Bonsai Diebstahl?

Mit dem Thema Bonsai-Diebstahl habe ich mich bisher noch nicht groß beschäftigt.

Nun habe ich auch nicht gerade eine wertvolle Bonsai-Sammlung. Die meisten meiner Bäumchen haben noch nicht mal den Namen Bonsai verdient. Der Großteil meiner Bäume ist noch einige Jahre von einem Bonsai entfernt.

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Dennoch wurde ich Ende letzten Jahres auf den Diebstahl von Bonsai aufmerksam. Als der Einsendeschluß für den Bonsai-Fotowettbewerb lief, erfuhr ich von einem Bonsaigestalter, daß er weder seine Anschrift, geschweige den Fotos von seinen schönsten Bonsai herausgeben wolle.

Ich fragte warum?

Als Antwort erhielt ich, daß er Angst vor Diebstahl habe!
Inzwischen ist er da offenbar nicht der einzige Bonsaisammler der genauso denkt.
Wenn einer Gefallen an einem Bonsai-Foto finden würde, könnte es ihn zum Diebstahl verleiten.

Rhododendron lativitium

Auf den ersten Blick erschien mir dies seltsam? Sicher, es gibt Bonsai die haben einen hohen materiellen Wert. Auf der anderen Seite ist ein wertvoller Bonsai ein universelles Unikat, daß sehr leicht wieder erkennbar ist. Was soll ein Dieb damit anfangen? Er würde nie den tatsächlichen Wert des Bonsai erzielen. Die Gefahr des erwischt werdens wäre ebenfalls sehr hoch. Und für sich selber wird wohl kaum einer einen Bonsai klauen, da er ihn wohl kaum öffentlich zeigen könnte, da er sonst Gefahr laufen würde, das er als Besitzer von Diebesgut erkannt werden würde.

Auf den zweiten Blick wird man leider feststellen, daß tatsächlich immer wieder Bonsai gestohlen werden. In Bonsai-Foren gibt es dafür eigene Sparten, wo man bei einem Diebstahl, mit Foto darüber informieren kann. Sofern der gestohlene Bonsai unverändert in Deutschland wieder auftauchen sollte, sind somit die Chancen recht gut, daß er wieder seinem Eigentümer zürück geführt werden könnte.
Allerdings habe ich trotz längerer Recherche keine Informationen über die Aufklärungsquote finden können.
Wenn gestohlene Bonsai außer Lande gebracht werden oder völlig verändert werden, ist ein Auffinden des Diebesgutes relativ unwahrscheinlich.

Aber auch für den Käufer birgt es Risiken, wenn er unwissentlich einen geklauten Bonsai kaufen würde. Falls der gekaufte Bonsai als Diebesgut festgestellt werden würde, darf er diesen an seinen rechtmäßigen Besitzer zurück geben und bleibt im schlimmsten Fall auf den Kosten für den Kaufpreis sitzen.

Nun wollen wir aber nicht unbedingt das schlimmste befürchten. Wer im bekannten Fachhandel seine Bonsai kauft, dürfte hier auf der sicheren Seite liegen. Und bei privaten Kaufangeboten gibt es Infoquellen, wo man sich vor dem Kauf informieren kann. Zum Thema Diebstahl gibt es in den meisten Bonsai-Foren eigene Rubriken. So zum Beispiel im Bonsai-Fachforum und im Forum des Bonsai Club Deutschland.

Eine weitere Anlaufstelle ist zu diesem Thema auch die Homepage Bonsai-Diebstahl. Diese zentrale Seite wird von einem Bonsai-Fachhandel als kostenloser Service angeboten. Der Service kann von jedem genutzt werden! Dort gibt es auch zahlreiche Tipps wie man manchen Diebstahl unterbinden kann.

Im deutschen Sprachraum eine sinnvolle erste Anlaufstelle für Bestohlene.
Für Käufer eine erste Infoquelle um festzustellen, ob es sich bei einem privat angebotenen Bonsai, nicht um Diebesgut handelt.

Die Möglichkeiten sich vor Diebstahl zu schützen sind sehr vielfältig.
Was und wieweit man zum Schutz seiner Bonsaisammlung gehen will, muß jeder für sich selbst entscheiden.

Trotzdem sollte man sich dadurch nicht das Hobby Bonsai vermießen lassen.

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Über Bernd

Bei der Beschäftigung mit Bonsai kann ich entspannen und abschalten. Auf diesem Blog möchte ich Anfängern mein bescheidenes Grundwissen über Bonsai verständlich rüber bringen.

5 Kommentare zu Bonsai Diebstahl?

  1. Alexander schrieb:

    Ganz ehrlich… was es nicht alles gibt! Gestohlene Bonsais…hmm…eig ne blöde Idee, wenn man bedenkt, das man das Objekt der Begierde nie so wirklich öffentlich machen kann.

    Aber mal eine ganz andere Sichtweise des Hobbys. Guter Artikel Bernd!

    Gruß Alex

  2. Bernd schrieb:

    @ Alexander
    Na ja, verstecken braucht man seine Bonsai deswegen nicht gerade. Viele engagierte Bonsaigestalter zeigen ja ihre Prachtstücke auch auf Ausstellungen.

    Schließlich wollen die meisten Gestalter auch wissen ob ihre Bonsai-Kunst auch dem Publikum gefällt?

  3. Maverick schrieb:

    Diebstahl ist schon ein grosses Problem.
    Hier geht es schliesslich nicht nur um den materiellen Wert eines Bonsai.

    In unserem Japanischem Garten wurden schon mehrmals Bonsai gestohlen.

    Wenn jemand im Supermarkt eine Tafel Schokolade klaut, lässt sich diese leicht ersetzen.

    Einen Bonsai aber, kann man niemals ersetzen.

  4. Kleinbonsai schrieb:

    Ist ja bei Bildern auch so.Die liegen dann in irgendeinem Keller oder Bunker rum und verstauben seit Jahrzehnten.

  5. Christopher schrieb:

    Mir ist schon ein einjähriger Fächerahorn-Sämling, den ich zwecks Wachstumsförderung _mit Bonsaisubstrat in den Erdboden gepflanzt hatte_, ausgegraben und samt Bonsaisubstrat – fast bis auf das letzte Körnchen – geklaut worden!

    Die Dreistigkeit solcher Diebe ist schier unglaublich! Insofern kann ich die Bedenken der Inhaber wertvoller Bonsais nun sehr gut nachvolziehen.

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