerle

Der Wurzelballen war sehr fein verwurzelt. Allerdings gab es auch einige dicke Wurzeln. Nach einiger Zeit war der Wurzelballen dann endlich ausgekämt und die langen und dicken Wurzeln wurden entfernt. Zahlreiche Holzknollen die die Stickstoff-Bakterien beinhalten waren vorhanden. Einige musste ich mit den zu langen Wurzeln entfernen. Es sind aber noch reichlich übrig geblieben.

Schwarzerle mit frischem Substrat

Schwarzerle mit frischem Substrat

Danach wurde der Baum wieder in die gleiche Trainingsschale mit frischer Erdmischung getopft. Das Substrat besteht nun aus 50% Torf und mineralischem Lavalit in grober Körnung.

Schwarzerle frisch umgetopft 2014

Schwarzerle frisch umgetopft 2014

Die Vorderseite ist nun eine andere. Der Winkel wurde auch leicht verändert. Und schon wirkt der seltsame Baum etwas harmonischer.

Stammansatz einer Bonsai-Schwarzerle

Stammansatz einer Bonsai-Schwarzerle

Noch einmal einen Blick auf den Baumpilz. Irgendwie muß ich da etwas tun?

Nachbearbeitung Schnittstelle an einer Schwarzerle

Nachbearbeitung Schnittstelle an einer Schwarzerle

Also habe ich mit einem scharfen Messer die Schnittwunde angeritzt. Eigentlich wollte ich so das Zuwachsen anregen. Allerdings bin ich auf überwiegend totes Holz gestossen. Nur auf der linken Seite kam das Kambium zum Vorschein. Durch das anschneiden wird es zur verstärkten Kallusbildung angeregt und soll die Schnittstelle weiter überwallen.

Schnittstelle nachgeschnitten um Wundheilung zu aktivieren

Schnittstelle nachgeschnitten um Wundheilung zu aktivieren

Eine weitere Schnittstelle. Auch an dieser habe ich bis auf das erste grün geschnitten. So sollte die Schnittwunde in ein bis zwei Jahren zuwachsen. Die Wunde habe ich noch mit Wundpaste versiegelt, damit dort keine Keime den Baum schädigen können.

Austrieb Schwarzerle

Austrieb Schwarzerle

Neuaustrieb an der Schwarzerle (Alnus glutinosa).

Mal sehen wie sich dieser Übungsbaum weiter entwickelt?

[ad#co-1]Unter der Woche habe ich noch meine zweite Hainbuche etwas in Form gebracht. Eigentlich wollte ich diese in diesem Jahr in einen etwas kleineren Topf umtopfen. Der Neuaustrieb beginnt aber auch schon bei dieser Hainbuche. Kurzerhand habe ich diese Arbeit auf das nächste Jahr verschoben.

Leidiglich die Äste wurden etwas zurück geschnitten, um eine feinere Verzweigung zu fördern. Zudem muß nach dem radikalen absägen des Stammes erst einmal eine neue Baumspitze gestaltet werden. Einen Austrieb habe ich dazu im letzten Jahr komplett durchwachsen lassen. Diese Woche habe ich ihn soweit gekürzt, dass an der Schnittstelle eine Knospen einen Ast in die gewünschte Richtung austreiben kann.

Eine Totholzarbeit habe ich an dem Baum auch noch vor. Aber damit warte ich bis das Wetter wieder schöner geworden ist.

Damit sind erste einmal alle Outdoor-Laubbäume für die nächste Wachstumsphase vorbereitet. Die Umtopf-Serie ist damit allerdings noch nicht beendet. Meine Sukkulenten-Bonsai stehen noch in der Wohnung. Diese werden in Abhängigkeit vom Wetter in den nächsten ein bis drei Monaten umgetopft.

Ein Kommentar zu Bonsai-Umtopf-Aktion im März 2014 #4

  1. Jan Siegel schrieb:

    Oh. Hatte den Beitrag hier mit der Erle garnicht gesehen. Brille reicht wohl doch nicht…

    Ist zwar jetzt ein bisschen off-topic gehört aber irgendwie schon dazu. Ich kenn das problem mit der Fragerei “ wegschmeissen oder behalten“ von einer Mini Kiefer, die mal in einer Schale für den Herbst war ( ich vermute mal stark es ist eine Pinus Mugo “ Mops“ oder eine andere flachkriechende züchtungsform). Zuerst kam sie mangels Platz in einen Tontopf, wo sich nix, aber auch wirklich garnix tat. Jetzt hockt sie mit 25-30cm höhe auf einer 2Meter hohen Pflanzsteinmauer, wo ich langes Elend ( bin selbst 2.02m) bequem draufschauen kann. Wirkt zumindest
    Mal besser als ein mini gestrüpp mit endlos langen nadeln. Aber ob das wirklich noch was gibt glaube ich eher nicht.

    Ich persönlich habe noch keine wirklichen Bonsais. Die sind alle mehr oder weniger durch zufall im Topf gelandet wo ich jetzt erst einmal schauen muss, was ich überhaupt will oder nicht. Hatte schon welche in Schalen sitzen , aber das war viel zu früh und völlig ungeeignet.

    Mal sehen ob das was ich hier so gefunden und hingestellt habe, überhaupt noch
    zu was kommt. Ich fürchte, ich bin meist zu schnippelwütig und giesse viel zu viel.

    Ich stehe noch ganz am Anfang. Ich hatte mir voller Übereifer auch 3 „Bonsais“ in diesen fürchterlich blauen Schalen gekauft, die innerhalb von 3 monaten alle das zeitliche gesegnet hatten. Da bin ich jetzt erstmal weg von und such bei uns im Hang “ freiwillige“ die erstmal als Versuchsobjekt herhalten müssen.

    Dein Blog ist super. Ich habe hier viel gefunden und gelernt. Großes Lob!

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