Baumkrebs

Im Juliurlaub haben wir eine Wanderung auf der Buocher Höhe gemacht.

Die Buocher Höhe liegt oberhalb des Remstales.

Dort gibt es Streuobstwiesen und viel Wald.

Wir waren im Wald über 2h an einem sonnigen Morgen unterwegs.

Unsere Wanderung führte uns auch an einem Waldlehrpfad entlang.

Ein Schaubild mit Naturbeispiel erschreckt jeden Bonsai- und Baum-Fan auf den ersten Blick.

BAUMKREBS!

Da ich an meiner Schwarzerle auch einen Pilz an einer größeren Schnittwunde hatte, hat mich das Thema interessiert. Also habe ich nach weiteren Information recherchiert.

Eine befallene Buche zeigt eine große Wulst. Da es krankhaft aussieht entstand die Bezeichnung Baumkrebs.

Der Baumkrebs ist allerdings nicht mit den Krebserkrankungen beim Menschen vergleichbar.

Baumkrebs kann unterschiedliche Ursachen haben:

Pilzbefall durch Nekria-Arten

Der Pilz befällt das Holz durch Risse oder Verletzungen in der Rinde. Der Baum versucht sich durch Überwallungen der Rinde zu schützen. So enstehen solche wie Geschwüre aussehende Verdickungen. Für die Statik und Vitalität ist dieser Pilz meist unbedenklich. Der Baum lebt meist sehr lange mit dem Pilz.

Baumkrebs

Baumkrebs

Wucherungen durch Knospensucht

Dies sieht man häufig an Linden. Insbesondere wenn Linden geschnitten werden, bilden sich an den Stellen neue Triebe. Gleichzeitig versucht der Baum die Schnittwunde zu überwallen.

Wucherungen durch Neutriebe an einer Linde

Wucherungen durch Neutriebe an einer Linde

Wenn er dabei den noch jungen Neutrieb mit seiner Borke überwallt, kommt es zu solchen Geschwüren. Für den Baum unbedenklich. Sieht in manchen Fällen recht skurill aus.

Wucherungen durch Viren

Virenbefall ist relativ selten. Im Verdachtsfall eine Schnittprobe des mutmasslich befallenen Pflanzengewebes an das zuständige Pflanzenschutzamt zur Analyse senden. Danach kann man über mögliche Massnahmen entscheiden.

Behandlung?

Am besten durch Vorbeugung!

Einige Obstarten sind anfälliger gegen den Pilz. Insbesonder Apfel und Birnenbaumarten. Da es verschiedene Pilzarten dieser Familie gibt, können aber auch Laubbäume wie die Rot-Buche, Esche und Eberesche befallen werden.

Schnittwunden sollte man mit Lacbalsam oder anderen Wundschutz behandeln. Übermässige Stickstockdüngung führt zwar zu schnellem Längenwachstum, kann aber auch zu Rissen in der Rinde und dadurch zu Pilzinfektionen führen.

Wenn ein Baum befallen ist, hilft nur ein abschneiden oder Sägen des Pilzes bzw. infizierten Holzes bis auf das gesunde Holz. Die infizierten Pflanzenteile nicht auf den Kompost. Diese sollten entsorgt werden, damit der Pilz nicht auf andere Pflanzen übertragen werden kann. Davor und danach sollte man das Werkzeug gründlich desinfizieren.

Pilz am Stamm eines Schwarzerlen-Bonsai

Pilz am Stamm eines Schwarzerlen-Bonsai

Bei meiner Schwarzerle habe ich gar nichts gemacht. Der Pilz ist nach 2 Jahren verschwunden. Ein Teil des Stammansatzes ist Totholz, daß inzwischen zum Großteil überwallt worden ist.

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